Es stimmt, Johann Wolfgang, es ist diese Flora, die andre Geschichten erzählt
Die Mitgift ans Dunkel verlorener Tage warnt: Wandrer, Du hast Dich verwählt!
Hier sumpfen die Täler im Sonnenbenzin, hier lallt alle Landschaft Limone
Hier prallt sich der Apfel, der Farb-DIN entgrenzt (auch ich fühl‘ mich plötzlich so ohne)
Küstenwärts flüstert sich Südlichkeit ein, in den Seen plätschert etwas Karibik
Mein Sächsisch berlinert sich seinsblümerant und pfeift durch die Zähne: Ditt lieb ick!
Ein ahnender Duft stürzt aus fremden Gewächs, altrömische Gärten zu füllen
Die Lust wird von Eidechsenzungen gedämmt, zur Brustgröße schwill’n die Papillen …
Ja, wer sich zu einer Reise entschließt, ist im besten Fall völlig verschwunden
Sobald dann daheim das Genießen verwaist, soll uns die Erinnerung munden!
In den Vororten und zweite-Reihe-Hausreihen
Hockt die Folklorefreiheit Afrikas
Freundlich auf dickfleischigkrautigem Gras
Doch sie kann die Exotik nicht gänzlich entweihen
Immer schwänzt eine Palme, ein Dickicht
Das keiner Gartenwelt Halmung entspricht
Hier sind das Cruisen, die Bässe noch warm vom Versuch
Hier wird niemand die Scheinwerfer blenden
Ist das Eiland ein einig „Ich kenn’n den!“
Alle Globalisierung bleibt ein fremder Geruch
Lehrt das Leid, nicht zuviel zu erwarten
Harkt die Zeit die Option
Zwischen „noch nicht“ und „schon“
Und die Sprache in Reinform trägt noch immer Melone
Sie wirkt wie in tausend Krawatten gesteckt
Pfeift auf alle Blasiertheit – doch tut’s auch nicht ohne
Das Restweltparlieren scheint hilflos verdreckt
Nie emporte sich jemals ein Rückgrat so aufrecht
Kein Königreich führten mehr Fährten zum Wort
Doch im hintersten Kneipenraum gibt man sich rauf-echt
Und stampft über manch Pietäten hinfort