Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Essen

Meine Heimatstadt, obschon 1998 gen Hamburg verlassen, ist immer noch jedes Jahr für mindestens sechs Auftritte und unzählige Zwischenstopps gut.
Jede Menge Essen-Gedichte finden sich in meinem Buch „Büdchenzauber und Zechenverse“ (http://www.conbook-verlag.de/buecher/ruhrgebiet/)


  • Weihnachtsmarkthimmel & das zweitausendsiebenhundertneunundsiebzigste Gedicht

    Weihnachtspyramide am Weihnachtsmarkt Essen

    Oktober (Jahresrückblick 2025)

    Hoch über den Stadtbildern, aus den’n unsre Töchterlein fliehn
    Sieht man nun südwärts die Zugvögel ziehn.
    Sie transportieren Grippeviren,
    Die Geflügelfarmen anvisieren
    Und Massenmasthofbauern keulen
    Gänse, Enten, Hühner, Eulen.
    Doch die Vögel sind ganz ohne Hintersinn hier –
    Sie sind auf dem Weg in ein Winterquartier.

    „Hey, ihr Vögel da oben, was ist euer Ziel?“
    „Naja, da gibt’s ja nicht mehr viel …
    In Darfur wütet der RSF grad mit Graus –
    Fast 500 Tote im Krankenhaus.
    In Rio sind 120 verendet,
    Ein Bürgerkrieg noch abgewendet,
    Nach Gemetzeln zwischen Cops und Favela-Familien.
    Naja, und is halt eh Brasilien …!
    Florida dämmert im Shutdown dahin,
    Argentinien macht unter Milei keinen Sinn
    Auch nach Syrien zurückzukehr’n, wär noch nicht cool,
    Bestätigte Herr Wadepfuhl.
    Nur noch Krieg und politische Vollkatastrophen –
    Da bekäm dies Gedicht ganz schnell zu viele Strophen!
    Ein Schwarm von uns ist, ungelogen,
    Drum grad gen Gaza abgebogen,
    Um sich dort zu bewerben als Friedenstauben.
    Wir dachten, die wollen ’n Scherz sich erlauben,
    Doch man hat sie tatsächlich als solche verbraten
    Im Fastfood-Menu der Vereinigten Staaten.“

    Es bleib’n die Verbrecher beider Seiten in charge –
    Da wittert man abermals baldigen Knatsch:
    Kaum ist ’ne Seite genervt von dem Friedensvertragwisch,
    Serviert man wohl prompt einen tödlichen Nachtisch.
    Denn ’ne hochdosierte Schlacht-Entfaltung
    Dient beiderseits der Machterhaltung.
    Und die Hamas übt schon mal an den eigenen Leuten,
    Denn ein Widerwort muss Spionage bedeuten –
    Und die soll’n lern’n, wer hier wieder der Babo is
    Und schon bei ’ner Zwischenfallandeutung bombt jetzt die Is-
    raelische Luftkraft ’nen Vergeltungsschlag.
    Und dieser Ausnahmefall passiert fast jeden Tag!

    Hm, das mit der Waffenruhe hat anfangs mal besser geklungen …?
    Nun, auch Nicole hat von „Ein BISSCHEN Frieden“ gesungen –
    Und a bisserl was geht immer!
    Vorher war’s durchaus noch schlimmer …

    Hey, ihr Vögel da oben – um euer Ziel zu erreichen,
    Muss eure Route einem Zickzackkurs gleichen
    Und niemals lasst den Spaß euch nehmen,
    Zu segeln zwischen den Extremen!

    Mal mit Tomahawk-Versprechung’n Selensky stützen,
    Dann den Intressen Putins nützen,
    Mal wird beinhart von der Brüssler Rotte
    Das Sanktionspaket Nr. 19 verhängt,
    Derweil die Russ’sche Schattenflotte
    Wohl bald 2.000 Schiffe lenkt.
    Ja, ein Biomatsch darf jetzt nicht mehr Veggiewurst heißen,
    Aber sonst kann man uns gerne weiterbescheißen …

    In Berlin muss Steinmeier hinaus –
    Das Schloss Bellevue wird restauriert,
    Der Ostflügel vom Weißen Haus
    Dagegen restlos wegplaniert,
    Weil der Schlossherr verlangt, einen Ballsaal zu kriegen –
    Nun, das wisst ihr, mit einem Flügel kann man nicht sehr lang fliegen.
    Und vielleicht ist’s ja mit Trumps Höhenflug
    Im nächsten Jahr dann auch genug, liebe Vögel?


