Von Hammeln in Hameln
Wer mit ’nem Hänger Rattanmöbel
querfeldein durch Hameln fährt
die Rattenfängergassen ratternd
grad, wie es einem einfällt, quert
Dem rate wer:
Es hat die Stadt
euch Rattanhängerfahrer satt!
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten
Gedichte, in denen es um Fahr- und Flugzeuge geht!

Von Hammeln in Hameln
Wer mit ’nem Hänger Rattanmöbel
querfeldein durch Hameln fährt
die Rattenfängergassen ratternd
grad, wie es einem einfällt, quert
Dem rate wer:
Es hat die Stadt
euch Rattanhängerfahrer satt!

Tourblues
Und immer wieder Züge.
Die kenn‘ ich zur Genüge.
Hannover, Mannheim, Kassel, Köln –
Die oft durchhetzten Umstieghöll’n
Sind mir bekannt.
Das ganze Land
Verwässert sich im Wiederhol’n.
Da raunt’s in mir: Bleibt mir gestohl’n!
Als wenn ich’s nicht ertrüge:
Das Wiederhol’n. Und Züge.

In Zug
Recht zeitig bin ich zugestiegen
Um rechtzeitig den Zug zu griegen
Ja, seit ich zeitlich weise plane
Reis‘ ich mit der Eisenbahne
Dank GA sehr angenehm
Bin auch heute recht bequem
(die Verspätung ausgenommen)
In Zug im Zug zum Zug gekommen
Das „GA“ entspricht der Bahncard 100 der Deutschen Bahn

Nadelöhr der Anglikanischen Kirche
Patam! Pappatann! schallt Londons U-Bahn –
Kann man dann dort denn nie in Ruh‘ fahr’n?
„Herr, bedeutet Fortbewegung
Hier jed‘ Wort Hinfortzerfegung?!“
„Was? Ich hab Dich nicht verstanden!?“
This is how it goes in London …

Nicht gern geseh’n …
… in der District-Line
Ständig „Miststück!“ schrei’n
In der Jubilee-Line
Einen Bubbletea spei’n
In der Bakerloo-Line
Nochmals Bubbletea spei’n
Wer solche Zeichen setzen muss
Der nimmt doch besser gleich den Bus!

Maß und Zügel
„Zügellos!“, log’s im Berichte,
„Zog der Zögling an der Zichte.“
Derweil fuhr’n vom Bahnhof bloß
Fahrplanmäßig Züge los

Sendlinger Underground – Dots and Stripes.
Langeweile ist … was man draus macht
Ich begab mich in die U-Bahn
Fuhr damit gar bis Gabun
Weil die Kneipen hier schon zu war’n
Und ich hab grad nix zu tun

Menschen am Fluss
Und alle haben hier ein Boot
Zumindest im Gedanken
Poetisch preist der Entenkot
Die Ahnen, die ertranken
Und immer fährt wer weit hinaus
Um irgend Glück zu finden
Und lässt zurück ein leeres Haus
Um das die Wellen winden
Das Beobachten ist uns als Wesenszug eigen
Wir verfolgen die Pegel bei Regenguss
Halten Ausschau danach, welche Schiffe sich zeigen
Nur so bleibt man einer der Menschen am Fluss

Wem man so alles beim Spazieren begegnet.
Unverziehenes
„Racoon! Racoon!“ kräht
Und warnt der Hahn
Leider ein Huhn zu spät …
So wie du, Deutsche Bahn!

Prowinz
Die wenigsten Autos fahr’n abends umher
Und die wissen auch nicht, warum
Ein Mindestmaß an Stadtverkehr –
Das muss wohl sein – Brummbrumm!
Die wenigsten Menschen sind jetzt noch zu seh’n
Und die wissen auch nicht, wohin
Und wenn niemand hinsieht, dann bleiben sie steh’n
Und wispern: „Macht eh keinen Sinn …!“
Fast jede Uhr lügt, es sei grad erst halb sieben
Ich fühl mich wie von einem Jetlag zerrieben
Will wenigstens noch’n Gedicht drüber schreiben
Doch dann sag ich sachte mir: Komm, lass es bleiben!
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