Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
In den Fußschweißhöhlen der Heavy User
Schwillt die lodernde Masse verlorener Zeit
Der Teigrand im Pizzakarton zischelt: „Loser!“
Und ständig scheint wer für zu wenig bereit
Doch was A nicht vollbracht‘, wird auch C nicht vollenden
Verkürzt man’s auch zur Kleinigkeit
Schon längst glitt der Schlachtplan aus unseren Händen
Es findet nur Ruh, wer sich selber verzeiht …
Noch brennt uns der Sommer ins Narkosement
Doch wir können das Wetter nicht halten
Nur loses Gewölk bandagiert den Verstand
Der Blick in die Sonne wirft Falten
Es sei unsre Welt seit Äonen geheilt
Heißt feist uns der Trägheit Versprechen
Der Nachschub wird uns in den Mund abgeseilt
Wen scheren da künft’ge Gebrechen?
Noch dümpelt der Zweifel von nirgendwo her
Es zerdrückt ihn die Schwere der Hitze
Wir fläzen uns bäuchlings zum Durchgangsverkehr
Verarbeiten all das Geschwitze
Die Sonne brennt uns in narkotisches Glück
Als vergäße die Welt sich zu drehen
Die Temperatur findet immer zurück
Und bleibt gern an Nullpunkten stehen
„Wir räumen das später weg“, wurde gedacht
Doch dann wurde sehr zeitig gestorben
Von Tätern erträumt, steht das „Wird noch gemacht“
Vor dem Tor der Geschichte
Und im Fort der Gedichte
Und fühlt sich wie weiters umworben
Wir kamen nicht nur viel zu spät zu dem Fest
Wir waren noch nicht einmal da
Uns tarnte die eigne Präsenz nur zum Test
Wie alles, was löschenswert war
Die Einladung quillt wie kopiert durchs Revers
Ich könnt ihre Anzahl nicht schätzen
Du nimmst, sag ich mir, einfach alles zu schwer!
Doch vieles scheint leicht zu ersetzen
Wir sehn uns – nach allem – noch immer im Recht
Und errechneten schon unsre Zinsen
Wir hielten die Haltung in diesem Geflecht
Wir bunkerten Gründe zu grinsen
Zu diesem Thema sagte schon
Der Forscher David Livingstone
Begeistert schöne Worte
Nun sehe ich vor Orte:
Es stürmt aus des Sambesi Regen
In einem fort hervor die Gischt
Erfrischt die Welt mit forschem Segen
Derweil sie stumm nach Worten fischt
Und als Sprachloser steh ich vorm tosenden Toben
Und wünschte, ich könnt‘ es wie Livingstone loben