Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Städte

Gedichte über Städte und Städtenamen.


  • Bern & das vierundvierzigste Gedicht

    Bern Reitschule

    In der Schweiz können sich auch die autonomen Zentren des liebreizenden Gesamteindrucks nicht erwehren … Bern war 2002 meine National-Slam-Wiege – als Starter für den Molotow-Slam HH. Gestern durfte ich dort fulminant Slam-Abschied feiern. Obschon ja so ein Featured Poet-Slot eben genau das ist, was ich auch 2017 noch gerne übernehmen werde.

    Das A und Ä der Bären

    Man sagt zwar, dass in Bern Bär’n
    Schon ob des Namens gern wär’n
    Doch klagte mir ’ne Brummbraut
    Karg wär’s hier ohne Umlaut


  • Essen & das einundvierzigste Gedicht

    Einkaufsstadt, aber nicht käuflich. Auch im dicht besetzten Tourplan für dieses Jahr muss meine Geburtsstadt damit rechnen, dass ich einige Male in ihr Station mache. Ein schöner Anlass hierfür ist immer wieder, wie auch gestern, der stets ausverkaufte Grend Slam.

    Der Stalker

    Wie Essen vergessen? Das Grend, die Band
    Die Stadt, in der man alle kennt
    Die Parties mit den Diamanten
    Die An- und Ab&Zu-Verwandten
    Wo immer noch vorhält, was ich einst besessen
    Wie sollt‘ ich, oh Essen, all dies je vergessen?

    Beim Chef beklagte sich die Stadt
    Dass sie vor mir nie Ruhe hat


  • Opernball & das siebenunddreißigste Gedicht

    Wiener Opernball

    Man kann das zeitliche Zusammenfallen von Wien-Besuch und Opernball als Dichter natürlich nicht vollends unkommentiert lassen.

    Der Opernball zu Wien, Schlussakkord

    Ertönt die letzte Walzerwiege
    Schnapp ich mir ’ne Tänzerin
    Die schon auf der Hausflurstiege
    Gibt sich mir in Gänze hin

    S’ist Opernball, s’ist Opernball
    Und ich bin der Herr General

    Doch nach der letzten Walzerwiege
    Warnt mich meine Tänzerin
    Dass ich bloß nichts Böses kriege
    War’n heut‘ so viel‘ xxxxxxxx xxxx…

    S’ist Opernball, welch‘ schöner Spleen!
    S’ist Opernball heut‘ nacht, in Wien


  • Wien & das sechsunddreißigste Gedicht

    Wien Heldenplatz

    Zwei Auftritte in Wien ergeben immer einen vollen Tag vor Ort. Der sollte eigentlich auch für ein Spontangedicht reichen, aber …

    Wien in den Worten des Dichters

    Ach, Wien!
    Du bist wie’n …
    Wie’n …
    Wie’n …
    Wien, du bist wie’n …
    (plötzlich still)

    Man ahnt ja, was er sagen will


  • Umzüge & das fünfunddreißigste Gedicht

    München Stadtsilhoette mit Bergen

    This is the day. Vor genau zwei Jahren parkten zwei riesige Zapf-Umzugslaster mit Berliner Kennzeichen vor unserer Münchner Wohnung. Wir hoffen lange Zeit nicht darüber nachdenken zu müssen, wie viele Laster für einen erneuten Umzug nötig wären. Trotzdem ist es schön zu wissen, dass unsere Clouds frei von Daten sind. Schleppen lohnt.

    Meine Wohnorte

    Jede Stadt, wo ich wohnte, kriegt’s auch ohne mich hin
    Essen, Hamburg, selbst Berlin
    Trotzdem glaub‘ ich, es flüsterte München zu mir
    „Schön, dass du da bist – wir brauchen dich hier!“


  • Städtespeicher & das neunundzwanzigste Gedicht

    Speicherstadt Hamburg

    In keiner Stadt bin ich so oft umgezogen wie in Hamburg. Ja, überhaupt bin ich in meinem Leben noch nie so oft umgezogen wie in den viereinhalb Hamburger Jahren. Gestern bei Wind und Wetter alte Adressen abgelaufen. Und irgendwann in der neuen Speicherstadt gelandet.

