Von wegen Kannibalismus
Nun ist der Kannibalismus ja nicht per se schlecht –
Man nehme zum Beispiel die Eucharistie!
Wie „Blut und Leib Christi sind da ja nicht echt!“?
Solch Zweifelbereitschaft ist fast Blasphemie …
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Von wegen Kannibalismus
Nun ist der Kannibalismus ja nicht per se schlecht –
Man nehme zum Beispiel die Eucharistie!
Wie „Blut und Leib Christi sind da ja nicht echt!“?
Solch Zweifelbereitschaft ist fast Blasphemie …

Die Gilde der Ugandischen Märtyrer
All das Sterben ist ne Strafe Gottes
Und Aids die Klinge des Schafottes,
Aber wir als belesene Messe-Kadetten
Werd’n eure besessenen Seelen erretten!
Ab ins Virengeseuch diabolischer Mächte
Führt uns unser Kreuzzug und Gott, der Gerechte!
Ferne Dörfer soll’n nun in Kaskaden
Von Weihwasser und Gospel baden!
Es ist Aids das Werk kannibalistischer Hexen –
Die müssen den Trog der Verantwortung exen,
Bis aus höhnenden Körpern die Stigmata schäumen,
Wenn gottlose Bestien das Feld dröhnend räumen!
Unser Kruzifix sagt: Die führ’n Gutes im Schilde.
Ihre ugandische Märtyrergilde

Hexenjagd
Da kreucht es flink im Hexennest –
Ein sattes Glied entsetzt!
Der Inquisitor bebt und bellt,
Das Schlüpferchen benetzt,
Wenn Phantasie mit kühnstem Strich
Verpeinlicht das Befragen,
Dass schlimmster Ahn bestätigt sich –
Kaum lässt es sich ertragen! –
Doch da wir schon so tief gebohrt:
Wie deep drang JENER ein?
Enthemmt ergießt sich Wort auf Wort,
Erlöst von all der Pein.
Ein Stigma ist ein hohler Schlund,
Den Eifernde verfüllen.
Es braucht dazu nicht viel an Grund,
Nur unbeürrten Wüllen!

Mit Verdächtigen beschäftigen
Was hat denn das früh’re Modell eines Affen
Nun plötzlich mit all den Rebellen zu schaffen?!
Da dein Selbstbild spricht hehr von Kulturtranskription,
Geht das Fremdbild doch eher in Richtung Spion.

Holy Spirit Mobile Forces
Oh, durch diesen Krieg müssen die Geister uns lenken!
Denn die Siegchance der irdischen Leben
Offeriert doch zu viele plausible Bedenken
Gegen’s Stöcke und Steine Erheben.
Wenn die Unsittlichkeit dieses Staats dich zerfrisst,
Komm zur Holy Spirit Mobile Armee,
Wo der Oberbefehlshaber ein Medium ist,
Stets auf Empfang gottgewollter Idee!
Ein Kommandoschrei reicht in die Sphären der Predigt:
Unser Glaube kann Berge versetzen!
Schon gewähren wir – montaner Deckung entledigt –
Den Regierungstrupps uns zu zerfetzen.

Uganda
Staatsstreich, Terror, Bürgerkrieg,
Korruption und Militär –
Auf Parade folgt Replik
Und macht alles hin. Und her.

Klassentreffen
Fürs gemütliche Treffen unter alten Kollegen
Trieb die Welt uns recht weit vom Zurück.
Ein paar Bojen umdümpeln noch unser Deswegen
Für ein kurz zu sich findendes Glück.
Es tat gut, sich nach all der Zeit mal zu seh’n!
Und war das Weswegen auch nicht zu versteh’n –
Wir standen im einstgen Verständnis uns nah.
Und mit uns posierte fürs Foto ein Da.

Zum Ergründen von Schatten
Ein Schatten ist Teil der sozialen Person,
Der sich nachts von dir löst, um den Traum zu erkunden,
Nach dem Tod sich erhellt zum verbleibenden Klon –
Nur die Achtsamkeit schützt ihn vor Wunden!
Quintessenz:
Soll die Integration in der Fremde gelingen,
Beachte die Extremitäten –
Um über den eigenen Schatten zu springen,
Ohne auf andre zu treten!

Es war in Schöneberg
… im Monat Mai:
Und wieder spielt Musike,
Und wieder ist es Mai.
Oh Schöneberg, oh Schöneberg,
Du sagst zu uns: Wir zwei.
… im Monat Juni:
Du immer noch so schnieke,
Dein Partner schwärmt: „Ja mei.“
Oh Schöneberg, oh Schöneberg,
Ob ich Dir je verzeih‘?

Haben Se’n Schatten, oder wat?!
Entschuld’jen Se bitte ma, wat soll hier datt ’n?
Se steh’n da jrad feistfüßig uff meenen Schatten!
Mag sein, ditt is da, wo Se herkomm so üblich –
Vom Punkt Kultiviertheit fänd ick’s ja betrüblich –
In Kenia, je’nfallz, jilt: Respekt vor die andern!
Bedeutet: Person nebst Silwette umwandern!
Hier bremsen vom Anstand errichtete Ampeln
Den Frevel, auf andrerleuts Seele zu trampeln!
So, lernt ditt jefällichst ma, Fehltrittchaoten:
Im Schatten steht imma „Betreten vaboten“!
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