Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

Erde

Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Seeshauptufer & das eintausendsechshunderteinundsiebzigste Gedicht

    Verschneites Ufer bei Seeshaupt am Starnberger See

    Vierte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Angst vor dem weißen Blatt, Discounter, Kratzbäume, Joggende, Porzellanservices und atomare Endlagerung.

    Discounter & Mängel

    Du magst sie miesgelaunt gern dissen,
    Doch ich würd die Discounter missen,
    Durch die manch Kontoeingangsflaute
    Ich umstandslos wie satt verdaute.

    Mich labten Sonderangebote
    Ganz ohne ne besondre Note.
    Nur

    In die Mangel, der’n „der“-Pendant ich so entkommen,
    Werden reziprok die Lieferanten genommen.
    Drum nährt sich der Plan, nochmals umzuentscheiden,
    Eröffnen sich mir wieder weitere Weiden.


  • Münchner Original & das eintausendsechshundertneunundsechzigste Gedicht

    Statue "Der Ring" von Mauro Staccioli

    Die Originale

    Aus der milchgesichtigfahlen Masse
    Ragen sie wie Alhambren empor.
    Es strahlt ihr Charakter im stillen Geprasse,
    Es ist ihre Gegenwart reiner Komfort.

    Sie umschillert die lässigste Würde
    Und versagt ihrem Einfluss den Tusch.
    Kein Geltungsbedürfnis befällt sie als Bürde,
    Weil ihr Selbst so verständlich ist, ganz ohne Pfusch.

    Im Überhast nannt ich uns Geistesverwandte,
    Doch bin nur ein Mensch, der das Original kannte.


  • Bachspiegel & das eintausendsechshundertsiebenundsechzigste Gedicht

    Spiegelnde Bäume im Eiskanal im Englischen Garten

    Die Olivers

    Ein ungepflegtes Freundschaftsband
    Baumelt unehrenhaft über Leere –
    Wie schnell nach dem Stimmbruch der Wortbruch stattfand,
    Wie entleert unsre Blutsbrüderehre!

    Wir hätte um Alles dagegen gewettet,
    Dass unser unbeugsamer Anstand nicht rettet,
    Was uns so gesetzlos verband.

    Doch war es im Endeffekt logisch zu glauben,
    Die Hektik der Jugend wog, es zu erlauben,
    Dass man sich des Netzsogs entwand.


  • Wolfsschlucht & das eintausendsechshundertfünfundsechzigste Gedicht

    In der Wolfsschlucht / Starzenbach Schlucht zwishen Feldafing undi Possenhofen

    Kalte Gedanken

    Kann den Winter ja immer noch lieben,
    Obschon sein Beginn schmerzhaft schwermütig macht,
    Und ganz gleich auch, wie schlimm er’s getrieben –
    Der Rest der Tonsur schwindet uneitel sacht.

    Doch droht mir ein Dasein, da ich wohl gewillt
    Bin, immer zu schrei’n, dass der Winter mich killt!
    Bisher ist sein Zorn mir erträglich geblieben
    Und mir’s manchmal möglich, den Winter zu lieben.


  • Neuschwanstein & das eintausendsechshundertachtundfünfzigste Gedicht

    Blick auf Neuschwanstein

    Dritte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Steuererklärung, die Abstammung vom Affen, Wim Thoelke, das Grend Kulturzentrum, Rot-Weiss Essen, Bierbrauen, Steingärten, Mütter und Tanz/Gymnastik.

    Heimspielstadion

    Konzertsaalbühne, Seiteneingang –
    Etliche Male schlich ich mich dort lang
    Und verwurzelte hier all mein Bühnen-Bestehen,
    Um stets nach bekannten Gesichtern zu sehen.

    Ich hab imposantere Säle besehen,
    Ließ mich in entferntesten Ländern verstehen,
    Doch der Schritt in das Spotlight kennt das „Hier geht es lang!“
    Vom Grendpfahl zu Steele, vom Seiteneingang.


  • Der heilige Franziskus & das eintausendsechshundertfünfzigste Gedicht

    Bei den Werkstätten vom Herrgottschnitzer von Unterammergau

    Altenresidenz

    Immer fröhlicher grüßt dich die Einsamkeit
    Und ein weitres Loch klafft in dein Denken,
    Durchhallt vom ironischen „Allzeit bereit!“ –
    Es ist eklatant leicht, dich zu kränken.

