Abschied von München
Irgendwann ist mir München abhanden gekommen …
Bin doch immer so gern in der Isar geschwommen!?
War Kur-gebräunt statt Ruhrpott-käsig,
Doch plötzlich dachte ich, wie bräsig
Ist diese im Selbstlob sich suhlende Stadt –
Wie engstirnig eitel, wie flachgeistig platt?!
Erst klang es entspannt, dann begann’s mich zu stören –
Nun möcht ich mein Lebtag kein Bairisch mehr hören.
Dieses mampfige Klumpengetöne entseelt,
Dass jede Instanz eines Selbstzweifels fehlt.
Statt Brüche nur Sprüche,
Statt Abkehr nur Abwehr:
Die ewige Feier der ganz dicken Eier.
Dieses Ursprungsgesei’re in der Baumlosigkeit,
Dieses „Good guy“-gebürstete Stillsteh’n der Zeit,
Diese Verve-unterfettete Lässigkeitsshow …
Alles wertet nach Ob-wer-a-Hund-is-Niveau.
Werd wenig am Style-Fraß von München vermissen,
Denk bei jeder Bowl-Row: „Boah, Leute, geht pissen!“,
Jeder Teilhabedrang ist bei Null angekommen.
Dabei bin ich sehr gern in der Isar geschwommen.