  • Internationaler Weihnachtsmarkt Essen & das zweitausendsiebenhundertachtundsiebzigste Gedicht

    Internationaler Weihnachtsmarkt Essen, Entree

    Ein Bissen Frieden (Jahresrückblick 2025)

    Wieder nur Kriege im Nachrichtenteil –
    Ich muss sag’n, so langsam … find ich’s nicht mehr geil.
    Zumindest Gaza – falls mich jemand fragt –
    Hätt ich gern mal abgehakt.

    Ich weiß, wie man Kriege vom Globus entfernt –
    Ich hab ja noch letzt‘ Jahr in Fastfood gelernt.
    Man füttert Partei’n wie die Mutter das Kind –
    Drum Maul auf, das Mahl beginnt!

    Ein Bissen Frieden, ein Bissen Resthass
    Für Onkel Bibi und Tante Hamas.
    ‚N Bissen drücken, ’n Bissen schlucken,
    ‚N Bissen würgen und übergeb’n
    Für 20 Geiseln 1.000 Gefang’ne,
    ’n paar Meter Rückzug – das sollte langen.
    Gebt die Pistolen, eh wir sie holen
    Oder versteckt sie! Ist auch egal.

    Ich schließ meine Lider, dann seh ich nicht mehr:
    Nach Widerwort stirbt ein Kollaborateur,
    Null Tage, die ganz ohne Zwischenfall sind –
    Doch Maul auf, das Mahl beginnt!

    Ein Bissen Frieden, ein Bissen Resthass
    Für Onkel Bibi und Tante Hamas.
    ‚N Bissen drücken, ’n Bissen schlucken,
    ‚N Bissen würgen und übergeb’n
    Für 20 Geiseln 1.000 Gefang’ne –
    Darf’s noch was mehr sein? Nee, sollte langen.
    Nur Adam Riese bekommt ’ne Krise
    Bei diesem zahnlosen Friedensplan.

    Kariös grient dies Gebiss –
    Schön, dass Trump zufrieden is!


  • Sternenhimmel & das zweitausendsiebenhundertsiebenundsiebzigste Gedicht

    Essener Weihnachtsmarkthimmel

    Keine Karriere

    Sterne am Himmel,
    Gern auch am Pimmel,
    Ferner: im Hoden.

    Sterne am Boden.


  • Gingko & das zweitausendsiebenhundertsechsundsiebzigste Gedicht

    Gingko, entlaubt

    Der Kater

    Ich habe grad sehr viel sehr Totes im Mund
    (es lässt sich nicht runder beschreiben).
    Es schmeckt nicht gemütlich, es schmeckt nicht gesund,
    Doch verkündet: „Hier werd ich heut bleiben!“


  • Filmstudio Glückauf & das zweitausendsiebenhundertvierundsiebzigste Gedicht

    Filmstudio Glückaufin Essen-Rüttenscheid

    Heute Premiere

    Wie oft habe ich Ungewisses
    In wartende Mikros gesprochen!
    Gedacht: Für die Premiere isses
    ’n Tag zu früh, vielleicht Wochen …

    Ich kenne dieses Gefühl viel besser –
    Ich fühle mich sich’rer in Unsicherheit.
    Ich stürme beständig in offene Messer –
    Nur mein müdes Ich flüstert: Ich bin’s langsam leid!


  • Auf Heimurlaub & das zweitausendsiebenhundertfünfunddreißigste Gedicht

    Parklplatz in Essen Haarzopf

    Mr. Dobrindson und das Kabinett Merz

    Kabinettsbesetzungshäppchen werden jetzt gereicht,
    Wer es bis zu Neuwahlen in welch Ressort vergeigt.
    Konzessionsentscheidungen auf üblichem Niveau –
    Doch in einem Punkt, da heißt es unzweideutig No:

    Müsst ihr uns wirklich mit Dobrindt komm’n?
    Das Innenministerium sagt Oh! – Oh, no no no!
    Wollt ihr uns wirklich mit Dobrindt komm’n?
    Wir mussten doch ausreichend schon verkehr’n – mit diesem Herrn – und es war: schwer.

