Vielleicht Du?
Wie viel Minuten über der Zeit
Bist du aufs Geringste zu warten bereit?
„Nun, ich denk: mein ganzes Leben“
Solche Leute muss es geben!
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten
Weltreligionen und spirituelle Erhellungen sowie religiöse Bräuche, Themen und Protagonisten in Versen.

Vielleicht Du?
Wie viel Minuten über der Zeit
Bist du aufs Geringste zu warten bereit?
„Nun, ich denk: mein ganzes Leben“
Solche Leute muss es geben!

Ghandi II
„Einer trage des anderen Last“
Oder „Einer betrüge den and’ren mit List“?
Entscheidet bald, wie viel du hast
Und auch von wie viel Wert du bist

Ghandi
Ich mag die Romantik, ich mag auch den Lärm
Mögen die zwei auch einander sich hassen
Wenn ich vor dem einen vom anderen schwärm‘
Scheint kurz eine Welt zu der andern zu passen

Die kuschelnden Propheten
Wir spielen Schnick-Schnack-Zung‘ schlägt Zahn
Mit der Sahnigkeit unsres Gemüts!
Wir ferkeln durch den Ramadan
Und hoffen, Jahwe sieht’s!

Och, Herr!
Och, Herr, schenk den Reichen ein langes Leben!
Die Armen sind einfach nicht so schön
Drum darf es sie gern etwas kürzer nur geben
Es lässt sich an Reiche viel besser gewöhn’n!
Schenk denen, die nach Stil nicht streben:
Ein Jahr McDonald’s-Sparmenü!
Und lass die Reichen länger leben
Die Armut ist per se perdu!

Der formale Zwilling zum gestrigen Text.
Im Haus der Frommen
Oh, nimm dein stets brütendes Herz in die Hand
Gesandter des Lächelns und Melkknecht von Resten!
Das Beste an uns ist das einende Band
Der Sand im Gemäuer der frommen Leuts Festen
Verbannte, die jenseits der Mauern verrohten
Uns testeten, festigten, ständig bedrohten
Veränderten nichts auf dem irdischen Scheibchen
Belasteten nur unsre fleischlichen Leibchen

Im Haus der Sünder
Oh, reiß dir das kalbende Herz aus der Brust!
Dann huste die Blutleere rosig und plünder‘
Gesünderen Seelen entflohene Lust
Aus Musterregalen im Hüttchen der Sünder
Dort, prustend vor höhnischem Lachen, erspähten
Wir mündervereinigend Kalamitäten
Gleich von uns angepüstelten Sahnehäubchen
Und schlürften vom Boden verendete Täubchen

Oh, wie schön ist Ramadan
Oh, wie schön ist Ramadan
Und erst der Fünfjahresplan!
Das Glaubensbekenntnis und Leistungsprinzip
Die Nutzungserlaubnis – ich hab euch so lieb!
Ach, wie rar ist Schönheit erst
Die du frontal überfährst
Weil dir jed‘ Pamphlet gefällt
Das zerregelt diese Welt!
Oh, wie schön ist Ramadan …
Nee, da haste dir vertan!

Sakralbauten
Ich mach nicht drei Kreuze, ich mach nicht mal eins
Ich bin hier beim Abendmahl wegen des Weins
Doch kann ich mir auch nach drei Bier nich erklär’n
Wieso, irgendwie, wenn die Kirchen nich wär’n
Den Städtebesuchen ein Ankerpunkt fehlte
Den vorher vermutlich dies Bauwerk beseelte
Das all dem Gequake befehligt zu schweigen
Denn es spiel’n nicht die Menschen, es spielen die Geigen

Immergrünus tropicans
Nimmersatte Pflanzen quengeln:
„Regen! Regen!“ und „Mehr Licht!“
Drum sagt Petrus seinen Engeln:
„Morgen wieder Extraschicht!“
Es gibt in den Tropen stets doppelt viel Wetter
Es ist auch der Regen hier irgendwie netter
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