Ihr solltet das Hängen üben!
Denn was folgt nach erfolgreichem Schrei’n?
Lasst roll’n eurer Gegnerschafts Rüben!
Dass das Wort einer Tat rasch voraus prescht, mag sein –
Deshalb müsst ihr sie üben, die Aufhängerei –
Zieht den Strang nicht zurück, sondern fest!
Studiert unbeirrte Gefolgstyrannei
Zunächst an euch selbst mal – zum Test!
Im Herbst schaut die Sonne nur brummelnd herunter:
„Ick komm heut nur wegen dem Licht!“
Schon geht sie im Rücken der Häuserwand unter –
Die scheint mir jetzt doppelt so dicht.
Die Häppchen bemüh’n sich den Fakt auszublenden:
Der Hauptgang fällt weiterhin aus!
Die Startformation ist schon ready zu wenden –
Im Schlepptau verebbt ihr Applaus.
Wie zum heimlichen Atemholen
Säuselt die Ruhe vorm Wind,
Streift durch die Fellhärchen schlachtreifer Fohlen,
In denen der Blutstrom gerinnt …
Und wieder einmal stürzt sich wild dein Vertrauen
Voller Maßlosigkeit aufs Buffet!
Und schon wenig später, darauf darfst du bauen,
Tut’s nochmal und doppelt so weh.
Meinen verlorenen Gedichten (zum Verlust meines Notizbuchs in Marrakesch)
Ach, immer wieder verlier ich Gedichte,
Die liederlich ich mir notiert!
Meine Unterbelichtung macht munter zunichte,
Was ich zuvor ellenlang elaboriert.
Dort blieb ein Notizbuch, da brannte ein Blatt …
Zwar fand ich genug Neues an ihrer statt –
Doch würd so gern mal das Verlorene lesen,
Das beinah ein Teil meines Werkes gewesen.
Und immer wanken Topographen
Den Wirrwarr‘n hoffnungshinterher.
Entwürfe, die sie schon verwarfen,
Zerknüllen ihr Erkenntnismeer.
„Aber Wasser ist nicht faltbar!“,
Tönt es trotzigneunmalklug –
Um Schlag Acht ist nicht haltbar
Der Versuche Neuversuch.
Dem gefallenen Stern
Würd‘ ich allzu gern
Ein apartes Plumeau unterschieben,
Um Sturzwundenkummer zu trösten
Mit erles’nen Stickereien –
Da der Welten Zickereien
So infam entblößten,
Wie mitleidsarm Jünger entlieben.