    Zum Ende sind all deine Taten ergraut
    Und die besten der Schiffe gesunken.
    Aufs Glück wird ausschließlich zurück noch geschaut –
    Und ich rat dir, Freund, tu es betrunken!


  • Altes Holz & das eintausendsechshundertachtundvierzigste Gedicht

    Auf der Roter Bichl Runde in Unterammergau

    Ungestüm auf Heimaturlaub

    Was ich jetzt neu für mich entdeck,
    Sind richtig alte Sachen.
    Ich musst wohl erst mit frisch geweck-
    Ter Lässigkeit sie machen.

    Was ich für mich ad acta leg,
    Sind mehr so Hot-Shit-Dinge.
    Gefällt mir der Geh-nicht-mit-Weg,
    Die Welt, in die ich dringe?

    Was ich für mich bewahren werd,
    Ist: über nichts zu stehen.
    Ich lach das Lachen der Gefähr-
    Ten, die das nicht mehr sehen.


  • Roter Bichl & das eintausendsechshundertsechsundvierzigste Gedicht

    Auf der Roter Bichl Runde in Unterammergau

    Lockdownverlotterung

    Ich gebäre in einem fort Nachlässigkeiten,
    Die sitzen jetzt mit mir zu Tisch,
    Nicht anmaßend hungrig, nur störrisch beizeiten,
    Sobald ich nach Einlagen fisch.
    Gern behaupte ich, mich nicht mehr selbst zu erkennen,
    Als vermisst ich verlorenen Stil.
    Wenn wir jetzt Relevantes vom Nötigen trennen,
    Ist das, was uns bleibt, ohne Ziel.


  • Bernrieder Seeufer & das eintausendsechshundertvierzigste Gedicht

    Das Starnberger Seeufer im Bernrieder Park

    Zweite Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Heinzelmännchen, Zustand zwischen Schlaf und Wachsein, Carmina Burana, Glückspilze, Vampire, Energetische Gebäudesanierung, Gewissheit des Todes, Gutes Reimen, Frischluft, Griechenland und Vernichtung der Menschheit.

    Ein gewisser Tod

    Es wartet auf mich vor dem Hauseingang
    Seit immerschonimmer ein schwarzes Loch.

    Einst ging ich nur ungerührt seitlich entlang
    Auch Drüberzuhüpfen war easy und doch
    Es wuchs stetig heran, grad in jüngerer Zeit
    Und sein Radiusrachen ward unbequem weit
    Den Sprung aus der Tür wag ich lang schon nicht mehr
    (der Schlundumfang reicht seit zig Jahren für zwei)
    Ich schleich mit Bedacht an der Wand mich vorbei
    Und steh auf der Straße als älterer Herr
    Der markiert sich ’nen weiteren Ausreißerstrich.

    Doch es gibt dieses Loch. Und es wartet auf mich.


  • Bernriedview & das eintausendsechshundertsiebenunddreißigste Gedicht

    Blick von Bernried gen Neusee

    Zweite Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Heinzelmännchen, Zustand zwischen Schlaf und Wachsein, Carmina Burana, Glückspilze, Vampire, Energetische Gebäudesanierung, Gewissheit des Todes, Gutes Reimen, Frischluft, Griechenland und Vernichtung der Menschheit.

    Glückspilz

    Ich fürchte schon, anderen Unglück zu bringen –
    Verbrauch ich doch selbst zu viel Glück.
    Ich scheine den Most aus dem Osten zu wringen,
    Wenn ich mich gen Westen nur bück.
    Ich sah ja die Besten der Nachbarn verderben –
    Zuhauf konnte ich ihre Hoffnungen erben.

    Und Stück für Stück drücken sich meine Lamellen
    Ins Glück all der Doppelhaushälftenparzellen.

    Ich werde mich flechtenhaft weiter verbreiten,
    Bis dass die Böden ausgelaugt.
    Auch fortan wird mich Miss Fortuna begleiten,
    Von meinem Myzel angesaugt.
    Ist erst der ermüdende Süden verlassen,
    Zieh ich aus dem Norden mir Orden in Massen.

    Ein Stückchen vom Glück willst auch du erfleh’n? Wehe,
    Es ist dies Pilz‘ Sporenflor in deiner Nähe!


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