Da war doch was, sagen mir die Pusteln nach dem Badeausflug zu den Osterseen. Zeit für eine Merkhilfe in Versen.
Die Osterseen
Gut, vor Ostern geh ich eh
Niemals an den Ostersee
Doch, so riet mir wer diskret
Nachher sei’s auch schon zu spät
Weil der Wasser frühe Wärme
Brüte wahre Mückenschwärme
„Wann,“ fragt ihr, kurz vorm Versteh’n
„Ist’s denn ratsam hinzugeh’n?“
Sommerwiese, mit Landesgartenschaugärtner-Support.
Die zweiten Frühlinge, Folge 1: Sommer
Sonne, oh, bebrüte mich
Brate mein bemühtes Ich
Dass es aus der Schale schlüpfe
Unbedarft ins Leben hüpfe
Dann mag ich, so neugebor’n
Gern in deinem Schein verdorr’n
Ein Call-Boy im Allgäu
Wo eh überall Heu
Rumliegt und schon immer lag
Denkt: „Bevor ich jetzt dumm frag
Nehm‘ ich mir ’nen neuen Ballen.“
Heu gehört im Allgäu allen
All die Rispen lispeln: Vorbei ist der Mai!
Der buchstäblich kürzeste Monat der Wonne
Was früh hier erblühte, fiel unlängst entzwei
Im Quell der bald lediglich quälenden Sonne
Irgendwo hinter diesem Hügel liegen die 15 Häuser von Mönchgrün. Aber wie es da auschaut, muss man selbst ergründen. Vielleicht beim Literarischen Weinfest 2017?
Schlummertrunken
Wo die grünen Mönche wohnen
Mitten Apfelbaumgeäst
Torkle ich mit Kollisionen
Halte mich am Weine fest
Leg mich auf der Wiese nieder
Hoffe, dass das Wetter hält
Sattle meinen Abtauchsieder
Reite in ’ne andre Welt
Vollmai’sige Prachtidyllen allenthalben. Insbesondere ein paar Regionalbahnhalte vor München.
Dichtung und Wahrheit
Ersinn‘ dir den ruhigsten Garten der Welt
Wohin sich kein Ton der Verrohung gesellt
Wo das sprießende Grünen im Überfluss quellt
Und sich blütenschwer Zweige in Windstille wiegen
Wo idyllisch ein Schweigen die Farben erhellt
Alle Pflichten im Schoß dieses Rückzugs versiegen
Wo die Aura der Stille die Quengler verprellt
Bis das drängelnde Draußen sich selber erschießt
Nur noch Vogelgezwitscher jed‘ Kampftöle bellt
Sich die Schönheit der Schöpfung dem Auge ergießt
Dort, wo sich ein Vers für den Eindruck verstellt
Es gäb‘ diesen ruhigsten Garten der Welt
Diese Landschaft gab es auf der Zugrückfahrt nach Cagliari auch in Rot und Violett. Volle Pulle Frühling.
Frühling & Fortbestand
Für den einen Moment des höchsten Ruhmes
Wirkt das Land wie von Zartheit und Auftrieb bestäubt
Wenn aufgewallt zu Blüt‘ und Blum‘ es
Das Wissen vom Ehrgeiz der Dürre betäubt
Bald wird das Gold der Farben lichter
Bald welkt der Flor zum Rückzug an
Bald wahrt nur noch ein Wort der Dichter
Den Schwur, dass hier die Spur begann