Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

Erde

Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Küstenlinie & das zweitausendvierhundertachtunddreißigste Gedicht

    Varadero Beach

    Theoretisch abstürzen

    Wie viele juveniler Räusche
    Hab ich nach Dammbruch ausgekotzt?
    Achtzig (wenn ich mich nicht täusche) –
    Wild aus Aug und Maul gerotzt.

    Nicht brutal oft, auch nicht wenig,
    Und höchst selten gilt: Ich sehn mich
    Nach der Zeit zurück – der Non-Stops,
    Jägermeisterrunden, Headshots,
    Einspritzer im Trinkspielwahn,
    Konterbier im Mittagstran … –
    Da ich mich der Sechzig näh’re
    und mir gruselt jetzt, ich wäre
    Nochmals so vom Rausch gepfählt.

    Hab drum vieles abgewählt.

    Doch ich spür nun, auch ohne ins Tun zu versinken:
    Heute ist so ein Tag, hey, zum richtig Betrinken!

    Alle Rechte bei Ute Kratzer, die das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2024 erstanden hat.


  • Poolsnack & das zweitausendvierhundertsechsunddreißigste Gedicht

    Antillengrackel mit Beute

    Pro Probieren

    Mein verpanikter Blick in Speisekarten
    Flickt sich zäh sein Menu. Wie lang wird der Wirt warten?
    Immer gibt es dort Worte, die mir nicht bekannt,
    Ich berechne die Werte, die rechts lauernd am Rand –
    All das drängelt in meine Entscheidung mit rein,
    Bis zur drohenden Frage: „Was darf’s denn dann sein?“

    Das Spielfeld zu groß und die Felder zu zahlreich –
    Den Einsatz verlier’n durch die flascheste Wahl? Leich-
    ter wär’s mit der Einsicht, dass man noch entdeckt

    Und nicht vorab wissen kann, was uns noch schmeckt.


  • Böig auffrischend & das zweitausendvierhundertfünfunddreißigste Gedicht

    Varadero Beach nach stürmischer Nacht

    Kurzode an das Langzeitgedächtnis

    Wenig lässt sich wiederholen,
    Vieles lässt man besser ruh’n.

    Vieles lässt sich wieder holen,
    Wenig lässt dich besser ruh’n.


  • Traumstrandsaum & das zweitausendvierhundertneunundzwanzigste Gedicht

    Varadero Beach

    22.04.2024

    Bin ein gefühltes Meilenweit azurnen Sand durchwatet.
    Der Schöpfer frug: „Dies Traumstranddings – war’s das, um das ihr batet?“.

    Ein Schwarm von Schwärmen Kleinerfisch eröffnet sich als Pforte.
    Die Sonne strahlte willenlos. Ihr fehlten auch die Worte,

    Da ich im steten Storchengang die Meile abgeschritten.
    Die Euphorie im Höchstform. Nur die Pelle hat gelitten.

    Fast hüfthoch hat das Wasser mich fast samtenweich verschlungen.

    Und ein beseelter Evergreen hat tief in mir gesungen.


  • Blick von der Liege & das zweitausendvierhundertzwanzigste Gedicht

    DSC08298

    Die nutzlose Zeit

    Du köstlich verstreichende nutzlose Zeit,
    Ich winke dir vom Pool-Rand zu!
    Gern wär ich zu reicherem Output bereit,
    Doch saug vom Honig deiner Ruh.

    Ich lasse meine Blicke schweifen,
    Ohne meinen Kopf zu dreh’n.
    Reizt’s mich Geseh’nes zu begreifen,
    Ist eig’ntlich schon zuviel gescheh’n.

    Wo immer Schönheiten mich streifen,
    Ruf scheu ein Schaudern ich hervor,
    Mit Reizes Flut mich einzuseifen –
    Das pflegt die Zeit, die ich verlor.

    Es zählt kein Tag, wo sonst schon Stunden
    Im Zerrbild der Bedeutsamkeit
    Sich aufgebläht. Lass dich erkunden,

    Du kostbare, streichzarte, nutzlose Zeit!

    Alle Rechte bei Markus Berg, der das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2024 erstanden hat.


  • Sundowner & das zweitausendvierhundertneunzehnte Gedicht

    Sonnenuntergang Varadero

    Wie der Wind

    Wie der Wind plötzlich auffrischt, wenn die Sonne versinkt –
    So, als hätt‘ er sich erst nicht getraut.
    Nun erkühnend, zu instruier’n, was uns die Nacht bringt
    Wie ein altkluger Halbastronaut.

    Der Sonne Versinken besiegelt stets Abschied
    Und gewolltsam begrüßt man die Nacht.

    Doch wenn man die Stunden der Dunkelheit abzieht,
    Verbleibt uns ein Plus heller Macht.

    Alle Rechte bei Tom Droste, der das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2024 erstanden hat.


  • Light winds & das zweitausendvierhundertfünfzehnte Gedicht

    Varadero Beach, Valle 62

    Als würde ich

    Als würde ich tatsächlich etwas verpassen,
    Entschüd ich mich, dieses heut bleiben zu lassen
    Und jenes auf irgendein Wann zu verschieben.
    Als güb‘s letzte Chancen, die mir noch geblieben.

    Als würd irgendwann irgendwen interessieren,
    Welch Dinge mir heute halt nicht mehr passieren.

