Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Intro zu „Hier ruht unsre viel zu früh von uns geschiedene Dorothee-Cosima“ Weitere Teile des Großgedichts: Der Anblick, Die Ansprache, Die Anmaßung
Dass ich nach einem müden Leben
Nun hier vor Ihrem Grabstein steh –
Oh, Cosima! Oh, Dorothee! –
Lost mich zu den Gewinnern.
Doch lost bin ich im Innern, ja –
Oh, Dorothee! Oh, Cosima! –
Verdammt mich zu erinnern,
Dass einstmals sich Götter und Engel erbarmten,
Mich einzugruppier’n mit der Doppelbenamten –
Die Begegnung mit Dorothee-Cosima
Kam meiner Einfalt Segnung nah!
Zwar hab ich erst grad dir zum Abschied gewunken, –
Doch du weißt, ich bin immer noch dort.
Scheint auch unsre Welt in die Tiefe gesunken, –
Uns bleibt ein verlässlicher Ort.
Ist ein dreckiger Tisch nur ein Muster der Dinge,
Die ich früher verachtete, maßlos, als hinge
Ich einzig daran, dass hier Maßstäbe gelten
Als ewig in stetig sich wandelnden Welten?
Denn randlos gespannt überwachen die Weiten
Des spannungsarm Wahren die Unmöglichkeiten.
Schon erspäh ich ein von mir Behasstes,
Nie vorbehaltlos Angefasstes,
Im Schoße recht geschätzter Leute –
Was, auch wenn ich mir’s schadlos deute,
Mir meines Urteils Schärfe nimmt,
Wie aufgelöst im Unbestimmt.
Ein Kosmos fremder Sympathien
Bewegt sich ins Entfalten.
Oft straft die Zeit als unverzieh’n,
Am Alten festzuhalten.
Und London ist nach all den Jahr’n hier stetig Stadt geblieben,
Nur wir hab’n unsre Zeit nach Dort dann andernorts vertrieben –
Und die will in Gesichtern sich nun sichtbarstens entfalten.
Die Städte sind noch immer ganz und wir jetzt auch: die Alten.