Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

Wasser

Verse für die Phlegmatiker, denen man Wasser, Winter, Nacht, Baby- und Greisenalter zuordnet.
Die beschreibenden und erzählenden Gedichte.
Von der Naturlyrik bis zu allen Längenvarianten der Ballade.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Krokodil & das dreihundertneunundvierzigste Gedicht

    Krokodil Madagaskar auf dem Tsiribihina.

    Wir hatten die Garantie, dass diese Tiere unser Zelt am Flussufer nicht angreifen würden, weil sie viel zu viel Angst hätten. Wir haben das mal geglaubt. Es hätte eh nicht ins Zelt gepasst.

    Das Krokodil

    Das Krokodil liegt einfach da
    Die Schreckensschnauze auf halb acht
    So ruht mit ihm auch die Gefahr
    Die uns so sorgsam beigebracht

    Was grad aber nun unsere Neugierde weckt
    An dem Monstrum, das so sanft hier niedergestreckt
    Und blass einlädt zur näheren Inspektion
    Und zum Test, ob allmählich sich langsam nicht schon
    Erübrigt der vordem verbreitete Schrecken
    Doch abermals gibt’s für uns nur zu entdecken:
    Von Schnellkraft und Bisswut und Grauen ermächtigt
    War’n all jene Warnungen durchaus berechtigt!

    Das Krokodil liegt einfach da
    Und in ihm drin – ein weit’rer Narr


  • Lakana Be III & das dreihundertdreiundvierzigste Gedicht

    Tsiribihina River Sonnenuntergang

    Für zweieinhalb Tage auf dem Tsiribihina. Zum Abschluss wurden wir gebeten, eine Rede auf die Fahrt und das Zusammenleben mit der achtköpfigen Bootsmannschaft zu schreiben. Natürlich musste das ein Gedicht werden, was mi glucksender Überraschung aufgenommen wurde.

    Two and a half day on da Lakana Be

    Two and a half day
    On da Lakana Be
    There are people hard working – their number is: eight
    And there’s two on the top – who are just gaining some weight

    The water’s so shallow – and it’s not getting better
    If the tourists on board become fatter and fatter
    But the cooks both made really excellent jobs
    And their singing and dancing was Top of the Pops
    And so was the work of the rest of the crew
    While we just lay down and had nothing to do

    The captain did slalom and some marvellous u-turns
    And we just laid down and were getting some sunburns
    And tried hard to keep all the memories in our head
    While the whole crew was eager to rescue a hat
    Jonny explained us nearly whole Madagascar
    And in the distribution of pencils – he’s really a master
    And there’s so much to mention that you did for us:
    Building up tents, collect wood, play guitars
    So it feels like a week what was twoanhalfday
    That we were your guests on the Lakana Be

    We’ll keep this in mind and especially
    When we are back in Germany
    Back in our jobs and in cold winter’s shiver
    We’ll remember the lazy days on Tsiribihina river
    Thank you so much
    For giving us such
    A great time: twoanhalfday
    On the Lakana Be


  • Mohrenlemur & das dreihundertsiebenunddreißigste Gedicht

    Weiblicher Mohrenlemur

    Nach der gut gefüllten Lemurengedichte-Serie in „Mehr Kacheln!“ bin ich tatsächlich in diesem Urlaub noch auf bislang von mir unbedachte Arten gestoßen. Hier Fortsetzungsfolge drei von vier. Der Mohrenlemurmann ist eigentlich schwarz – hier abgebildet ist ein Weibchen.

    Mohrenlemur (oder Schwarzer Lemur)

    Ja, du bist der schwärzeste von allen
    Mit dem härtesten, welligsten Herz aller Welten
    Dein Fell lässt die Strahlen der Sonne verhallen
    Und vergessen, dass sie auch nur etwas erhellten

    Es dient dessen Schwärze dem Gelb deiner Augen
    Die schwefelgelbwild alles Leuchten einsaugen
    Laut Grundlektion der Metaphorik
    Ein Farbsignal von Diabolik
    So zähltest du im Furchteinflößen
    An anderen Orten zu den Größen
    Doch da rangiert doch weit vor dir
    In Hiesigkeit das Fingertier

    Dein Weibchen hat das längst erkannt
    Geht nicht mehr einher mit dem Farb-Nein des Mohren
    Haselnussbraun schmückt ihr Damengewand
    Sie krönt gar mit Weißheit den Pelz ihrer Ohren

    Dein Schwarz schaut fast noch böser drein
    Wo andre sich graziös befrei’n!


