Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

München

Fotos aus München, seit 2014 Stammsitz der Reimerei Klötgen. Unzählige Auftritte während der Tour 2016. Und danach quasi alleinige Dienststelle in Sachen meiner Poesie.


  • Munichlove & das eintausendvierhundertfünfunddreißigste Gedicht

    Munich loves Europe - im Olympiapark

    Ende der Diskussion

    Mir dünkt den Einspruch, Euer Ehren,
    In Eurem Namen abzuwehren:
    Wir sind am Punkt, da Diskussionen
    Noch nicht einmal als Übung lohnen –
    Man schmückt sich nur noch mit Gebelle
    Und rückt kein Stück mehr von der Stelle –
    Drum lasst uns unsern Blutdruck senken
    Und nicht noch weit’re Zeit verschenken!


  • Adalbertstraße & das eintausendvierhundertvierunddreißigste Gedicht

    Frühlingsabend über der Adalbertstraße in der Maxvorstadt

    Wonnentage

    Es tummelt sich Pracht in so einfachen Dingen –
    Wie zögernde Knospen und Sahneverschlingen,
    Das hummelumsummenste Frühlingserwachen,
    Ein zungenspitzfindiger Schmaus für den Rachen,
    Die Rundungen sonnenprall mundender Beeren,
    Das vor einem Fick mit den Blicken Verzehren
    Und was diese Liebe noch sonst mit uns macht,
    So ungestüm einfach – führt’s schlichtweg zur Pracht!


  • Stadtspaziergang & das eintausendvierhundertdreiunddreißigste Gedicht

    Ludwigstraße vorm Siegestor

    Da macht es sich der Herr Poet doch mal wieder sehr einfach …

    Auflösung von Wolkenfeldern,
    Auszahlung von Fördergeldern,
    Ablösung von Nachtwachtschichten,
    Ansammlung von Kurzgedichten –
    Jeder kann in schweren Zeiten
    Einen großen Beitrag leisten!


  • Maxvorstädter Vögel & das eintausendvierhundertzweiunddreißigste Gedicht

    Wandbemalung am Nachbarhaus in der Maxvorstadt

    Zum Sport im öffentlichen Raum

    Zu viel Sport in den Kanälen,
    Zu viel Sport auf allen Pfaden,
    Zu viel Ort darf Sport sich wählen,
    Überall nimmt Optik Schaden.

    Ständig schnauft und japst und schwitzt es,
    Ständig schaut’s nach Camping aus,
    Ständig blökt ein überhitztes
    Blödgesicht aus Körpern raus,

    Die in eine Form sich bringen,
    Die vorab jed Stil vermisst.
    Ehrgeiz gärt im zähen Ringen,
    Das die treue Smartwatch misst.

    Zu viel Sport in meinem Sichtfeld,
    So viel Sport – und immer hässlich!
    Was der Plebs für seine Pflicht hält,
    Ächtet der Flaneur als grässlich.


  • Schleißheim & das eintausendvierhunderteinunddreißigste Gedicht

    Neues Schloss Schleißheim

    Schlossparksymmetrien

    Mein Augenmerk ergeht sich in
    Der Schlossparksymmetrie.
    Bald schöpft sich Welt aus einem Sinn,
    Im Heil der Dioptrie.

    Die Barken der Sichtachsen nehmen mich auf,
    Es kreuzen sie Ufer um Ufer.
    Ein schnurrender Grundriss beschmust meinen Lauf,
    Umsäuselt vom Planquadratrufer.

    Ein akkurat‘ Simultankanon-Geblüh
    Bewahrt eine ferne erlernte Idee,
    Spielt streng die Verspieltheit, doch löst sich von Müh‘

    Und ist, wird und war Allerjemals‘ Allee.


  • Back to Schwabing & das eintausendvierhundertdreißigste Gedicht

    Baumblüte in Schwabing

    Das Frühlingserwachen zu Corona

    Der Frühling haut grad richtig raus
    Und macht auf dicke Buxe!
    Der grünt hier ein für tausend „Woah!“s,
    Es blüht das „Hallo, guck’se!?“.

    Doch kann der allerfarb Brillanz
    Das Zepter sich nicht nehmen:
    Es lähmt den Blick die Dominanz
    Des Themas aller Themen.


  • Flughafen Riem & das eintausendvierhundertste Gedicht

    Flughafen München Riem Abflughalle heute

    Reingefallen!