    Katharina Reiche macht für Reiche Politik
    Und der Hirt Pistorius macht uns fit für den Krieg.
    Da ein Mann vom Media-Markt uns digitalisiert,
    Bauernland in Metzgerhand, doch eines irritiert:

    Dass ihr uns wirklich mit Dobrindt kommt
    Als Grenzschützer vorm Flüchtlingsstrom – wer wär‘ – grenzwärtiger?
    Prompt kommt es hier mit Herrn Dobrindts Schwung
    Zu rechtswidriger Abschiebung nebst Terz – naja, wen schert’s – denkt sich der Merz

    Klingbeil, Hubertz, Wadephul und Bas sind mit dabei
    Hubig, Warken, Wildberger, Prein, Radovan und Frei
    Rainer, Schnieder, Schneider und für Raumfahrt die Frau Bär,
    Aber trotz Besetzungwirkt ein Aufgabenfeld leer

    Weil ihr uns wirklich mit Dobrindt kommt
    Das Innenministerium sagt No! – Oh, no no no!
    Wollt ihr uns wirklich mit Dobrindt komm’n?
    Wir mussten doch ausreichend schon verkehr’n – mit diesem Herrn – und es war: schwer.

    Dobdodobb, dedodobbdedodobb, rind, rind, rind, rind …
    Dobdodobb, dedodobbdedodobb, rind, rind, rind, rind …
    Dobdodobb, dedodobbdedodobb, rind, rind, rind, rind!


  • Schwimmbrücke Holtey & das zweitausendsiebenhundertvierunddreißigste Gedicht

    Schwimmbrücke Holtey nach Essen Steele-Horst

    Vermutlich Sabine (194er Richtung Haarzopf)

    Ich kannte mal eine Routine
    (wir grüßen uns lang schon nicht mehr),
    Ich nannte sie damals Sabine –
    Wir hatten fast täglich Verkehr.

    Sie war für mich Ein-, Um- und Ausstieg
    Und Morgen- wie Abendgebet.
    Ich war wie’n „Ach, werft mich nicht raus!“-Freak,
    Der auf ’ner Gehaltsliste steht.

    Heut meistere ich das Vergessen
    (mich speist unlängst andre Routine),
    Doch seufzte ich grad vor dem Essen:
    Sabine, Sabine, Sabine …


  • Zwölfteljahresernte & das zweitausendsechshundertvierundneunzigste Gedicht

    Beerenlese Bredeney 2025, kleiner Anteil

    Jahresrückblick 2025, erste Saat (Januar I)

    Ja nu, a Jahr is rasch vorüber –
    Im Januar war so viel über!
    Doch manchem ward – so fern vom Ziel,
    Dies Jahr bereits zum Start zuviel!

    Wir flatterten anfangs schon hin zum Fatalen –
    Mal ganz ohne Wahl, mal grad wegen der Wahlen …
    Überall herrscht ein Steil-Hang zum Autoritären –
    Und fast scheint’s naiv, sich dagegen zu wehren!

    Vergessen Sie alles, was sie ob politischen Stils zu wissen glaubten!
    Denn gleich, was Despoten sich früher erlaubten –
    Da wurd ’25 doch viel mehr geboten!
    Grenzüberschreitende Poltergeist-Zoten …


  • Ruhr-Nutria & das zweitausendsechshundertdreiundneunzigste Gedicht

    Nutria in der Ruhr auf der Höhe der Horster Ruhrbrücke

    Willst du …

    … mal in der Natur eine Nutria sehen?
    Kauf dir ein „i“, drauf das „a“ und „u“ drehen!


  • Dubbelvla & das zweitausendsechshundertzweiundneunzigste Gedicht

    Dubbelvla im Becher

    Na, da wollte sich wohl jemand seinen Job ganz einfach machen!?

    Ich kenne jemanden, der den kennt,
    Der weiß, wie beim Vla man das Braun vom Gelb trennt –
    Ich werd‘ allerdings nie verraten, wer’s ist!
    (Ein kurz sieggewisser Agent seufzt hier: „Mist …!“)


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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