Urlaub 1
Trödeleien, Blödeleien herrschaftsfrei genießen
Und mit semiguten Tropfen jeden Tag begießen.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten
Genussmittel in der Lyrik: Zigaretten, Alkohol und andere Drogen. Verse übers Saufen, Qualmen und Wegdriften.

Urlaub 1
Trödeleien, Blödeleien herrschaftsfrei genießen
Und mit semiguten Tropfen jeden Tag begießen.

Partyerwachen
Die aufgekratzte Stimmung war
Am Morgen schon verschorft,
Da späten Glucksens Immerdar
In neues Elend morpht.
Verdampfte Ausgelassenheit
Macht Kopfverbände klamm,
Bis jemand „Nicht zu fassen!“, schreit,
„Ich hau die Brut zusamm’n!“
Wenn Übermut im Unterschaum
Mit Scham sich arrangiert,
Fühl ich im fortgewünschten Raum
Mich sichtbar bandagiert.

The Opium Eaters
Wir ruh’n wie tot – als zwei Kadaver,
Tief eingesunken im Papaver,
Des‘ strahlend roter Schirme Schatten
Uns höchstfragil Besuch abstatten –
Wie süß vermag ein Tod zu sein?
Schon ist in diesem Blütenmeer
Gar niemand seines Blutes Herr –
Uns winken schwarze Stempel.
Ein jeder scheint ein Kreuz zu sein, wir reden zehn Gebote klein
Und Sonne küsst den Tempel.

Inmitten Quarantäne
Hab stundenlang ein großes Nichts
In einen leeren Raum gefüllt
Und mit der Schnauze des Gedichts
Mein Schweigen vor die Zeit gebrüllt.
Mir war danach – gemach, gemach,
Das Wenigste zu tun …
Doch blieb mir, ach, zu viel vom Tag,
Um davon auszuruh’n!
Und alles hält die Webcam drauf:
„Ich mach das Beste draus!“
Ich schalt das WLAN ab und sauf
Den Rest der Schnäpse aus,
Verkork ein Loch im Scheißegal.
Und morgen mach ich’s noch einmal.
– Mehr Gedichte zu Corona und Quarantäne –

Auf Italien – ein Trinkspruch
Das Licht auf den Steinen braucht hier keine Sonne –
Ein tief im „Es war einmal …“ startweg begonne-
Nes sinnenfreudfrommes, quellsprudelndes Glück
Bewahrte sich schadlos als Gnad‘ des berück-
Enden, wurzelbesäufenden Auftaus Moment,
Des‘ Bruderblut man gleich erkennt.
Alles schmeichelt reich und haltig dir,
Löst olle Knotigkeit im schier-
En Erlebnis vom alles umarmenden Leben –
Auf das lasst uns das Glas erheben!

Kneipenschlägerei
In der Lokalität
War die Loyalität
Nach dem Stampf-Tret-Pamphlet
Bald verflogen.
Vom „Wieso?!“ zum „Na, drum!“
Wird nach Whiskykonsum
Gen Gewalt ohne Halt
Sich verzogen.

Weihnachtsmarkt
Wenn wir raus ins Kühle schwärmen,
Uns mit Glühwein aufzuwärmen,
Bis man weihnachtsmannbemützt
Nach und nach einander stützt,
Sich zum Heimweg unterhakt,
Dann ist wieder Weihnachtsmarkt!

Letzte Runde
In der Stammkneipe werde ich plötzlich gesiezt
Und die Gläser werd’n auch immer kleiner.
Ich hab längst vergessen, wozu du mir rietst,
Bin nun überall nur irgendeiner.
Hätte ich mich dereinst etwas stärker gereckt,
Wäre mehr zu erreichen gewesen?
Im Glauben, mich hätte ein Kellner entdeckt,
Trink ich mich in weitere Thesen …
Doch zum ersten Mal seh ich, wie hässlich ich bin,
Vom Zersetzungsprozess überrannt.
Vorm Kloeingang twittert die Inhaberin,
Sie sei mit dem Wirt jetzt verwandt.
Nie war mir so fern, dass wir tranken,
Und ich denke, wir hab’n es getan.
Ich verstau meine letzten Gedanken
Und zahl dann mit Großvaters Zahn.