  • Palmarium & das dreihundertfünfunddreißigste Gedicht

    Coquerel-Sifaka

    Ein Koalagedicht. Der erwähnte Baum ist lediglich eine madagassische Unterart des Eukalyptus, der eben die erwähnte papierne Rinde aufweist. Der abgebildete Koala ist ebenfalls endemisch und heißt Coquerel-Sifaka (über den es aber schon in „Mehr Kacheln!“ ein entsprechendes Gedicht gibt). Er ist der letzte Überlebende einer Sifaka-Familie, die es auf der Palmarium-Insel nicht geschafft hat.

    Beweggrund für ein Koalagedicht

    Wär ich Bär, oha, ich wär
    Gerne ein Koalabär
    Denkt’s mich unterm Eukalyptus
    Aufgehängt im Rebootrhythmus
    Längst vom scharfen Saft belämmert
    Dessen Vorschlagskraft jetzt hämmert:
    Es kann doch nichts okayeres geben
    Als so ein Koalaleben!

    Und des Baums beleb’nder Duft
    Nebelt in die steh’nde Luft
    Und will mich mit Menthol betören
    Dass ich mich im Hirne winde:
    „Könnt‘ ich doch hierhin gehören!“
    Kraxelnd an papierner Rinde …

    So atemfrisch ist ungefähr
    Das Leben vom Koalabär
    So dacht es mich dereinst am Strand
    In einem fern geleg’nen Land …

    Letztlich blieb doch einfach alles beim Alten
    Ich wollt nur den Duft in Erinn’rung behalten


  • Offroad light & das dreihundertvierunddreißigste Gedicht

    Chamäleon

    Kurze Lemurenpause. Mit einem Vertreter der großen anderen Tiergruppe der Insel. Und einem Text zu einer gewohnten Situation: durch ein fremdes Land brettern zu Songs weit hinterm Verfallsdatum. Funktioniert sogar mit Ace of Base.

    Secondary Road

    Nie haben UB40 sich besser in die Landschaft geschmiegt
    Als im stiebend verwehenden Pistenstaub
    Red Red Wine, der in Schlaglöchern taktvoll versiegt
    Und wir ruckeln mit ihm, gesäßmuskeltaub

    Selbst Shakira ist ganz Mama Africa
    Und plädiert für ein ewiges 2010
    Wir pflügen mit ihr durch die Zebu-Schar
    Bitten hupend Geflügel zu Seite zu geh’n

    Wir sind vom Grounddreck fast erfasst
    Beseelt, wie gut der Soundtrack passt


  • Kronenlemur & das dreihundertdreiunddreißigste Gedicht

    Kronenlemur followed by dunkelfellige Kreuzung zwischen Mohren- und Kronenlemur.

    Nach der gut gefüllten Lemurengedichte-Serie in „Mehr Kacheln!“ bin ich tatsächlich in diesem Urlaub noch auf bislang von mir unbedachte Arten gestoßen. Hier Fortsetzungsfolge zwei von vier. Es folgen noch zwei Gedichte und Fotos u.a. vom Aye-Aye.

    Kronenlemur

    Das sind bloß zwei Flecken und gar keine Krone
    Du wähnst dich mit Herrschaftsbereich, doch bist ohne

    Obgleich auch dein Selbstbild nicht wirklich benagt
    Dass mancher der andren dich weit überragt
    Denn du bist der Lemur mit den zwei braunen Flecken
    Die höchst majestätisch die Stirne bedecken

    Die hat man eh’r schmeichelnd einst Krone genannt
    Das hab’n nur die and’ren noch nicht recht erkannt
    So dass du klammheimlich ihr Zweifeln bekicherst
    Indem du dir chefliche Anteile sicherst
    Bevor auch die tumbsten Lemuren entdecken:

    Der trägt keine Krone – das sind nur zwei Flecken!


