Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

Speis & Trank

Gedichte, in denen Speisen oder Getränke die Protagonisten sind!


  • Puerto Viejo & das vierhundertneunundsechzigste Gedicht

    image

    Salzstreuer

    Länder, in denen der Salzstreuer bockt
    Haben die richtige Feuchte
    Die sorgt dafür, dass alles Rieseln verstockt
    Das sich ob der Streulöcher deuchte

    Doch jedes Loch ist zugeklebt
    Wie rüttelnd und schüttelnd man auch danach strebt
    Die eben servierten huevos zu würzen

    Es lässt sich der Vorgang insoweit verkürzen
    Dass man des Streuers Schraubverschluss
    Zwecks Pökelung benutzen muss
    Um dann mit seinen Fingerspitzen
    Zwei, drei Kristalle zu stibitzen
    Die zugedeckt von altem Reis
    Der darlegt, dass man durchaus weiß
    Ob hiesigen Kränkelns vom Streuergerät
    Aber hier geht’s vor allem um Identität:

    Denn immer, wenn der Streuer bockt
    Bist du in einem von wenigen Ländern
    In die uns ein Stück Paradiesnähe lockt

    Weshalb sollt‘ da irgendwer je was dran ändern?

    Wo die Sinne mit all ihren Züngelchen schnalzen
    Erträgt man sein Rührei auch leidlich gesalzen!


  • Aguti & das vierhundertsiebenundsechzigste Gedicht

    Baum des Reisenden

    Wem man so alles beim Spaziergang begegnet. Aber jedes Mal zu langsam für ein Foto ist…!

    Mahlzeit! (Heute ein Beutetier)

    Aguti – nun, das klingt schon wie
    Guten Appetit! und die
    Anderen Tiere, die finden das auch
    Die haben a guti Aguti im Bauch!


  • Dänemark & das vierhunderteinundfünfzigste Gedicht

    Kopenhagen Flughafen

    Eine Dreiviertelstunde Umstieg muss reichen, um ein Gedicht zu hinterlassen. Gruß vom Kopenhagener Flughafen. Und jetzt schnell in den Flieger nach Toronto.

    Mon Dän

    Dänemark und Dönermarkt
    Wer von euch ist schöner?
    Sprich: Was ist grad mehr gefragt –
    Dänen oder Döner?


  • Römer & das vierhundertsechsundvierzigste Gedicht

    Römer Frankfurt

    Lieb Fresshüttchen (Entsorgung der Altlasten)

    „Lieb Fresshüttchen vom Weihnachtsmarkt
    Was bietest du mir an?“

    „‚Nen Champion, halb angenagt
    Von einem schwarzen Mann!“

    „Ein mohrbenagter Champion?“
    (So formuliert ein Stammtischsohn)
    „Lieb Fresshüttchen vom Weihnachtsmarkt
    Den Pilz wollt‘ ich wohl gern
    Eh dass er vollends eingeparkt
    In jenem dunklen Herrn!“

    Von Unenschlossenheit geplagt
    legt sich die Stirn in Falten
    Lieb Fresshüttchen vom Weihnachtsmarkt:

    „Ich sag dir, wie wir’s halten:
    Du sollst zunächst dich satt dran essen –
    Dann darf der schwatte Mann dich fressen!“

    „Das klingt nach einem Angebot:
    Erst satt zu sein und dann gleich tot!
    Ich fühl‘ mich eh schon zu betagt
    Lieb Fresshüttchen vom Weihnachtsmarkt!“


  • Knödel & das vierhundertsechsundzwanzigste Gedicht

    Karlsbrücke

    Kein Knödelgedicht

    Bedichte ich euch Knödelein
    Schleicht immer sich ein Dödel rein

    Der Schleimspucker scheint – ob kompakt oder länglich
    Als Reim auf euch wohl unumgänglich
    Und der würd‘ alles schier verderben
    So muss der Plan des Verses sterben

    Wie gern ich auch euch Knödel preise
    Echt nich auf so ’ne blöde Weise!