Britta frei’n & Ritter sein (Reprise auf „Ritter sein“, Gedicht Nr. 116)
Ach, litte ich am schweren Sein,
So tränke ich zwei Liter Wein
Bloß um im nächsten Schritt zu schrei’n:
„Hier passt auch noch ein dritter rein!“
Würd dann – um wieder fit zu sein –
Kurz in den Pool von Britta spei’n.
Auf meine Bitt‘ dies zu verzeih’n,
Guckt‘ Britta leicht verbittert drein.
„Mir muss da was entglitten sein!
So’n Shit ist nicht der Sitte mein!
Hab schließlich stets getwittert, ein
Ganz großer Fan von Britt‘ zu sein!“
So leicht lässt sich ein It-Girl frei’n:
Geschmeichelt lud mich Brittalein
Zum Ritt in ihre Mitte ein –
Da darf man auch mal Durchschnitt sein!
Heut‘ braucht es für des Ritters Weih’n:
Den Mut zur dritten Pulle Wein,
’nen Tweet im Zwitscherei-Verein
Und einen Pool um reinzuspei’n.
Nun ruft ein Witzbold mittendrein:
„Ich fänd’s für meinen Eintritt fein –
Und denk, im Vers mit Brittalein
Passt gut ein Reim mit Titten rein!“
Das möcht‘ ich mir verbitten, nein.

Das letzte Fass
Das letzte Fass Bier, das wir leerten,
Steht gedanklich auf meinem Balkon.
Wir war’n nicht die tiefsten Gefährten –
Doch der Durst ward nicht mürbe davon.
Das letzte Fass Bier, das wir leerten
So, als stürbe schon morgen die Chance,
Wenn wir sie uns heute nicht währten
In dem blinden Eck meines Balkons.
Der Durst ist mir seither geblieben.
Als Erinnerung, die wir gestillt.
Als Rat, dieses Dasein zu lieben,
Weil’s drinnen schon bald nicht mehr gilt.
– Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)
– Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:
* Costa Rica
* Hawaii
* Indien
* Japan
* Kuba
* Madagaskar
* Malaysia (Borneo)
* Marokko
* Mauritius
* Namibia
* Seychellen
* Sri Lanka
– Gedichtthemen:
* Alter, Schmerz, Tod
* Autor & Schreiben
* Berg, Fluss & Tal
* Berlin
* Fahrzeuge
* Frühling
* Gebäude & Urbanes
* Geburtstag/Hochzeit
* Geld & Karriere
* Grusel
* Haus & Heimat
* Herbst
* Internet & Technik
* Kleidung
* Kindheit & Jugend
* Körperteile
* Kunst & Inbrunst
* Länder/Kontinente
* Liebe & Beziehung
* Märchen
* Mord & Totschlag
* München
* Musik & Gesang
* Ostern & Weihnacht
* Pflanzen & Natur
* Poetry Slam
* Politik
* Promis
* Regionales
* Religion & Philo
* Reisen
* Rüpeleien & Tiraden
* Schlafen
* See
* Sex & Erotik
* Sommer
* Speis & Trank
* Sport
* Städte
* Strand/Meer
* Silvester & Wechsel
* Tabak & Alkohol
* Tanzen
* Tiere
* Unsinn
* Wind & Wetter
* Winter
SLAMMED! – das Buch – zum Sonderpreis!
Achtzeiler Alter, Tod & Abschied Autor & Schreiben Berg, Fluss & Tal Berlin Dutzendzeiler Einakter Erde Essen Fahrzeuge Feuer Gebäude & Urbanes Geld, Arbeit, Karriere Grusel Haus & Heimat Internet & Technik Kindheit & Jugend Krummzeiler Kuba Kunst & Inbrunst Körperteile Liebe und Beziehung Luft Marokko Mord & Totschlag München Pflanzen & Natur Politik Reisen Religion & Philosophie Ripostegedichte Rüpeleien Schlaf & Langeweile Sechszeiler Sex & Erotik Speis & Trank Städte Tabak & Alkohol Tiere Unsinn Vierzeiler Wasser Wind & Wetter Zehnzeiler Zweizeiler