Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

Wasser

Verse für die Phlegmatiker, denen man Wasser, Winter, Nacht, Baby- und Greisenalter zuordnet.
Die beschreibenden und erzählenden Gedichte.
Von der Naturlyrik bis zu allen Längenvarianten der Ballade.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Blick nach oben & das zweihundertsechsundneunzigste Gedicht

    Blick vom Eibsee

    Laszives Massiv.

    Die Abwesenheit von Wasser

    Es scheut sich der Tag zwar, die Nacht zu berühren
    Doch lässt sich das Nichts schon im Blinddarm verspüren
    Selbst gröbste Selbstverständlichkeiten
    Lümmeln sich auf beiden Seiten

    Man wird’s dir mit berstenden Grenzen erklären
    Mit der Tendenz zum Ungefähren …

    Doch ist’s, dass die Fülle der Schönheit nur blitzt
    Weil in ihrer Hülle ihr Abwesen sitzt


  • Bayern & das zweihundertdreiundneunzigste Gedicht

    Rottach-Egern Tegernsee

    Gott mir dir, du Land, du!

    Weissblau

    Der Herrgott tränkte einst dies Land
    Dass aus den Blumen Butter sprießt
    Und Seligkeit zum Treuepfand
    Als Griebenschmalz durch Kehlen fließt

    Wir sind überall Schinken
    Unser Geld schwimmt im Heu
    Hab’n vor allem Linken
    Natürliche Scheu

    Der Schmack im Fleisch, im Gras der Saft
    Das Pfund im Brot, im Arm die Kraft …
    Dass die Luft hier so klar ist, so sauber die Seen …
    Auch die Schönheit der Berge gibt uns zu versteh’n …

    Und dies ahnen genauso die weniger Frommen:
    Das alles hat Bayern vom Herrgott bekommen


  • Drückfahrt & das zweihundertsiebenundachtzigste Gedicht

    Blumenmeer am Grazer Hauptbahnhof

    Idylle am Grazer Hauptbahnhof. Später wurde es ungemütlicher.

    Der Zuggereiste

    Die von Platznot befohlene Sitzposition
    Lähmt mir alle Glieder von Anbeginn schon
    Verfinstert mir seither das Dasein per Dauer
    Und blinzelt gerissen zum dräuenden Aua!

    Die despotische Herrschaft des Unausgestreckten!
    Der aus Muskelfleisch tränende Drang nach Bewegung …
    Diese fiese Gewalt am in Ketten gesteckten
    Körper in regungslos tauber Erregung
    Der in die Polster rückenschwitzt
    Als Plattgedrückter grollt. Und sitzt.


  • Wilhelm-Leuschner-Platz & das zweihunderteinundachtzigste Gedicht

    Leipzig S-Bahnhof Wilhelm-Leuschner-Platz

    S-Bahnhof in Leipzig City.

    Stolz und Urvorteil

    Die Klarheit der Form klagt dem Kitsch-Ornament:

    „Es nervt mich enorm, dass mich keiner erkennt!“

    „So schluchzet laut auf und beginnt nicht im Kleinen!
    Ihr sollt plakativ Krokodilstränen weinen!“

    Der Klarheit erschien solch ein Auftrag zu dick
    Sie beschloss zu verhärmen – mit schnippischem Schick


  • Lauenbrück & das zweihundertfünfundsiebzigste Gedicht

    Landpark Lauenbrück

    Gäste im Abseits beim Poetry Slam im Landpark Lauenbrück.

    Unter Tieren

    Die Tiere sind immer in ihren Verstecken
    Was sich unbedacht zeigt, wird schnell niedergestreckt
    Der Wald wird Gewehrlauf und Fangzähne blecken
    Wo ein Schnäuzchen zu weit sich in Lichtungen reckt

    Die Tiere sind immer in ihren Verstecken
    Sie sind nicht zu sehen und doch sind sie da
    In blickdichten Dickichten nicht zu entdecken
    Ihr’n Fluchtinstinkt zügelnd bei nah’nder Gefahr

    Doch Angstschweiß verrät die Gedanken der Tiere
    Ein spähender Blick streift die Fährte zum Bau
    Die knurrenden Mägen markieren Reviere
    Und Anwesenheit spürt ein Jäger genau

    Dann schnellt eine Kralle ins Herz einer Höhle
    Gellt ein Schuss, kläfft die siegreiche Jägersmann-Töle
    Werden Kobel und Nester von Glut überfallen
    Und Blutrunst durchstöbert die heim’ligen Hallen …

    Doch die Tiere sind immer in ihren Verstecken
    Es werden Verluste und Wunden beleckt
    Kurz ohne ein Heim und ermattet vom Schrecken
    Besteht eine Welt, die ist bestens versteckt


  • Rheinwasser & das zweihundertzweiundsiebzigste Gedicht

    Mosel bei Koblenz

    Moselschwimmer, vom Schönfärber verwöhnt. Und ein Rheingedicht. Mit Gruß aus Koblenz.