  • Weißenburg & das vierhundertachtzehnte Gedicht

    Weißenburg in Bayern

    Der Moment, da

    Ab dem Moment, da die Unerwartung den Weg zum Büffet alleine schafft
    Sickert aus den Vorurteilen all die nie bewiesne Kraft

    Welch fader Triumph, das Rezept zu entdecken …
    Nimm dir einen Teller und lass es dir schmecken!


  • Abu Dhabi VII & das dreihundertsiebenundzwanzigste Gedicht

    Abu Dhabi Silhouette

    Dattelglück

    Es schmeckt la Dattel d’Abu Dhabi
    So nach „ja, hier komm ich her!“
    Nach orientalischst und arabi-
    Chst und Schleck und „köstlich, mehr!“
    Bergamott‘ winkt, Kardamom
    Sandsturm, Temp’raturphantom
    Affenglut bis Abendbrise
    Scheichgewand und Ölpreiskrise
    Nach Verheißung, Adlerholz
    Oryx, Souqs und Sultanstolz

    Wie ein Harz aus dem Herzen der Wüste geronnen
    Wie von Myrrhe beraucht, für den Gaumen erwählt
    So haben wohl schon tausend Nächte begonnen

    Die eine mehr braucht’s, die dir alles erzählt


  • Steckerltier & das zweihundertsiebenundneunzigste Gedicht

    Fischer Vronis Forelle

    Reeller Imbiss.

    Räume und Träume

    Deine vollgeträumte Speisekammer
    Wird heut von Eis und Schmaus geräumt
    Du denkst, noch schlafend: Was für’n Jammer!
    Hast dich im Liegen aufgebäumt
    Und ärmeltief ins Mett gekrallt …
    War’s auch mehr Wärme denn ein Halt!

    Hast satt zu sein im Traum versäumt?
    Nun hat der Raum sich ausgeträumt


  • Kochel am See & das zweihundertneunundachtzigste Gedicht

    Kochelseefischer.

    Rezept für den Gegenbeweis

    Man hört im Sud des Rochens Röcheln
    Den Ruth und ich in Kochel köcheln (blogfreie Version: im Kochtopf köcheln)
    Und auf dem aufgeklappten Beitisch
    Zappelt sichtbar noch ein Haifisch

    Wie ich aus der Delphinen-Schule
    All die Innereien pule!
    Weiter hinten macht es Zisch:
    Ruth frittiert den Tintenfisch

    Da gab es ja doch schon sehr viele Gerüchte
    Wir äßen niemals Meeresfrüchte
    Dass unser beider Kost allein
    Bestünd‘ aus totem Ochs und Schwein
    Uns vielleicht noch Getier mit Gefieder errege …

    Was ich nun hiermit widerlege!


  • Leipzig Völkerschlacht & das zweihundertneunundsiebzigste Gedicht

    Völkerschlachtdenkmal in Leipzig nach Wolkenbruch

    Wuchtig, donnernd, wuchtig, wuchtig – Völkerschlachtdenkmal in Leipzig nach Wolkenbruch.

    Stirb Langsam, Teil Nichts!

    Das furorlose große Seniorenmenu
    Es strotzt vor Geschmack eines „Tout est perdu“
    Und eigner Überkommenheit

    Man kleckert sich lecker durch kleine Portionen
    So lange wir über der Erdkruste wohnen
    Wenn der Mund auch schon voll ist – das Schlucken braucht Zeit!

    Die vergebliche Hege des Ausgedienten
    Schwingt zwischen Gewohnheit und Liebhaberei
    Im Fond des nach etlichen Brüchen geschienten
    Hechelnden Lächelns nach Ehrungenbrei …

    Doch kommt da nix, ohweiohwei!

    Nein,
    Mit drei Mai Thai und Heiteitei
    Wirbt man nun frech um unser Lob
    Berechnet Erbanteile, grob


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

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