Ja, ist es denn verwündowlich
Dass der Herr von Bülow sich
Mit denen derer vom Forst überwarf?
Ihr Sinnen für Humor nicht traf?
Wer lässt sich schon gerne per Spottvers ermorden?
So sind die Herrn vorsorglich tätig geworden
Aus Notwehr mit dem Schrotgewehr –
Nun lebt der Loriot nicht mehr!
Die Förster in Firststrikemanier
Beförderten das Vögeltier
Ins Jenseits und ölten die Waidmannspistole
Die fortan die Spötter vom Stamm der Pirole
Von Stämmen und höheren Rossrücken hole
Sollten diese die Grenzen der Ethik missachten
Und Förster ob ihrer Filetstücke schlachten
Doch was im Geäst da an lästernder Last
Beim Förstermännchen so verhasst
Wird weiters umhegt von den Damen der Herrn
Die die garstigen, drastisch bestraften Strophen
Von umgelegten Förstern mit Freude verzehr’n
Ripostegedicht zu Erich Kästners „Maskenball im Hochgebirge“
Am Mittwoch nach Maskenball
Ab Mittwoch wär wieder was frei im Hotel
Und man freue sich auf den Besuch
Die Tanzabende vorerst zwar ohne Kapell‘
Doch Schnee gäb’s noch immer genug
Im Garten wär jetzt so ein Massengrab
Und auch manch totes Reh
Der Vollmond vom Maskenball nähm wieder ab
Im Gegensatz zum Schnee
Du zweifelst: „Vielleicht fahr’n wir doch nicht dorthin?
Der Hausherr heißt Erich, mein Bester …
Ich bin in solch Vers-Tecken nich so gern drin
Denn der Mörder ist immer der Kästner!“
Ich musste sie erwischen – tot oder lebendig. Lebendig – durchatmen! Und bereits umgesiedelt.
Der Zen-Dung mit der Maus
Wie kann in so viel Niedlichkeit
Ein Schädling sich verbergen?
Gehört, wer hier laut „Töten!“ schreit
Nicht zu des Teufels Schergen?
Wer macht der Maus hier den Garaus?
Wem zieht’s die Stirn vor Mitleid kraus?
„Legst du den Nager nun ad acta?
Mir massakriert es den Charakter
Der durch solch Tun gewiss zerschlisse
Benagt von des Gewissens Bisse!“
Ach, wie kann in so viel Niedlichkeit
Ein Schädling sich verbergen?
Gehört, wer hier laut „Töten!“ schreit
Nicht zu des Teufels Schergen?
Wem man so alles beim Spaziergang begegnet. 1a-Drache.
Von Rittern und Drachen und bitteren Fakten
Was Ritter so für Sachen machen
Eh sie in der Drachen Rachen
Zerknittert ihren Geist aufgeben?
Nun, halt Ritteralltagsleben:
Malen, lesen, Fahrrad fahren
Sich mit ’nem Prinzesschen paaren
Nach ’nem Kompliment erröten
Und verlier’n beim Drachentöten
Alsbald war die Ritterschar
(Mittelgroß und nachwuchsrar)
Derart kritisch dezimiert
Dass sich ihre Spur verliert
Die Sprache der Drachen kannte zu jener Zeit
Kein „Achtet doch mal auf die Nachhaltigkeit!“
So dass die Vorratsunbewussten
Elendig verhungern mussten
Es gab in diesem frühen Spiel
Von zweierlei gleich viel zu viel:
Vom ritterlichen Wagemut
Und von der Drachen Abschlachtwut
Und so gehör’n seit langer Zeit
Auch beide zur Vergangenheit
Wem man so alles beim Spazieren in Baumrinden begegnet! Die Auflösung zur Frage giftig/nichtgiftig liefert meine „Wild Animals of Costa Rica“-Faltkarte (ja, ich bin ein Nerd!): Es handelt sich um eine Palmenviper, ziemlich giftig.
Schlangenbegegnung
Hm. Die könnte giftig sein …
„Schlimm, wenn man da schief liegt!“ Nein,
Schlimm wär, wenn man so schief liegt
Dass man voll die Biege kriegt
Bis man flach am Boden liegt
Und die Lebenskraft versiegt!
Der Grund legt uns dann triftig nah
Dass dieses Tier wohl giftig war
Habe an der Last zu tragen
Dass ich einst den Kopf von Hagen
Im Affekte abgeschlagen …
Schlimm, doch damit nicht genug:
Bei Kopenhagen hab ich Gitte
Abgeschlagen eine Bitte …
(Jedenfalls gab’s den Versuch!)
Das – geschah’s auch ohne Blut –
Sagt mein Bauch, war oonich jut!