Finkenattacke, nach Erweichen der Firnis
Der Vögelchen sprühender Lebenselan
Tut manchem Wurm nicht gut.
Er nährt den Gesang früher Finken und Star‘n
Nebst deren neue Brut.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten
Gedichte, in denen Tiere die Hauptpersonen sind.

Finkenattacke, nach Erweichen der Firnis
Der Vögelchen sprühender Lebenselan
Tut manchem Wurm nicht gut.
Er nährt den Gesang früher Finken und Star‘n
Nebst deren neue Brut.

Ahoi!
Ahoi, ihr Büchsenspanner, ortet ihr mir meinen Wal!
Mir war ja dieser Ozean bislang nur sehr egal.
Doch jed‘ Horizont ist für euch voll Moby Dick –
Harpunenkommunenbewährt ist der Trick,
Verschwor’n zum „Ja, da bläst er!“-Chor!
Schon geht an Bord: der nächste Tor.
Mir war ja dieser Ozean bislang nur sehr egal,
Doch Büchsenspanner orten mir auch ungefragt den Wal!

Knorke Knorpelfisch – super Suppe!
Nachdem sie seit Wochen im Sand sich verkrochen,
Fand unser Koch Jochen jetzt doch noch’en Rochen!

Ripostegedicht zum „Tango Korrupti“ von Rainhard Fendrich .
Das ständig tänzelnde Tangoru
Fragt man dich: Na, wo willst du mal hin?
Sagst du: Australien.
Doch weil du Bayer bist,
Siehst du snur eine Meute Stiere
Statt Beuteltiere –
Was echt zum Reihern ist!
Du schwärmst, die Faunawelt Down Unders
Säh so sehr anders
Und nach Vollendung aus.
Doch kennst der Tiere Eigenheiten
Aus alten Zeiten
Der Sendung mit der Maus.
Ja, auf den Weiden und der Alm hat’s
Halt keine Wombats
Und auch kein Känguru
Man hört der Landwirte Gebäuer
Und Wiederkäuer
Und alle machen Muh!
Aber in der Stadt im Zoo
Gibt’s zumindest irgendwo
Ein Gehege, das der Pflege einer Käng’ruherde dient
Refr.: Und wenn ein Känguru bespuckt di,
Entflieh solch Gängelei und duck‘ di
Glaub nicht, der frechen Tiere Speichelei
Sei Schmeichelei – Kerl, guck die Viecher an:
Die stamm’n, so wie sie sich gewanden,
Statt von Down Under aus den Anden!
Trotz der Exotik ihres Karmas – san das ganz normale Lamas!
Du schwärmst beständig von Australien
Doch du weißt, dahin
Ist es ein weiter Weg.
Und du beteuerst die Koalas,
Die ham total was
Sind flauschig, süß und träg.
Auch deren Nahrung Eukalyptus
Hat soviel Rhythmus,
Der in der Sehnsucht weckt.
Jedoch statt Ozeaniens Zonen,
Wo diese wohnen,
Hast du den Zoo entdeckt.
Denn die hab’n ein Känguru,
Dessen Anblick reicht, dass du
Die Ausstrahlung von Australien mit einem Mal verspürst.
Refr.: Und wenn ein Känguru bespuckt di,
Entflieh solch Gängelei und duck‘ di
Glaub nicht, der frechen Tiere Speichelei
Sei Schmeichelei – Kerl, guck die Viecher an:
Die stamm’n, so wie sie sich gewanden,
Statt von Down Under aus den Anden!
Trotz der Exotik ihres Karmas – san das ganz normale Lamas!