    Aber ich bleibe hektisch und nehm alles mit,
    Als gült‘s, etwas langfristig doch zu vermissen.
    Zwar müde, doch unbeirrt geh ich den Schritt –

    Als würde ich‘s nicht wissen.

    Alle Rechte bei Frauke Gnadl, die das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2024 von mir gekauft hat.


  • Blütenspätlese & das zweitausendvierhundertdreizehnte Gedicht

    Tulpen im Botanischen Garten München

    Neue Begleitmusik

    In einem Restaurant mit Punkmusik gediegen zu speisen –
    Ich will nie wieder sagen, nichts hätt‘ sich bewegt!
    Ja, mag sein: Auf uns nicht tief bewegende Weisen –
    Dennoch wird Nicht-Erwartbares längstens gepflegt.

    Und die Welt trägt Tattoos , färbt sich wild ihre Haare,
    Tippelt Schritte, die ich Tolldreister niemals gewagt!
    Ich seh‘s aus dem Sumpf altvergangener Jahre,
    Verstreue mein „Ich hab‘s ja immer gesagt!“.

    Aber nirgends heißt‘s: „Interessant, lass ma hören!“ –
    Unsre früheren Kämpfe, sie bleiben perdu.
    Wir wollten einst, können heute: nur stören.

    Habe fertig gegessen. War sehr gut. Und nü?


  • Dachgold & das zweitausendvierhundertachte Gedicht

    CFD3C8BB-F188-4262-919A-C840D090376B

    Auf Wiedersehen

    Ich habe mich in dieser Stadt hier vergessen,

    Weiß nicht mehr, wie sich einstmals ein Weg von mir lief,
    Muss neubeginnnah mit dem Rinnstein mich messen,
    Mit jeder Berechnung lieg ich chronisch schief.

    Aber hat mich nicht grade ein Wissen gestriffen?
    Hab ich mich hier vorschnell als nutzlos begriffen?
    Lässt sich dort ein Anhaltspunkt wiederverknüpfen?
    Werd folglich ich unbeschwert alles durchhüpfen?

    Nein, den Weg zu dem Glück, das mich einst hier enthemmt,
    Find ich nicht mehr zurück. Und die Stadt bleibt. Mir fremd.


  • Innsbruck-Ansicht & das zweitausendvierhundertsechste Gedicht

    Blick auf Inn und Innsbruck

    Dürers Ansicht auf

    Die Ruinen ewiger Bauten, sie schwimmen
    Im Strom der Zeit dahin.
    Er stiehlt Silhouetten, lässt Highlights verdimmen,
    Nimmt dem Festungswall einstigen Sinn.

    Einst war hier eine Stadt mit gleichem Namen.
    Ich mag nicht nach Kirchtürmen fragen –
    Wann die alten verschwanden, wo die neuen herkamen
    Und was die Historiker sagen.

    Die Vergänglichkeit nagt an uns Kindern geschwinder
    Und wir suchen Erlösung in Mauern.
    Doch scheppert der Schlussgong nur etwas gelinder,
    Denn nichts wird uns lang überdauern.


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

* Costa Rica
* Hawaii
* Indien
* Kuba
* Madagaskar
* Malaysia (Borneo)
* Marokko
* Mauritius
* Namibia
* Seychellen
* Sri Lanka


Gedichtthemen:

* Alter, Schmerz, Tod
* Autor & Schreiben
* Berg, Fluss & Tal
* Berlin
* Fahrzeuge
* Frühling
* Gebäude & Urbanes
* Geburtstag/Hochzeit
* Geld & Karriere
* Grusel
* Haus & Heimat
* Herbst
* Internet & Technik
* Kleidung
* Kindheit & Jugend
* Körperteile
* Kunst & Inbrunst
* Länder/Kontinente
* Liebe & Beziehung
* Märchen
* Mord & Totschlag
* München
* Musik & Gesang
* Ostern & Weihnacht
* Pflanzen & Natur
* Poetry Slam
* Politik
* Promis
* Regionales
* Religion & Philo
* Reisen
* Rüpeleien & Tiraden
* Schlafen
* See
* Sex & Erotik
* Sommer
* Speis & Trank
* Sport
* Städte
* Strand/Meer
* Silvester & Wechsel
* Tabak & Alkohol
* Tanzen
* Tiere
* Unsinn
* Wind & Wetter
* Winter


Best of Poetry

Ripostegedichte

Die Oscarballaden

Poetry Slam Gedichte & Videos

Poetry Slam meets Klassik

SLAMMED! – das Buch – zum Sonderpreis!

Über den Autor


Achtzeiler Alter, Tod & Abschied Autor & Schreiben Berg, Fluss & Tal Berlin Dutzendzeiler Einakter Erde Essen Fahrzeuge Feuer Gebäude & Urbanes Geld, Arbeit, Karriere Grusel Haus & Heimat Internet & Technik Kindheit & Jugend Krummzeiler Kuba Kunst & Inbrunst Körperteile Liebe und Beziehung Luft Marokko Mord & Totschlag München Pflanzen & Natur Politik Reisen Religion & Philosophie Ripostegedichte Rüpeleien Schlaf & Langeweile Sechszeiler Sex & Erotik Speis & Trank Städte Tabak & Alkohol Tiere Unsinn Vierzeiler Wasser Wind & Wetter Zehnzeiler Zweizeiler