Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

Erde

Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Rüttenscheid & das hundertachtundzwanzigste Gedicht

    Theklastraße

    Vorm Auftritt in Essen noch einmal dem Hause Klötgen Rüttenscheid einen Besuch abgestattet und an meiner alten Wohnungstür (1993-1998) vorbei gehuscht.

    Ware Wohnung

    Hier das war mal meine Wohnung
    Und auf mal liegt die Betonung
    Weil die Zeit nie mehr vergisst
    Dass ein War für ewig ist


  • Graues Helsinki & das hunderteinundzwanzigste Gedicht

    Wie gesagt, grau war der Tag.

    Grau

    Kein Grau ist so grau wie das Grau jenes Tages:
    An dem Tag nach dem Tag, da man glaubte
    Es würd‘ schon wieder sommerlich

    Am neu empfundenen Sonnenschein lag es
    Dass solche Hoffnung hoch man schraubte
    Doch so schnell kommt der Sommer nich‘

    Wie jedes Jahr keinerlei Zuwachs an Schläue
    Nur weitere Tiefe am Maßband für Gräue


  • Drei Monate & das hundertundfünfzehnte Gedicht

    Wald Marienbad

    Drei Monate der Abschiedstour sind rum. Bleiben noch neun Monate und keinerlei Gründe zur Trauer.

    Drei von zwölf

    Für nur ein Viertel Abschied vergieß ich keine Träne
    Fünfundzwanzig Prozent? Also, … nee!
    Is‘ nich ma ein Drittel, errechne ich, gähne
    Das dauert noch viel, viel zu lang, eh ich geh
    Es zieht sich und zieht sich – wie ein Stalaktit, ich
    Habe den Eindruck, es geht nicht vorbei
    Die Hälfte der Hälfte – dann noch mal das selbe
    Die Restzeit vergärt schon zur „Tschüss!“-Narretei

    Und ist die erst geschluckt, kau ich weiter hier, gähne
    Dann ist mir der Abschied doch längstens vertraut
    So lasse – wie heute – ich ab von der Träne
    Sei das Häuschen am Wasser für andre gebaut

    Es fällt ein Abschied uns fast leicht
    Wenn trotz der Zeit
    Die Endlichkeit
    Nie vollends der Bewusstheit weicht


  • Leaving Amsterdam & das hundertundsiebte Gedicht

    Amsterdam

    Der Zeitplan drängt und man lässt überall halb erledigte Städte zurück. Was man nicht alles nicht schaffen kann …

    Das Ungeschriebene

    Im Keller der Versagerträume
    Stieß ich heut auf Lagerräume
    Dort steckt das Verbliebene
    Von mir Ungeschriebene

    Du musst bereit sein
    Diese Lager zu räumen
    Teil dir die Zeit ein
    Und hör auf zu träumen


  • Düsseldorf & das hundertunderste Gedicht

    Zakk Poesieschlacht

    Unterwegs. Wie. Immer.

    Unfrei unterwegs

    Bin nur abends an Orten
    Und tags auf dem Gleise
    Mit anderen Worten:
    Versklavt an die Reise


  • Aarebrücke & das sechsundachtzigste Gedicht

    Aarebrücke Olten

    Auf dem Weg zur Schützi Olten. Der Fluss summt Simon & Garfunkel.

    Bridge, trouble, water

    Was weiß denn das Wasser vom Trouble der Brücke?
    Vom zähen Verankern auf beiderlei Seiten
    Vom Dinge Verbinden, vom Schließen der Lücke
    Vom Menschen zu anderen Ufern Geleiten

    Selbst massiges Gleiten
    So stur wie bedächtig
    Strömt es durch die Zeiten
    Und glaubt, es sei mächtig


  • Tourblues & das vierundachtzigste Gedicht

    Isarauen

    Und schon wieder auf Achse. Beim Aufbruch schon Heimweh. Na, Gottseidank geht’s in die immer vergnüglich stimmende Schweiz – das mag uns Gedichte folgender Strickart ersparen (die nach der Strickart Zwei zufällig ausgewählte Anfangszeilen weiterschreiben im Dienstagsslammer Workshop aus mir purzelten):

    Die Dahlien 2.0

    Immer, wenn die Dahlien blüh’n
    So spät im Jahr noch frisches Grün
    Blick‘ ich verdutzt
    Aufs schlecht genutz-
    te, nun schon fast vergang’ne Jahr
    Und frag‘ mich, ob es nicht vielleicht
    Nicht jetzt erst, da die Zeit mir weicht

    Von Anbeginn verloren war


  • Wartburg & das neunundsiebzigste Gedicht

    Pflichtprogramm Eisenach: Einmal zur Wartburg hoch. Die Ursprungsslamlocation.

    Die Sehnsucht der Steine

    Eh die Wartburg Burg ward, war sie
    Unbehauner Fels und quasi
    Wie der Berg, den sie heut krönt

    Manches Werden wird bestöhnt:
    „Was soll das Gewese? Ich hab doch das Meine!“

    Sieh dein Mühsal als Dienst für
    Die Sehnsucht der Steine

    Anmerkung zum Genus: Heute wird Mühsal nur noch als Femininum verwendet, früher konnte Mühsal indessen auch ein Neutrum sein.


  • Rathen-Wehlen & das sechsundsiebzigste Gedicht

    Bahnhof Stadt Wehlen

    Irgendwo zwischen Rathen und Wehlen geschrieben, mit Schlamm am Schuh und Blick auf das Elbsandsteingebirge. Am Bahnhof Stadt Wehlen fotografiert, Selfie 2.0.

    Wild West

    Hier liegt die Prärie meiner Inspirationen
    Ich weiß, dass da tausend Gedichte drin wohnen
    Doch manchmal ist’s so, dass – zu meinem Bedauern
    Ihn’n all meine Worte vergeblich auflauern

    Du fragst, ob an solch‘ Waidmannsleid ich mich störe?

    Das gleitende Schreiten der Dichter-Flaneure
    Zieht auch im leeren Schritt und Tritt
    Sich stets ein Bild der Wildnis mit


  • Albertplatz & das vierundsiebzigste Gedicht

    Dresden Kästner-Museum

    Beim x-ten Dresden-Aufenthalt immer noch keinen Besuch des Kästner-Museums am Albertplatz eingebunden. Aber der Skulptur mit dem Zitat aus „Als ich kleiner Junge war“ einen kurzen Besuch abgestattet.

    Als ich ein kleiner Junge war

    Als ich ein kleiner Junge war
    Hab ich selbiges Buch Erich Kästners gelesen
    Der war zwar selbst schon nicht mehr da
    Und ist dennoch mir irgendwie nahe gewesen

    Solltest du, Bub, im Papier mal verweilen
    Da ich längst geworfen vom Rappen der Zeit
    Schnapp dir die Zügel der passendsten Zeilen
    Gib Spuren die Sporen, blick vorwärts und reit!


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