Ripostegedicht zu Heinz Erhardts „Die Made“.
Der Marder
Unter eines Ladas Haube
Nagt der Klan der Marder Taube
Vaters Bauch wär nicht so’n leerer,
Wär’er nicht Alleinernährer.
Doch
Marder-Mama war einmal –
Hängt schon längst am Marderpfahl.
Nach dem Mahl mahnt Vater Marder:
„Warte grad ma hier am Lada!
Küken-Kuchen als Dessert
Bring ich zum Verzehr noch her!
Bleib du, Madel, brav im Lande –
Ma‘ ma Papa keine Schande!“
So sprach Vater und entwich
Marders Mädel aber schlich
Zu dem Lada-Ladekabel
Kappt’s mit seinem Marder-Schnabel.
Nach hartem Schlag der Varta-
Batterie briet da am Lada
Ein bald gut gegarter Marder!
Klar, dank derart Bratgrad-Hader
Barst die zarte Halsschlagader –
Wie erwartbar naht da’n Marder
Gradewegs dem Pfad ins Nada. Schada.
Vater Marder sah die Kleine
Denkt: „Nu gilt’s, den Küken-Kuchen
Augenblicklich umzubuchen!
Den ess ich jetzt alleine!“

Lämmer & Dämme
Wenn alle Dämme brechen,
Weil Lämmer sich erfrechen,
Sie tief und massiv abzugrasen –
Dabei auch Lehm und Stein frasen
(und schließlich gar noch das Eszett),
Macht solch vermess’nes Essen fett.
Sie – ich dachte, das erwähn‘ ich –
Sind darin dem Menschen ähnlich.

Schokoladentieretiere
Schokoladentieretiere
Sind Hasen und Insekten –
Nicht Kühe oder Schweine,
Die uns fleischlich immer schmeckten.
Macht uns die Milch voll Kakao
Denn treulos blind beim Essen,
Dass wir so vollends zuckerschwirr
Die Zuckenden vergessen?
Nun gießt die Sauen, gießt den Ochs
In Form’n der Schokolade –
Für Käfer, Bienen, Kerbgetier
Ist die Substanz zu schade!

Schönen Gruß an den Nachmieter
Normalerweis‘ bin ich zu Amei-
Sen doch eher gräuslich –
Heut scheiß ich drauf, weil raus. Ja, mei,
Dann macht’s euch hier fei häuslich
Und seid dem neuen Herrn am Herd
Sehr gerne eine Plage!
Lang fand ich euch bekämpfenswert –
Nun wünsch ich schöne Tage!

Rüden haben kurze Beine
Zwischen Dobermännerbeinen,
Die ganz oben sich vereinen
In giganter Körpermasse,
Magst du zwar sehr klein erscheinen –
Wie von weit entfernter Rasse.
Doch du weißt ob deiner Klasse,
Fleckst umher mit Niedlichkeiten,
Die putzmunter unterschreiten
Limits, die ein Reißzahn setzt.
Grobe Dobermännlichkeiten
(Bild des Hundseins bis zuletzt) –
Nun ist’s Putzigkeit, die fetzt!
Alle Rechte bei Susanne Digel, die das Gedicht im Rahmen der Rio-Spendenaktion 2023 gekauft hat.

Crossover-Ripostegedicht zu R. Gernhardts „Vom Fuchs und der Gans“ und „Sie war ein Blümlein“ von W. Busch.
Vom Fuchs und der Gans und dem Blümlein und Esel (Die Heuschrecken)
Gewöhnlich nennt man Fuchs und Esel
Je störrisch und gewitzt.
Was die zu zweit sich einverleiben,
Gilt vorab als geritzt.
Denn
Beharrlichkeit und Raffinesse
Verehrt man als Erfolgsfaktoren.
Was deren Beißerchen zerreiben,
Das ist als Entität verloren
Und wird vom Subjekt zum Projekt,
Das all den Investoren schmeckt.
Nach satter Übernahmewut,
Ner reichlich ungestüm’chen,
Werd’n Gans und Blume neues Gut,
Beworb’n als Gänseblümchen.
Ein verheißungsvolles Top-Produkt:
Die Softness der Daunen, von Blüten der Duft …
Doch
Was vom großen Maul geschluckt,
Gedeiht in dessen Magengruft,
Zum Einheitsbrei – und is
Am Ende bloß Beschiss.
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