Ich muss immer und immerzu Inschriften lesen
Von Menschen, der’n Hauptwohnsitz da mal gewesen,
Die dort zu Besuch war’n, die einst hier geboren,
Bevor sie ihr Leben woanders verloren.
Was mich betrifft – presst gerne klein
Dereinst in solch ’ne Inschrift rein,
Dass da steht: „Hier stand einer, der triftig und lieb
Statt nur von sich selbst über Inschriften schrieb!“
Im Sommer gibt es hier nicht genug Bänke –
Das zwingt Müde aufrecht zu steh’n
Trotz des kränkelnden Jammerchors aller Gelenke
Und des „tout est perdu!“-Tons der Herzkasperfeen.
Und für einen Moment scheint hier Kleinholz wahrscheinlich –
Aber alles denkt stolz: „Nee, das wär mir zu peinlich!“
Und der Aufstand der Steh’nden bleibt aus.
Drum zu Kurparks nicht nur starke Gangs übersteh’n,
Sondern lederne Gerdas bestimm’n das Gescheh’n –
Die zieht’s schon im Frühtau hinaus.
Es hornt der postillionsche Sog, Des Strom mich ignoriert. Er hat, der einst so viel bewog, Mich heute nicht tangiert.
Es sprießt um mich gen Neubeginn, Es klimmt empor das Tal, Es singt ein mir verstimmter Sinn Sein x-tes Nocheinmal.
Fortan werd ich nur noch Beobachter sein Beim Wiederbefüllen der Blüte. Ob Gegenwart mich dann mit Ohnmacht narrt? Nein. Lang streichelte mich ihre Güte.
Der Abend grüßt sich in mich ein
Und ist Abend und Abend am Spätnachmittag.
Mein Hab und Gut bootet, doch bleibt weiter klein –
Es gibt Städte, die wittern, dass ich sie nicht mag.
Und das große „Wohin?“ fängt an, üblich zu sein –
Ist Wohin und Wohin im Woher.
Minenbuben eint Gruben von Spitzfinderei’n,
Die ich so und so nicht so begehr.
Der Abend ist Abend und Abend und Nacht –
Nicht der Winter verkürzt jetzt die Tage,
Es ist eine Jahreszeit, in der es lacht:
„Ach, i wo, ach, woher!“ – nur als Frage.