    Du wusstest es, oder? Die Welt galt der Planung
    Einer Großüberraschung für dich!
    Du verneinst das zu schnell, als wär da keine Ahnung,
    Durch die ein Gewissheitshauch strich.
    Du trichtertest dir doch am Tresen oft ein:
    Das kann’s noch nicht gewesen sein!

    Nun hör der durchs Bühnenbild Huschenden Tuscheln,
    Die selig sich in ihrer Vorfreude kuscheln –
    Was gab’s da nicht Blödes, an dem du genagt,
    Wie schön, wenn da gleich wer mit Löschtaste sagt:
    „Überraschung, Junge! Schau mal da:
    Hinterm Sarg – die Kamera!“

    Du hast dich wirklich gut geschlagen
    Und bist bei allem cool geblieben,
    Noch bis zuletzt fern vom Verzagen!

    Wir hab’n’s ja manchmal übertrieben –
    Doch wussten auch: Der kann was ab!

    Und jetzt erhol dich gut im Grab.


  • Löwenspinne & das eintausenddreihundertneunundneunzigste Gedicht

    Skulptur Pusteblume im Riemer Park

    In der Pflicht: Writing Poems like Tonya Harding

    Du musst hier noch so viele Kniescheiben brechen,
    Noch so viele bleibende Schmähungen rächen,
    Du musst dir noch so oft das Arschloch aufreißen,
    In all deren satte Bequemlichkeit scheißen,
    Du musst ohne Gunst an der Inbrunst dich wärmen
    Und flehentlich grell von dem Wirklichsein schwärmen.

    Du kannst hier nicht mehr auf mehr Wohlwollen warten,
    Musst stur Dinge tun, die nur dir gut geraten,
    Du darfst ihre Ablehnung fortan genießen,
    Du musst hier mit niemanden Frieden noch schließen,
    Bleib einfach alleine – das steht dir so gut!
    Bewahr dir nur eine Begleiterin: Wut.


  • Messe München & das eintausenddreihundertachtundneunzigste Gedicht

    Berggipfelskulptur an der Messe München

    Ein weiterer Songtext von dem in Herbst 2020 erscheinenden neuen Marilyn‘s Army Album „Zeit zu schreien“.

    Nicht mal unverzichtbar (nicht dieses Mal)

    Was dir noch bleibt
    Ist all das nie Verlangte – langt schon so, aha
    Was dich noch treibt
    Ist all das Ungesagte aufzuschreib’n – sowie ein …

    Ein nicht mal unverzichtbarer Verlust von Zeit – und ein
    Ein sichtbar ungeschickter Fehlversuch aus Neid

    Du sagst Dir:
    Nicht dieses Mal
    Nicht dieses Mal
    Es ist wie
    Wie jedes Mal
    Nicht dieses Mal

    Was dich noch treibt
    Ist dieser Nachgeschmack der frühen Euphorien
    Was dir noch bleibt
    Ist nur der Schwur dich noch mal reinzuknien – sowie ein …

    Ein nicht mal unverzichtbarer Verlust von Zeit – und ein
    Ein sichtbar ungeschickter Fehlversuch aus Neid


  • Messestadt West & das eintausenddreihundertsiebenundneunzigste Gedicht

    U-Bahnhof Messestadt West

    Ein weiterer Songtext von dem in Herbst 2020 erscheinenden neuen Marilyn‘s Army Album „Zeit zu schreien“.

    Restlos

    Du hast ’s schon aus Distanz geblickt:
    Dort haust das Glück,
    Dort hausen Worte, die es beschreiben

    Du hattest ungeahntes Glück,
    Du warst geschickt,
    Du hast errechnet: So wird es bleiben.

    Refr.: Wenn wir das löschen, muss es restlos sein –
    In dem, was uns gescheh’n, lässt sich zu leicht was überseh’n.
    Wenn wir erst löschen, woll’n wir rastlos sein –
    Denn sonst ist das machbar, acht‘ ma‘ – (da) drauf!

    Du hast schon aus Reflex geahnt
    Du hast gemahnt,
    Du hast gewarnt, das rächt sich zum Schluss

    Dein Sorgen hat sich nicht bewährt,
    Es blieb verzerrt
    Als blind ins Morgen zielender Stuss

    Refr.

    Du hast schon aus Prinzip gewankt,
    Warst vom Gedanken,
    Wie umtrunken nicht so ganz bei

    Dir ist die andre Meinung klar,
    Doch offenbar
    Schielt die Gewissheit immer nach Freibier.

    Refr.

    Du hast errechnet: So wird es bleiben.
    Du hast errechnet: So wird es bleiben.


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


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