    Und irgendwo ein Hafen

    Viel Haar, mon amie, ist dir nicht mehr gegeben
    Die After-Work-Orks meucheln elbisches Leben
    Geschmeichelt träumt die Speicherstadt
    Von spätem Pomp und Streicher satt
    Beim Vorwort bin ich eingeschlafen …

    Und irgendwo rumort ein Hafen.


  • Lüneburg & das achtundzwanzigste Gedicht

    Lüneburg IHK

    Abstecher nach Lüneburg. Das achte Mal. Das letzte Mal. Und jetzt schon wieder in Hamburg.

    Ein Gedicht zum Preise Lüneburgs (nebst etwas Selbstkritik)

    Du heidehässliches Idyll
    Du Stolz in Hansetransentüll
    Du backsteinbekackter Studi-Hort
    Emporgesalz’ner Niemandsort!

    (Warum muss ich beim Städtepreisen
    Immer irgendwie entgleisen …?)


  • Seattle & das einundzwanzigste Gedicht

    Blick von der Seattle Needle

    Viel Zeit bleibt nicht, um eine zum ersten Mal besuchte Stadt zu begutachten. Der Beiname Rain City wird jedenfalls bestens bedient. Der Pike Place Market bietet Unterschlupf und Fisherman’s Flair. Gefällt.

    Mein Tag in Seattle

    Seattle Needle
    Und Grungerockgegniedel
    Dann Poetrybattle
    Und Schalfentzugschäddel

    Buchstäblich weise steht noch auf dem Zettel:
    Ein kleiner Seat – auf Schwäbisch: Seatle
    Die Aussprache driftet dann doch eh’r zu
    Seemann Kuddel Daddeldu


  • Vancouver & das neunzehnte Gedicht

    image

    Mein Vergehen: ein Aufenthalt in Kanada für nur einen Tag. Die Strafe: drei Stunden Warten im Special Customs Bereich. Die Folge: ein halber Tag Aufenthalt in Kanada (postcustoms Bereich). In der Hauptrolle: eine uniformierte, begriffsstutzige, klassenfeindliche Latino-Pagenkopf-Bitch. Falls ihr ihr durch Zufall mal beim Passportcheck in Vancouver begegnen solltet, beschimpft sie heftigst von mir. Es war mir vor Ort bei dem Preis von 100.000 $ einfach zu teuer.

    Vancouver

    Du entspannteste, chilligste Queen aller Städte
    Wär etwas mehr Zeit mir geblieben, ich hätte…
    Hätte…
    Hätte…
    Zwischendurch etwas Sushi gegessen
    Hätte…
    Hätte auch mit Sicherheit
    Hab dann aber nicht – die Zeit!
    Mein Aufenthalt war kurz bemessen

    Im Endeffekt blieben ja nicht mal zwölf Stunden
    Grad genug, um die Uhr, doch nicht dich zu umrunden
    Und fünfeinhalb davon hab ich auch noch verpennt
    Mal aufs Smartphone geschaut, ob mich noch jemand kennt…

    Wie man es auch dreht
    Ich war fern vorm Genug
    Nun ist es zu spät…
    Bis zum nächsten Besuch!


  • Maui & das sechzehnte Gedicht

    Kaanapali Beach

    Die Offday-Inselperiode meiner Tour schlendert ihrem Ende entgegen. Aber noch hält sich Maui ran in den Dichterinspiration.

    Mauisummary

    Wasserfälle, Wasserfälle
    Und dazwischen Hühnerställe
    Wale, Wale, Wale, Wale
    Abnormale Muttermale
    Sich auf Schlängelpfaden stauen
    Auch beim Morgengrauen schauen
    Erste Sahne Schildvulkane
    Manche stolz gehisste Fahne

    Ein „Malls für alle!“-Implantat
    Nebst Airconditionluftkneippbad
    Und drumherum herrscht nur der Strand
    Mit cool erhob’ner Shaka-Hand


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