Waldspaziergang mit Orang Utans
So sehr nah,
So sehr da,
So, so unvorhersehbar …
In Ehrfurcht
Oder eher Furcht?
Äh, äh, ähtwas unberuh’gt!?
Ein Moment,
Ein Monument,
Das sich ins Gedächtnis brennt.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten
Globetrottergedichte und andere Verse vom Reisen und Unterwegssein.
Waldspaziergang mit Orang Utans
So sehr nah,
So sehr da,
So, so unvorhersehbar …
In Ehrfurcht
Oder eher Furcht?
Äh, äh, ähtwas unberuh’gt!?
Ein Moment,
Ein Monument,
Das sich ins Gedächtnis brennt.
Dschungelexkursion
Makakenattacken,
Mückenzerdrücken
Und immer den Blick in die Kronen,
Wo die Wildnis regiert,
Als Gebild irritiert
Von niemals erschließbaren Zonen.
Gespringe, Gesinge,
Wurzelgepurzel
Und immer den Blick in die Wipfel.
Wenn Genickstarre droht
oder Krokodiltod,
Ersehn‘ ich der ersten Welt Zipfel.
Sarawak
Vor Jahren ward es fester Plan,
Ist dann Prospekt geblieben.
War damals direkt angetan,
Doch ließ mich stets verschieben.
Ich vagabundierte durchs Vorzügegeben:
Mal nach dort, mal sofort, mal geplant und mal eben.
Den Prospekt letztes Jahr dann ad acta gelegt
Ins Archiv des Recycling-Containers –
Nach dreißig Jahr‘n immer noch sehr gut gepflegt
(Ich hab mir gedacht, ich erwähn das)!
Was hat mich damals fasziniert,
Wie weiß ich, was noch stimmt?
Manchs Traum Buffet an Wert verliert,
Sobald man davon nimmt …!
Doch ich ließ, prospektlos aufgebrochen,
Mein dreißig Jahr jüngeres Herz wieder pochen
Und erkenne: Was einst meine Neugier gerührt –
Es versteht sie noch immer zu stillen.
Ein sehr langer Weg hat mich hierhin geführt
Aus tief eingefrorenen Willen.

Taxifahrt am Morgen, stadtauswärts
Das Höhenflugrausch-artige,
Fremdstädtisch Taxifahrtige
Lässt den Tanz der Verkehre genießen.
Das Einsaugen von Athmosphären,
Als wenn sie Augentauchgrund wären –
Bald ganz in sich zerfließen …
Bei geöffnetem Fenster, vom Fahrtwind gekühlt,
Hat sich mir die Stadt in die Arme gespült.

Dem Sonnenbrillenglas
Du bist ein wahrer Star-Artist,
Tünchst Scheenet um in „scheener“.
Wie schau und blau ditt Meer grad ist –
Ditt ahnt da draußen keener!

Ein Hotelzimmer erstmals betreten
Bin gewiss, dass ihn jeder, der reist, sehr gut kennt:
Den Hotelzimmer-erstmals-Betreten-Moment.
Wenn der erste Blick in den geöffneten Raum
Den Begeisterungssturm drückt auf Windstärke „kaum“,
Dich juchzig ins neue Plumeau schmeißen lässt
Oder unschlüssig bleibt vor dem praktischen Test –
In der Bleibe auf Zeit wird dein Kurzschicksal tagen.
Und mehr lässt sich nicht auf den ersten Blick sagen.

Hengststirnigkeit bei der Souvenierwahl
„Hast du mir etwas mitgebracht,
Von deiner Zeit im fremden Land?“
„Fühl mal hier, autsch!, sachte, sacht … –
Da schwelt ein feister Sonnenbrand!
Ein eher ärmlich‘ Souvenir,
Schien erst wohl dessen Wärme mir,
Doch ich fand, die lang vermisste
Stand fast zwanghaft auf der Liste
Dräng’ster Mängel im Daheim!“
(Denkst du jetzt „Welch Hengst von Reim!“?)

Am Mythenquai, Anfang April
Am Mythenquai kühle ich Anfang April
Meine Füße fühlbar im See, denn ich will
Die Sonne, die Berge, den Schweiß, die Schweiz halten,
Den Alltag, das Alter und Alldas abspalten.
Zum Speichern der Einmaligkeit
Will ich mich so ermahnen,
Eh Trott, Stress und vertane Zeit
Sich abermals verzahnen.
Alle Rechte bei Lukas Hofstetter, der das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2024 erstanden hat.

Unterwegs ohne Kamera
Ist ja klar: Es ergießt sich die Malerischkeit
In den kameralosigen Tag!
Ständig bin ich unbändigstens ablichtbereit –
Wenn nichts sich zeigen mag!
Prompt türmt Idyll sich auf Idyll
Zum Input grauer Zellen.
Das, was ich konservieren will –
Schon hat’s die ersten Dellen!
Wie sich der Berg, der Berg!, !der Berg!
Im Kirchturm-Off erhebet! –
Was eines Suchers Lebenswerk,
Wird ex und hopp durchlebet.
Gebannt bind ich ums Ungebannt
Die Fesselchen vom Restverstand.
Was sich bewahrt im Innern,
Lässt sich dereinst erinnern:
„Das war der Tag in jenem Jahr,
Da ich mal ohne Kamera!“

Auf Tour
Immer wieder Wiesen grün’n,
Immer wieder auf die Bühn‘,
Immer wieder quer durch Bayern –
Wimmernd: Ich droh auszuleiern!
– Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)
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