Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

  • Schattendasein & das fünfhundertzwanzigste Gedicht

    Schattendasein & das fünfhundertzwanzigste Gedicht

    Die Beschattung

    Ich hab’n Schatten und du hast’n Schatten
    Es scheint, dass die beiden einander begatten

    „Die Szene lässt sich nur entschärfen
    Wenn wir uns aufeinander werfen
    Das Zwei-Personen-Sein verneinen
    Uns sonnenzugewandt vereinen!“

    Als du hernach hechelnd fragst: „Ey, wat soll dat’n?!“
    Sind wir schon ein einziger, lächelnder Schatten


  • Seehausen & das fünfhundertneunzehnte Gedicht

    Seehausen & das fünfhundertneunzehnte Gedicht

    Der Versuch

    Hätt‘ ich ein paar Tage nur mehr im Jahr
    Und ein paar Jahre mehr fürs Gesamte vom Leben
    Baut‘ ich mir ein Schloss für dich, zeigt‘ drauf: „Guck, da!“

    So zeig ich, du siehst nichts, ich seufze: „Ja, eben!“


  • Staffelsee & das fünfhundertachtzehnte Gedicht

    Staffelsee & das fünfhundertachtzehnte Gedicht

    Der Kompromiss

    Nun ist das letzte Eis gebrochen
    (wie man sich vom Gespräch versprochen)
    Und alles schwelgt in Harmonie

    Ich frag mich: Wofür brauch ich die …?


  • Museumsinsel & das fünfhundertsiebzehnte Gedicht

    Museumsinsel & das fünfhundertsiebzehnte Gedicht

    Heilige Stadt

    Bleib du noch Idylle
    Für einen Moment
    Der mich vom Gebrülle
    Des Nahenden trennt
    Bleib du jene Stille
    Vorm vorletzten Schritt
    Mich kräftigt kein Wille
    Ich bitt‘ nur, ich bitt‘


  • Berlinale & das fünfhundertsechzehnte Gedicht

    Berlinale & das fünfhundertsechzehnte Gedicht

    Der Start in in dritte Woche nach Re-Aktivierung dieses Blogs. Wie versprochen, soll es 2017 fünf Gedichte pro Woche geben. Eigentlich an jedem Werktag. Aber manchmal bin ich als mobiler Offliner etwas spät dran … Geduld – am Ende werden es spätestens zum Sonntag fünf Gedichte sein!

    Bärenhunger

    Ein paar Tage vor dem Fasten
    Hasten all die Cineasten
    Nach Berlin – zur Berlinale
    Und verteilen zum Finale
    Fast erlegt – das Fell der Bären
    Unter den’n, die fällig wären

    Den’n hingegen nichts verlieh’n
    Die da hungern statt zu fasten –
    Sie dreh’n sich nochmal gen Berlin
    So wie fast alle Cineasten


  • Mono & das fünfhundertfünfzehnte Gedicht

    Mono & das fünfhundertfünfzehnte Gedicht

    Der Turm und die geteilte Freude

    Du wolltest noch erzählen
    Von Zielen größ’ren Werts
    Von Wegen, die zu wählen
    Und spürtest nur: „Wen schert’s?!“

    Du wolltest nicht verstummen
    Doch alle Welt schien taub
    So blieb dir nur zu brummen
    „Ich geh dann, mit Verlaub!“

    Du wolltest immer teilen
    Die Ernte deines Glücks
    Verzweifelt klang bisweilen
    Dein „Schau, da hängt’s doch – pflück’s!“

    Du wolltest hinterlassen
    Und warst doch längst enteilt
    Dir bangt, du wirst erblassen
    Im Glück, das ungeteilt

    Du solltest nicht der Freuden
    Verdopplung ihres Werts
    Noch weit’re Zeit vergeuden
    Sag selber mal: „Wen schert’s?!“


  • Kennst du das Land, wo & das fünfhundertvierzehnte Gedicht

    Kennst du das Land, wo & das fünfhundertvierzehnte Gedicht

    Ein Text aus meiner Reihe Gefühlte Übersetzungen – der klanglich verwandte deutsche Text muss einfach fröhlich und silbengerecht auf eine Karaokeversion des Liedes „Lemon Tree“ mitgesungen werden (auf YouTube sind diese in rauen Mengen zu finden, viel Spaß!).

    Slammen Sie! (Foolsgarden – Lemon Tree)

    Ich saß dereinst traurig im Stimmungstief
    Ich kritzelte schon emsig an ’nem Abschiedsbrief
    Sah mir mein Blatt an und dacht‘: „Mann,
    Ich hab ja ganz vergessen, dass ich schreiben kann!“
    Und jeder, der ’n Stift hat – kann auch slammen!

    Heut‘ geb ich ’n Workshop – das kann ich, klar!
    Weil ich erst letzten Monat selbst im Workshop war
    Krieg‘ zweihundert Euro und sechs Facebook-Likes
    Dafür lüg‘ ich euch an, dass ihr ganz großartig schreibt
    Holt euch noch zur Vertiefung – meine Bücher!

    Mal taktisch-deep – mal fröhlich-frei
    Bald hab’n wir ein eigenes Format auf SKY
    Erfolg durch Poesie! Woll’n Se auch? Dann slammen Sie!

    Nur schnell, bevor sich alle trau’n
    Denn eig’ntlich will sich heute jeder selbst anschau’n
    Erfolg durch Poesie! Woll’n Se das? Dann slammen Sie!

