… wandelst als trostloses Etwas durch Straßen –
Das Alter hat dir zugesetzt.
Es sind längst verschieden, die’s eh schon vergaßen:
Es gab eine Zeit, da hast du echt gefetzt!
Heut potenzierst du nur der Straße
Trostleergewischte Einsamkeit.
Du zahlst viel für dein Haar, doch bleibst fern aller Maße
Der Mindestnochumworbenheit.
Und wieder bemüh ich mich mehr Wer zu sein,
Als mein Selbst eigentlich ist.
Und wieder reck ich mich aus meinem Kleinklein
Und ich hoff, dass man nicht zu streng misst.
Und wieder werd pampig ich unglücklich sein,
Wenn jemand mir nicht wirklich traut.
Und wieder lädt man andre überall ein …
Fuhr um den See mich umzuseh’n –
Den See entlang ’ne Runde dreh’n,
Dann umzudreh’n und einzuseh’n:
Fast überall galt Einzuseen
An diesen Seen als ein Vergeh’n.
Da musste mir die Lust vergeh’n –
Das war am See mir anzuseh’n.
Zumindest säte aus Verseh’n
Der See die Verse, die hier steh’n.
Nun, da ich nur noch Vergangenheit hab,
Vermag ich mich nicht zu erinnern.
Eine Fuhre Erfahrung rutscht runter ins Grab –
Die gönnte ich Lebensbeginnern.
Meiner Schiffbrüchigkeit trutzt ein bosnisches Eiland
– doch bringt mir das Steuerrad nichts mehr zurück.
Es ist meinem Sandsein ein strandhafter Beistand
Beim Buddeln nach einem vergessenen Glück.
Das Dämmern meiner Müdigkeit
Umrandet meine Lider.
Die Augen reißen sie herauf –
Dann senken sie sich wieder …
Und Sehnen macht sich in mir breit,
Massiert von einem Schlafbedarf –
Vor mir türmt sich ein Seufzen auf,
Es sind Lebensgefährten wie Bodylotion
Kurz sehr prägend, um sich dann zu entleeren.
Und dein bester Kumpan, sag, beginnt er nicht schon
Sich einzuquartier’n ins Entbehren?
Es ging ja lang glatt und es roch auch so passend.
Es erfolgte kein Bruch, kein Protestschrei „Genug!“ –
Im Tiegel versiegte erst matt, dann verblassend:
Der eine Epoche einst prägn’nde Geruch.
Lenz der Grenzentänzelei –
Jeder Trennstrich einerlei,
Nun erfolgreich eingeparkt
Und einander unterhakt.
Unverbindlich und verbunden,
Grenzen gänzlich überwunden –
So erkund ich unerkannt
Dieses nun als jenes Land.
In dem Ort hängen immer noch Werbehinweise
Von längst aufgegebenen Läden.
„Wen trifft’s wohl als Nächstes?“, umflüstert’s sie leise –
Und das Schicksal schreit an die Wand: „Jeden.“
Ich würde mich an die Gerechtigkeit ketten,
Um irgendein Gut vor dem Schlechten zu retten,
Ganz unterkühlt von Traurigkeit …
Man fühlt die aufgebrauchte Zeit.