Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

  • Flammenspucker & das eintausendzehnte Gedicht

    Flammenspucker & das eintausendzehnte Gedicht

    Gliederfüßer

    Den Krabben, die über die Uferbank krabbeln
    Schäumt ein schillernder Blasenbehang von der Schnüss
    Der gleicht jenem nach einen Lungendürchschüss
    Ins kehlige Gürgeln versandenden Brabbeln

    Wenn ich durch Mund und Nase schlürf
    Bin ich ein Tier mit Blasenwürf?
    Vielleicht auch am Verbluten?
    Das lässt sich nur vermuten


  • Castello Scaligero & das eintausendneunte Gedicht

    Castello Scaligero & das eintausendneunte Gedicht

    In der Fledermauskolonie

    Ja, öl‘ dir die Flughaut, mein Pappenheimwicht!
    Nein, ein Schwarm muss nicht intelligent sein!
    Allein die Geflogenheit ist unsre Pflicht
    Und das ultraschallhell In-die-Luft-Schrei’n

    Ich kann dir beim Kopfüberhängen berichten
    Von Ausschwärmerei, dass die Sinne sich lichten –
    Im Klammheimcode, den niemands Echolot knackt!
    Wie du weißt, ruht der Schlafverband nie …
    Und der Höhlenguano, der sich aus ihm kackt
    Bleibt zwingende Philosophie!

    Als ein Säugetier, dem man die Flugkunst geschenkt
    Überlege dir stets, wessen Gunst dich bedrängt
    Und öle die Flughaut vor deinem Anheimfall!
    Enge darf nur der Aufwärmung gelten!
    Misstrau‘ auch dem Platz, unter dem ich mich festkrall‘!
    Denn selbstloser Ratschlag ist selten


  • Arena Verona & das eintausendachte Gedicht

    Arena Verona & das eintausendachte Gedicht

    Ein Text für ein weiteren Song vom kommenden dreizehnten Marilyn’s Army Album „Zeit zu schrei’n“.

    Plötzlich Applaus

    Plötzlich wollen alle tanzen
    Plötzlich woll’n sie alle raus
    Plötzlich geh’n sie voll aufs Ganze
    Plötzlich ist es dein Applaus
    Alle sagen: Ja ich kenn‘ den!
    Alle fragen: Alles klar?
    Alle tanzen um ihr Ausseh’n
    Alle nehmen dich jetzt wahr
    Plötzlich ist es dein Applaus

    Plötzlich geh’n sie ab und rufen: Yeaah! Yeaaaah!
    Plötzlich schaffst du irgendwas mit Yeaah, Yeaaaah!
    Plötzlich zuckt in jedem Move ein Yeaah, Yeaaaah!
    Doch das liegt nicht an dir
    Es ist nur das Jetzt & Hier
    Es ist nur das Jetzt & …

    Plötzlich könn’n sie alles nachseh’n
    Plötzlich macht’s den’n nichts mehr aus
    Plötzlich woll’n sie hinter dir steh’n
    Plötzlich ist es dein Applaus
    Alle sagen: Muss ma gut sein!
    Alle sagen: Is doch wahr!
    Alle können’s nachvollziehen
    Allen ist jetzt alles klar
    Plötzlich ist es dein Applaus

    Plötzlich geh’n sie ab und rufen: Yeaah! Yeaaaah!
    Plötzlich schaffst du irgendwas mit Yeaah, Yeaaaah!
    Plötzlich zuckt in jedem Move ein Yeaah, Yeaaaah!
    Doch das liegt nicht an dir
    Es ist nur das Jetzt & Hier
    Es ist nur das Jetzt & Hier

    Plötzlich woll’n sie exaltieren
    Plötzlich zieh’n sich alle aus
    Plötzlich soll es kulminieren
    Plötzlich ist es dein Applaus
    Alle sagen: Ja, ich kenn‘ den!
    Alle fragen: Alles klar?
    Alle tanzen um ihr Aussehen
    Alle nennen dich jetzt Star
    Plötzlich ist es dein Applaus


  • Giardino Giusti & das eintausendsiebte Gedicht

    Giardino Giusti & das eintausendsiebte Gedicht

    Die Kameseilie

    Von der Einsicht, die Welt würde immer vorangeh’n
    Sah ich vier Kadaver versinken
    Man konnte ein Leben ihn’n wirklich nicht anseh’n
    Doch träum‘ ich seither vom Ertrinken
    Meine Sorge um sie
    Führt des Nachts die Regie
    Und obschon auch mein Bett Traulichkeiten umsteh’n
    Seh‘ ich um sie Blaulichter blinken

    Von dem Mantra, der Fortschritt schlüg‘ goldene Routen
    Sah ich drei Metalle verblassen
    Schon wollt‘ ich dem Kelch kein Getränk mehr zumuten
    Erschrocken von gültigen Massen
    So als ging’s Stück um Stück
    Auch schon wieder zurück
    Doch waren nicht wir hier und immer die Guten?
    Wer könnte grad uns ernsthaft hassen?

