Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

Autor & Schreiben

Gedichte über das Schreiben, das Dichten und das Autorendasein.


  • Essenpresse & das hundertdreiundneunzigste Gedicht

    WAZ-Artikel Poetry Tour

    Bei den Heimgastspielen in Essen mit großem medialen Empfang überrascht worden.

    Der Autor

    Noch vernarbt vom Vertragen mit den Verlagen
    Wird mit neuer Lektüre an Türen geleckt
    Geklagt ob der Buchstaben, die fürs Buch starben

    Er versteckt, dass er Verse mit Werbung vertaggt


  • Murnau & das hundertfünfundsiebzigste Gedicht

    Obstblüte

    Vollmai’sige Prachtidyllen allenthalben. Insbesondere ein paar Regionalbahnhalte vor München.

    Dichtung und Wahrheit

    Ersinn‘ dir den ruhigsten Garten der Welt
    Wohin sich kein Ton der Verrohung gesellt

    Wo das sprießende Grünen im Überfluss quellt
    Und sich blütenschwer Zweige in Windstille wiegen
    Wo idyllisch ein Schweigen die Farben erhellt
    Alle Pflichten im Schoß dieses Rückzugs versiegen

    Wo die Aura der Stille die Quengler verprellt
    Bis das drängelnde Draußen sich selber erschießt
    Nur noch Vogelgezwitscher jed‘ Kampftöle bellt
    Sich die Schönheit der Schöpfung dem Auge ergießt

    Dort, wo sich ein Vers für den Eindruck verstellt
    Es gäb‘ diesen ruhigsten Garten der Welt


  • Noch höher & das hundertdreiundsiebzigste Gedicht

    Auf dem Schlossberg Würzburg

    Schlecht drauf, oder was? Erste Abrechnungen – und das zum Nicht-Mal-Zenit der Tour?

    Über Fragen

    Fragst mich, warum ich Menschen hasse?
    Weil sie diesen Moloch der geltenden Masse
    Bilden
    Ungebildet bleiben
    Eingebildet übertreiben
    Frag mich, wieso sollt‘ ich wohl weiterhin schreiben!

    Weil das Doofe der Welt sich fragen soll:
    „Was hört der Kerl nicht einfach auf?“
    Die Blasierten der anderen Seite sich voll
    Echauffier’n soll’n: „De Aff‘ schafft’s net wekklisch hier nauf?!“
    Und so gedopt, verheiz‘ ich mich
    Dass nichts je meinem Eifer glich

    Erst, wenn alles schreit: „Hey, wir könn’n nichts erkennen!
    Da muss doch was sein?! Sag, was müssen wir wissen?“
    Werd‘ ich mich von dem Schreiben trennen
    Schweigen. Vor – letztlich versandenden – Rissen


  • Hallenkonzert & das hundertneunundfünfzigste Gedicht

    Halle an der Saale Marktplatz mit Marktkirche

    Das vermutlich vom Schriftbild ausgewogenste Konzertplakat der Welt. Ist ein Gedicht wert.

    Alphaville

    Alphaville live in Halle!
    Ach, da rufen wieder alle:
    „Tolle Lyrik, nie gegeben!“
    Krass verfasst vom puren Leben


  • Freising & das hundertfünfzigste Gedicht

    Freising Poetry Slam

    Das 150. Gedicht. Kurz innehalten. Reicht.

    Der Weg der Westen

    Wie lang gilt noch dein Eid aufs „Von da nach dort“?
    Dein Daseinsbrei aus Immerfort?
    Solch Eifer für ein gutes Wort
    Ist das des Sinn des Lebens‘ Hort?

    Nun fragst du mich, ob es sich lohne
    Dass ich so tief im Reisen wohne
    Nun, bislang noch nicht – wird’s wohl niemals – und wenn …
    Gegenfrage: Weißt du denn
    Wie viel Schwimmwesten sich in die Lüfte erheben
    Und einsatzbereit überm Stadtverkehr schweben?
    So viel Reisen um nichts, frag ich, muss es die geben?
    Ja? Nein? Oder: „Kann man nie wissen“? Na eben.


  • Franz Josef Strauß & das hundertfünfunddreißigste Gedicht

    Helsinki Tervasaari

    Am Flughafen hat man Zeit, aber keine neuen Fotomotive. Daher noch etwas Herziges aus Helsinki.

    Leichte Ziele

    Wie konnte euch DAS grad berühren?
    Da lasst ihr euch zum Händewaschen
    Ins frisch polierte Bad entführen
    Mit prall gefühlten Jackentaschen!?

    Ihr tänzelt satt
    Ich seufze matt
    Weil ihr im Punkt Ergriffenheit
    So gänzlich glattgeschliffen seid


  • Leaving Amsterdam & das hundertundsiebte Gedicht

    Amsterdam

    Der Zeitplan drängt und man lässt überall halb erledigte Städte zurück. Was man nicht alles nicht schaffen kann …

    Das Ungeschriebene

    Im Keller der Versagerträume
    Stieß ich heut auf Lagerräume
    Dort steckt das Verbliebene
    Von mir Ungeschriebene

    Du musst bereit sein
    Diese Lager zu räumen
    Teil dir die Zeit ein
    Und hör auf zu träumen


  • Amsterdam & das hundertundzweite Gedicht

    Gassen Amsterdam

    Mit gewogenen Grüßen aus Amsterdam.

    Mähliche Engelnähe

    Ich kann nun mal nicht ändern, dass
    Ich ständig ans Gemächt mir fass‘
    Erst dann füll‘ deine Kaffeetass‘
    Ich mach‘ das alles nicht zum Spaß!

    Die Welt ist halt kein Wunschkonzert
    Und manches läuft hier grundverkehrt

    Es sind Massen betroffen von Hunger und Kriegen
    Wie soll ein Poet all dies Elend besiegen?

    Doch, Baby, lass dir deinen Glauben
    An eine bessre Welt nicht rauben!
    Ich finde es bewundernswert
    Wie dich dein Optimismus ehrt

    Und klebt auch jetzt noch dann und wann
    Am Tassenrand ein Sackhaar dran
    Ich stopp das – eines Tages, maybe
    Wir können Dinge ändern, Baby!


  • Düsseldorf & das hundertunderste Gedicht

    Zakk Poesieschlacht

    Unterwegs. Wie. Immer.

    Unfrei unterwegs

    Bin nur abends an Orten
    Und tags auf dem Gleise
    Mit anderen Worten:
    Versklavt an die Reise


  • Rathen-Wehlen & das sechsundsiebzigste Gedicht

    Bahnhof Stadt Wehlen

    Irgendwo zwischen Rathen und Wehlen geschrieben, mit Schlamm am Schuh und Blick auf das Elbsandsteingebirge. Am Bahnhof Stadt Wehlen fotografiert, Selfie 2.0.

    Wild West

    Hier liegt die Prärie meiner Inspirationen
    Ich weiß, dass da tausend Gedichte drin wohnen
    Doch manchmal ist’s so, dass – zu meinem Bedauern
    Ihn’n all meine Worte vergeblich auflauern

    Du fragst, ob an solch‘ Waidmannsleid ich mich störe?

    Das gleitende Schreiten der Dichter-Flaneure
    Zieht auch im leeren Schritt und Tritt
    Sich stets ein Bild der Wildnis mit


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


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