Wenn Schwäne mit Tränen in den Augen
An durchgeweichten Brötchen saugen
Zum Hungersoundtrack ihrer Küken
Und du entgegnest kühl „Nun, büken
Die Viecher gefälligst selber ihr Brot,
Dann wäre ihr Wurf auch nicht morgen schon tot!“,
Schwärmt Härte über Teig und Teich.
Diese Kälte ist wie ein Verbrechen
Und lügt mir eisglatt ins Gesicht.
Der Frost lässt für jeden Spaß blechen
Und überall mangelt’s an Licht.
Du salbaderst, solch Prüfung sei alldieweil nötig,
Den Frühling gebührend willkommen zu heißen?!
Noch so’n frommen Spruch, Arsch, und ich töt dich,
Ich kack dir den Mund zu, du Pisser – geh scheißen!
Ich bin zurzeit so lebensklein,
Muss dauernd ohne Input sein,
Hab Ewigkeiten Platz, doch nein,
Da tritt nie was zur Türe ein!
Und flächig weit spannt sich die Zeit
Um klitzekleinste Nichtigkeit,
Von überall macht nichts sich breit –
Wenn das mich stirbt, ich wär so weit!
Und noch ein schnelles Gedicht für das Programm der Lach- & Schießgesellschaft, das heute bei der Aufzeichnung Premiere feiert:
Zusammenhalt der Gesellschaft
Focus Locus Reisebus:
Es ist purer Hochgenuss
Was in ihm uns widerfährt –
Sei’s drum, dass er nie mehr fährt!
Wenn uns etwas nicht gefällt,
Trägt Schuld daran die Außenwelt.
Wir seh’n die Drinn’n-und-Draußen-Spaltung
Als Hauptgewinn der Stau-Erhaltung.
Es ist ja grad die Hohe Minne
Im Tiefen zu erspür’nden Sinne
Ohne Maß.
Das immergleiche Leid als Suhlgrund
Empfand man einst als megacool und
Man blieb dem Trip der Agonie fromm,
Dem Liebesrausch, obschon man nie vom
Mohne aß.
Wohin wir nun nicht mehr gelangen,
Soll’n Träume uns hinlenken!
Wir sind zwar im Alter gefangen,
Doch unangeleint streunt das Denken
Durch längst zu hohe Niederungen
Und apportiert in seinen Pfoten,
Was uns das Leben nicht geboten
Wie gültige Erinnerungen.
Die Möglichkeit des Tanzes
Drückt mich massig ins Polster auf meinem Balkon.
Hass ich nicht die Welt – so als Großes und Ganzes
Und dichte zu selten davon?
Ich will mich an bitterer Süße erregen,
Dazu auch ein bisschen die Füße bewegen:
Taptap – Tadapp, Tadapp – Tap, Tap … –
Schon fällt etwas Wahrheit vom Himmel hinab.
Ach, selige Zeiten der Rastlosigkeit –
Zwei Tage vor Ort, war‘n die Koffer gepackt.
Wir hatten kein Google Maps und keine Zeit,
Wir waren, kaum styleversiert, schon wieder nackt.
Doch bald sind wir falsch abgebogen –
Und das nicht mal zugleich!
Nun hab‘n wir die Zeit und zu wenige Drogen,
Sind für früh‘re Verhältnisse reich.
Ich richte mein Sehnen gen altes Revier
Und wähne dich dicht hinter mir.