  • Rotbauchlemur & das dreihundertzweiunddreißigste Gedicht

    Rotbauchlemur

    Nach der recht umfangreichen Lemurengedichte-Serie in „Mehr Kacheln!“ bin ich tatsächlich in diesem Urlaub noch auf bislang von mir unbedachte Arten gestoßen. Hier Fortsetzungsfolge eins von vier. Es folgen noch drei weitere Gedichte und Fotos u.a. vom Aye-Aye.

    Rotbauchlemur

    Von roter Farbe ist dein Bauch
    Ich würde sagen: Sicher – auch!
    Ist doch dein Fell, noch ungegerbt
    Ganz regelmäßig eingefärbt

    Warum stürzt sich die Namenswelt
    So auf dein Bäuchlein, rot befellt?
    Das wollig, pummlig aufgebauscht
    Leicht angekräuselt unterflauscht
    Im Weichsein vielleicht unbeschreiblich
    Doch gleich verteilt am Körper, mein‘ ich

    Nun mussten die Namensvergeber wie -innen
    Ja irgendwo mit dem Benennen beginnen
    So benannten sie vorerst dich nach deinem Bauch
    Dahinter (in Klammern) steht unsichtbar „auch!“


  • Abu Dhabi VII & das dreihundertsiebenundzwanzigste Gedicht

    Abu Dhabi Silhouette

    Dattelglück

    Es schmeckt la Dattel d’Abu Dhabi
    So nach „ja, hier komm ich her!“
    Nach orientalischst und arabi-
    Chst und Schleck und „köstlich, mehr!“
    Bergamott‘ winkt, Kardamom
    Sandsturm, Temp’raturphantom
    Affenglut bis Abendbrise
    Scheichgewand und Ölpreiskrise
    Nach Verheißung, Adlerholz
    Oryx, Souqs und Sultanstolz

    Wie ein Harz aus dem Herzen der Wüste geronnen
    Wie von Myrrhe beraucht, für den Gaumen erwählt
    So haben wohl schon tausend Nächte begonnen

    Die eine mehr braucht’s, die dir alles erzählt


  • Sylter Sand & das dreihundertzwanzigste Gedicht

    Dünenwanderweg Sylt

    Sylter Sand / Die Leiche

    Ob es an der Hitze lag
    Oder an ’nem Blitzeinschlag?

    Ich selber schwieg, als man mich fand
    Tot ausgestreckt im Sylter Sand

    Schon fast bedecktes Rieselziel
    Ein vorbestimmtes Strandfossil


  • Strandcruising & das dreihundertneunzehnte Gedicht

    Sylt Strand bei Kampen

    Am Strand

    Ich konjugiere die Vergangenheitsform von Effektivität
    Und verfehle dabei noch die Unternorm – von morgens früh bis spät

    Im Korridor meines Elans herrscht der Strand, ganz tief gedrückt ans Meer
    Wo die Kühle des stiebenden Salzdunsts entspannt – mit Füßen, sandstapfschwer

    Wenn du in den Kern meiner Langsamkeit dringst, der sich nur selbst umgarnt
    Mag sein, dass du gleichtief und tiefer noch sinkst – nun gut, du bist gewarnt!

    Der beglückende Schimmer benässter Haut wird eins mit ihrem Glanz
    Vor der noch die windigste Brise abflaut ob solcher Eleganz

    Silhouettenbeglättend versiegt die Zeit ins tiefgedrückte Meer
    Vor dem Idyllen-Kokon der Einsamkeit entseufzt sich Gegenwehr

    Ich konjugiere die Gerundiumsform von Attraktivität
    Aus der sonnenbetankt sich der Rest an Strom ganz ohne Puls entlädt


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


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