    Treibgut (darum ist es am Rhein so schön)

    Dass ein alter und schmutzigschauriger Fluss
    Im Tal der Romantik sehr traurig sein muss
    Mag jeder nach Stimmigkeit Dürstende glauben
    (Und niemand soll hier ihm die Zuversicht rauben)

    Auch zur Schmach der Dramaturgen
    Schauen Fachwerk, Wein und Burgen
    Auf die brackigbraunste Brühe
    Die als Fahrtweg nur beliebt
    Weil es all das andre gibt

    Ach, leidige Idyllen-Mühe!
    Da am stärksten dich genießen
    Die sich dreist und mit Genuss
    Ins gemachte Flussbett gießen
    Nivelliert vom Überfluss


  • Maxvorstadt & das zweihundertsiebenundsechzigste Gedicht

    Maxvorstadt

    Da schwingt wohl eine kleine Fremdsprachensehnsucht mit … kaum, dass man fünf Tage nur in Deutschland war.

    Karwenzig blasst de Avenhumm

    Karwenzig blasst de Avenhumm uwer Pickwikkastell
    Da einsamst klamm ehn Petersmann im Blottschreif durg de Astel
    Sei Wündspalts purgelt furchtersicht, un krähwärts zirrt sei Nassen
    Da hebbet sig de Mann un richt: „No kommet Darsteen Kassen!
    No kommet he, no kommet he!“ – un all da Spritzback bämmst in’n sne‘
    De Zarm kühn’ns nimmer fassen …

    Verländert geift an letzt Gerück‘
    Herdorch de Heen von Peters
    Da spanend außig alsen Drück
    Hinnach flächt dess Gezeters

    Larendebt locht de Avenhumm un ab de Lurgen Beime
    Von stillerst ward, niet angepelcht – vorkorst de lichten Eime
    Un wenzig blasst de Avenhumm uwer Pickwikkastell
    Klamm einerter de Petersmann. Im Blottschreif foh’sen Astel!


  • Sommerpause & das zweihundertsechsundsechzigste Gedicht

    Tollwood Festival

    Beinahe Urlaub: drei freie Tage in München. Im, aber ohne Sommer

    Moose und Mosern

    Da atmen die keuchenden Bäume den Staub
    Den der sonnendurchdrungene Boden nicht hält
    Es senkt sich verzagend vom Zweige das Laub
    Dem gilbenden Grase als Frage gestellt:
    „Weißt du, ob des Regens belebender Guss
    Ist schon auf dem Wege zu uns? Denn sonst muss
    Das vom Frühling Erworbene wieder verderben
    Und noch als Gedeihendes frühzeitig sterben!“

    Da, wie auf ein Zeichen, verfinstern sich Wolken
    Werd’n Wasser auf Wasser aus Watte gemolken

    Den Pflanzen ist’s fraglos erlösender Segen
    Nur ich moser‘ böse: „Den ganzen Tag Regen!“


  • Vorstadt & das zweihundertdreiundsechzigste Gedicht

    Görlitz, andere Neißeseite

    Drei Tage Görlitz, Straßentheaterfestival. Über Grenzverläufe innerhalb der Stadt.

    Stadtkernaufwertung

    Da ist der Geruch aus den Kellern der Vorstadt
    Der lässt sich nicht globalisieren
    Dort liegt noch Terrain, mit dem keiner was vorhat
    Sind Flecken und Flecke, die nicht int’ressieren
    Bald sind es nur sie, die dich an die Stadt binden

    Doch kennst du die Pfade fürs Weiterempfinden
    Lässt sich dieser Ort nicht hinfortinvestieren


  • On the road again & das zweihundertsiebenundfünfzigste Gedicht

    Olympiapark München

    Ach, was war das für eine entspannende Zeit: zehn Tage Tourpause. Und jetzt weiter im Text.

    Das Leseband

    Es hängt das Lesebändchen stur
    Sinnlos baumend, scheinbar munter
    Zweckverwaist als Buchmontur
    Sich nicht rein, nur rücklings runter

    Wie ist noch dieses Buch gewesen
    Das ich scheinbar hab gelesen?
    Sagt das Band, ich wollt dran denken
    Es schnellstmöglich zu verschenken?

    Oder meint es: „Gib dem Buch
    Einen weiteren Versuch!“
    Ist’s ein Signal, es sei so schlecht geschrieben
    Dass nicht mal sein Bändchen drin hängen geblieben?

    Nun war ja des Bändchens ureigener Sinn
    Zu zeigen, wie weit ich gekommen bin
    Doch mitleidsbefreit sagt das Band jetzt: „Du Tor!
    Bist so weit als wie zuvor …“


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

* Costa Rica
* Hawaii
* Indien
* Kuba
* Madagaskar
* Malaysia (Borneo)
* Marokko
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* Namibia
* Seychellen
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