    Aus dem Glaube, der Drall läs‘ sich aus den Geboten
    Sah ich, wie zwei Seiten sich lösten
    Wie läppisch sprach sich das Gedenken der Toten
    Bevor sie den Schlachtplan entblößten

    Aber eins sah ich noch
    Das verhinderte doch
    Dass wir mit der Anderen Dämm’rung verrohten

    Da wir in die Schlusssequenz dösten


  • Domkreuzgang & das eintausendsechste Gedicht

    Domkreuzgang & das eintausendsechste Gedicht

    Khayyam Replik 2

    Für die werten Gelehrten stimmt an eure Harfen
    Und ehret ihr Werk zur Erleuchtung von Schafen!
    So sehr sie in Finsternis blieben – es scheint
    Als könnten wir alle seither besser schlafen!


  • Cansignorio & das eintausendfünfte Gedicht

    Cansignorio & das eintausendfünfte Gedicht

    Verona

    Ganz oben ruht stolz wie in Sänften gemauert
    Das Rudel der Scaliger Hunde
    Ich stürz durch die Piazzas wie aufsaugetoll
    Tauch auch in arenige Runde

    Was sonst so vom Ewig das Jetzt überdauert‘
    Kann schwerlich ein Tag ganz erzählen
    Da gilt’s zum Passieren von Speicher und Zoll
    Den prägendsten Ausschnitt zu wählen


  • Castel San Pietro & das eintausendvierte Gedicht

    Castel San Pietro & das eintausendvierte Gedicht

    Die aufgegebene Fabrik

    Die aufgegebene Fabrik
    Flüstert immer noch Worte wie Kapazität
    Auslastungsgrad oder Marktpotential
    All die Willenskraft schwebt im Jahrhundertaspik
    Und gerät in die Strömung vom Nu-is-egal

    Des Gebäudes Geschichte ist längstens geschrieben
    Und ein Mörtelstrang ragt aus der Wandnostalgie
    Die Arbeit ward aus den Maschinen vertrieben
    Und harrt auf den Neustart – ich wüsste nicht wie

    Geschulterte Vermächtnisse
    Ruh’n in unsteten Schreinen der Handlangerei
    Untradiert über ein Handmanual
    Doch die Fertigkeit stummer Gedächtnisse wiegt
    Nur im Hain alter Mauern noch resthaft real

    Wie den Eifer und Schliff noch im Guten vergeuden?
    Allen Unterschied, den bald schon niemand mehr merkt?
    Du wirkst für die Aura von toten Gebäuden
    Und wirst von den Damalssekunden gestärkt


  • Brixen & das eintausenddritte Gedicht

    Brixen & das eintausenddritte Gedicht

    Oder halt bergsteigen

    Brixen, maul‘ ich unentschlossen, was soll man in Brixen tun?
    Schau‘ mir mein entblößtes Glied an, reim’s zusammen und brumm‘: Nun, …


  • Verona & das eintausendzweite Gedicht

    Verona & das eintausendzweite Gedicht

    Zur Aufmunterung

    Als wär‘ eine einmal vergebene Chance
    In der ganzen Welt nicht mehr zu finden!

    Als würde die ach-so-verfehlte Balance
    Sofort aus dem Orbit verschwinden!

    Als sei’n heikle Stellen so schmal konstruiert
    Dass jeder sie maximal einmal passiert!

    Nun, prinzipiell stimmt all das wohl …
    Doch immerhin gibt’s Alkohol!


  • Malcesine & das eintausenderste Gedicht

    Malcesine & das eintausenderste Gedicht

    Seen und geseen werden

    Die DDR-geborne Gerda war damals nie am Gardasee! –
    Wer, die Gerda? Die war doch eh’r da: Gerda, Star vom Garda!? – Nee,
    Erstes Mal war nach der Wende. –
    War mir gar nich‘ klar … – Tja! – ENDE


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


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