Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Dornbirnchen hat nur eine Nacht geschlafen
Und das nach ihres Prinzen unzähligen Küssen!
Ich erwähn’s nur, damit Sie bei Märchenbedarfen
Nicht immer so mainstreamig auswählen müssen …
Das Schwäbeln attackiert meine Misanthropie
Es martert den fleischigen Schmelz meiner Ohren
Die Impertinenz dieser Sprachmelodie
Klingt niedlichkeitssauer, im Kleingeist gegoren
Man schnattert sich sein Dorfsein gut
Im Schatten von Furor und Wut
Doch ich möchte verletzen, vergrätzen, verstören
Nicht immerfort dessen Negierungle hören
Ha noi, du abscheulichstes Buttercremeschwätzen
Du zwingst uns zum Kinderlaternenzerfetzen!
Darum geht’s vielleicht auch – wirkt das Schwäbeln doch wie
Ein Stochern im Ofen der Misanthropie
So drängt man die Welt zu Zerstörung und Leid …
Bedichte ich euch Knödelein
Schleicht immer sich ein Dödel rein
Der Schleimspucker scheint – ob kompakt oder länglich
Als Reim auf euch wohl unumgänglich
Und der würd‘ alles schier verderben
So muss der Plan des Verses sterben
Wie gern ich auch euch Knödel preise
Echt nich auf so ’ne blöde Weise!
Der vermutlich sauberste Konzertsaalboden der Welt. In München, natürlich.
Überzeugt
Wir sind im Hier nicht zum Vergnügen
Dem sollten sich auch unsre Mundwinkel fügen
Wir wollen den Mindestansprüchen genügen
Polieren Gewissen mit Bissen und Rügen
„Erlaubt mir, Durchlaucht, Eure Lippen zu küssen!“
(Mich deuchte, da vorher mal fragen zu müssen …)
Im Rouge ihrer Scham fand sie zögernd den Mut
Sie fuhr sich gespannt durch das Haar und sprach: „Gut,
Dies sei Euch gewährt:
Wir vereinen die Münder für zwei, drei Sekunden!
Es scheint zwar verkehrt, doch den Irrtum wohl wert
Denn im wohligen Schauder soll vieles gesunden.“
Irritiert starrt‘ ich nun auf den wartenden Mund, denn:
„Sorry, ich meinte die Lippen da unten!“