    Singt: Ei – nesTageswirstdualtseinBabe – wirstdusoschrecklichaltklugseinwie – deinTextschonist

    Du wärst ja so gern mal im TieVie
    Du bist dafür geschaffen, doch man fragt dich nie!
    Selbst MDR wär dir egal
    Jetzt steiger‘ mal die Klicks auf deinem YouTube-Kanal
    Dann lädt dich Olli Welke
    Auch nach Köln ein!

    Auftragstexte – gibt’s wie Sand am Meer!
    Auftragstexte – bescher’n dir gleich zum Start, oh yeah, den ersten Tausender!
    Zier dich nicht vorm Firmen-Slam
    Fürs Pleasen der Entscheider musste dir nich schäm‘
    Denn sonst schreibt’s Olli Welke – für die Hälfte!

    Mal taktisch-deep – mal fröhlich-frei
    Bald hab’n wir ein eigenes Format auf SKY
    Erfolg durch Poesie! Woll’n Se auch? Dann slammen Sie! (’n paar krieg’n wa noch unter!)

    Nur schnell, bevor sich alle trau’n
    Denn eig’ntlich will sich heute jeder selbst anschau’n
    Erfolg durch Poesie! Woll’n Se das? Dann slammen Sie! (’n paar krieg’n wa noch unter!)

    Mal taktisch-deep – mal fröhlich-frei
    Bald hab’n wir ein eigenes Format auf SKY
    Erfolg durch Poesie? Nick – Nick!
    Erfolg durch Poesie? Nick – Nick!
    Erfolg durch Poesie! Woll’n Se auch? Dann slammen Sie!


  • Schwermut/Leergut & das fünfhundertdreizehnte Gedicht

    Schwermut/Leergut & das fünfhundertdreizehnte Gedicht

    Pfand der Helden

    Ich leerte auf der Autofahrt
    Mit Zielpunkt „Leergutautomat“
    Vier Flaschen Wermut – ohne Pfand
    So nahm denn wahr das halbe Land:
    „Seht her, er trinkt nicht nur für’s Geld …!
    Man ehre dich, du Leergutheld!“


  • Winterpause & das fünfhundertzwölfte Gedicht

    Winterpause & das fünfhundertzwölfte Gedicht

    Der Geschmack des Ungereiften

    Es scheint die Bläue des mittleren Himmels wie gerade neu geschlüpft
    Vom Winter bebrütet, den Übermut preisend und fesch sich ein Platz zwischen Wolken erhüpft
    Eskortiert es den ersten Sonnenstrahl, der in diesem Jahre zählt
    Und aufdringlich die trägen Samen aus ihrem zähen Schlafe quält

    Schon säugt das kecke Vorhutblau die daseinsscheue Ahnung
    Und all das „Freu dich nicht zu früh!“ – es gilt nicht mehr als Warnung


  • Bahnhof Niederhone & das fünfhundertelfte Gedicht

    Bahnhof Niederhone & das fünfhundertelfte Gedicht

    Frisch von einem Tourwochenende zurück, beginne ich die Gedicht-Woche mit einem Ripostegedicht, das sich die Zuschauer meiner Lesebühne Poetry & Parade gewünscht haben. Neckischerweise gelüstete ihnen nach einem Antwortgedicht zu einem nicht-existenten Text, nämlich „Max und Moritz“ von Wilhelm Busch. Crossover-Wünsche erzeugen Crossover-Lyrik:

    Eine maxistische Romitze

    Als sie fast acht Streiche miteinaden
    Vollbracht unter mancherleuts Buh’n
    Kam Ihnen das Subversive abhanden
    Wie andern Witwen ein Hahn oder Huhn

    Menschen necken, Tiere quälen,
    Äpfel, Birnen, Zwetschgen stehlen,
    Das war früher angenehmer
    Anerkannt als Prüfungsthema,
    Juveniles Sich-Probieren
    Will die Welt ja akzeptieren
    Doch dies wandelt sich zum Bösen
    Wenn man Kind schon längst gewesen

    Sie sahen sich an und wussten nicht weiter
    Versuchten sich an alter Kinderei
    Man war ja bereit und wurd immer bereiter
    Man tat bisher, doch empfand nichts dabei

    Das Ritzeratze! voller Tücke,
    Füllt nicht mehr die Sinnes-Lücke
    Und das Schneider, meck, meck, meck! –
    Scheint ein schaler Daseinszweck
    Auch der Pfeiffen stopf, stopf, stopf!
    Sättigt keinen hellen Kopf
    Der schon bald verkommt zur Fratze
    Trotz der Käfer, kritze, kratze!

    Man winkt ab statt gekonnt aus dem Fenster zu schiffen

    „Ach, wen trifft’s schon in unserem Viertel nach vier?“
    
Die Zeit in dem Kaff, die verbracht man mit Kiffen.

    Nebenan übte Lehrer Lämpel Klavier.

    Max klagt Moritz: „Wehe, wehe
    Ob ich das noch lang durchstehe?
    Unsre Streiche sind doch Kacke!“
    Drohend klingt’s schon Rickeracke!
    Von der Mühle, die die beiden
    Schier zergrübelt über Leiden
    Jeder krault sich noch ein Ei
    Und wünscht sich den Tod herbei

    Jeder denkt, die sind perdü!
    Aber nein! – Noch leben sie!
    Auch wenn’s dünkt, es sei vorbei
    Mit der Übeltäterei

    Sie ging’n oft ins kleinste Kittchen am Ort
    
Manch Richter schien das so zu passen
    Als Insassen war’n sie kaum fort, wieder dort

    Sie sassen für alles, mit Ausnahme Mord
    Und konnten es einfach nicht lassen.


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

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