Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

Wasser

Verse für die Phlegmatiker, denen man Wasser, Winter, Nacht, Baby- und Greisenalter zuordnet.
Die beschreibenden und erzählenden Gedichte.
Von der Naturlyrik bis zu allen Längenvarianten der Ballade.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Ganges & das vierhundertzweiundzwanzigste Gedicht

    Pilsen

    Die Schönheit des Ganges

    Hallöchenpopöchen, Ihr Götter da droben
    Ich meld‘ mich, die Schönheit des Ganges zu loben:
    Die grazile Gazelligkeit schreitender Beine
    Der Damenbesetzung vom Straßenballett!

    Mich treibt nicht der Geifer nach Fleisch – nur der reine
    Augengenuss eines „Guck mal, wie nett
    Flaumige FlaminGo-Go-Mädchen
    Raumüberwindend durchstelzen dies Städtchen!“

    Da, ein Knie federt wadenwärts über das Pflaster!
    Und der Hüftschwung verglüht als in Backen gefasster
    Betörend die Böden bezuckernder Guss …

    Nach dem ihr benanntet ’nen indischen Fluss!


  • Tschechien & das vierhunderteinzwanzigste Gedicht

    Pilsen

    Stranger than Kindness

    Tschechien ist wie ein Song von Nic Cave
    Ein bisschen Pan Tau und ein bisschen New Wave
    Der Künstlergeck aus alter Blüte
    Mit seinsbewusstem Schwergemüte
    Umsäumt von dem Strandgut des Sozialismus

    „Ahoi!“ grüßt dich das Maulwurfswort
    Dann schwemmt das erste Bier dich fort
    Und bis sich Schweyk in Schweigen hüllt
    Wird Henry Lees Refrain gebrüllt
    Im auf Kopfsteinpflaster getippelten Rhythmus


  • Blätter & das dreihundertzweiundachtzigste Gedicht

    Schwabinger Herbst

    Indian Summer

    In Erinn’rung an die Sonne
    Wechseln Blätter ihre Farbe
    Dass man all der Wärme Töne
    Besser im Gedächtnis habe


  • Fossa & das dreihundertachtundsiebzigste Gedicht

    Fossa in Kirindy

    Nachhaltige Begegnung. Herbstliche Erinnerung an Madagaskar und den Fossa (dessen „o“ im Madagassischen eher wie ein „u“ intoniert wird).

    Fossanähe

    Ein gewisser Fossa
    Stand mir heut im Wege
    Panisch schrie ich: „Mussa
    Nich in ein Gehege?!“

    Das Tier, es maunzte souverän
    Beim An-mir-vorübergeh’n –
    Führte reines Nichts im Schilde
    Und beschämte mich mit Milde

    Klar
    Es war
    Das abgerundetste Katzentier
    Das auf Wattetatzen hier
    Verwundert meinem Blick auswich
    Geduckt ins Dickicht wieder schlich
    Bis nach auf Stunden
    Gerundeten
    Sekunden
    Auch sein seidig geschmeidiger munter gewundener rundlicher ungemein langer Schwanz
    Ganz
    Entschwunden
    War

    „Hoppsa,“ dachte ich, „so nah
    War ich grade einem Raubtier!“
    Aber nee – die Nähe, glaubt mir
    War mir näher als der Abstand
    Mit dem ich mich letztlich abfand

    Nächstes Mal versuch’ste mehr –
    Kriechst dem Fossa hinterher!


  • Aye-Aye Zwei & das dreihundertzweiundsiebzigste Gedicht

    Aye-Aye auf Aye-Aye-Island

    Mit diesem Text soll die vermutlich größte Sammlung von Lemurengedichten vorerst abgeschlossen werden. All die Unterarten von Sifakas, Wiesel- und Braunen Lemuren, die ich in diesem Jahr ebenfalls erspäht habe, müssen zunächst noch ohne Untergedicht bleiben. Zusammen mit den Lemurengedichten aus „Mehr Kacheln!“ kommen wir auf nunmehr 13 zoologische Halbaffenpoeme. Da muss man sich erst mal einfühlen. Details später.

    Fingertier oder Aye-Aye

    Du spleenpralle Laune von Mutter Natur
    Du ins Dickicht gefallene Comicfigur
    Du göttlich-komödischer Gothicclown
    Du fürs Spotlight des Spottes geborener Faun

    Schon die Undimension deiner Fledermausohren
    Deine schütteren Zotteln, dein buschiger Schwanz
    Sie soufflieren, man hätt‘ nur aus Scherz dich geboren
    Als ein Schlimmer-geht’s-nimmer – nur war’s das nicht ganz:
    Feurig rot schielt ein Augenpaar aus deiner Fratze
    Und maskiert deinen Possentanz „Straight outta hell!“
    Schaurig besoundtrackt vom Krallen-Gekratze
    Des Langfingernagelpaars in XXL
    Und messerscharf raspeln Eispickelzähne
    Gierig beknabberte Hölzer zu Späne

    Es ist so, als wär‘ keine Zelle in dir
    Nur halbwegs verwandt mit ’nem richtigen Tier
    Du bist in allem übertrieben
    Und zwingst uns, grade das zu lieben

    Du bist im Großen wie im Kleinen
    Entschlossen, Schönheit zu verneinen
    Dass wir verstummen wie vorm Grab …

    Und jetzt nimm deine Maske ab!

    Mehr Gedichte über Tiere (und viele Lemuren)


  • Hauch des Winters & das dreihundertsechsundsechzigste Gedicht

    Belo Tsiribihina

    Nun wäre das erstgesetzte Ziel geschafft: 366 Gedichte für die 366 Tage des (Schalt)Jahres. Da aber das Ziel auf 500 Gedichte aufgestockt wurde, kann nun nicht der Stift beiseite gelegt werden, sondern muss sich gesputet werden – 134 Gedichte in den restlichen zweieinhalb Monaten…! Und weil diese kalt zu werden drohen, hier ein Foto aus dem Westen Madagaskars – vor drei Wochen aufgenommen und schon sehr weit entfernt.

    Hauch des Winters

    Plötzlich beugt sich das Jahr
    Und will nicht mehr leben
    Und es hat sich beinah‘
    Jedes Blatt aufgegeben
    Es entglänzt sich das Grün
    Und zerzaust sich ins Gilben
    Den Dichtern entflieh’n
    Die romantischen Silben …

    Mählich türmt sich der Eindruck von Straße und Dreck
    Und in vier bis fünf Wochen ist alles hier weg
    Was der Frühling an zartigste Zweiglein getrieben
    Wird von Fußtritten klobigstem Schuhwerks zerrieben

    Für vier Monate wird dann der Film angehalten …
    Und die Leinwand im spärlichen Restlicht erkalten


  • Wiesellemur & das dreihundertneunundfünfzigste Gedicht

    Wiesellemur

    Und in der letzten Madagaskar-Woche tauchte dann doch noch ein zusätzlicher, noch nicht von einem Gedicht bedachter Lemur vor meiner Kamera auf. Auf welche Weise, erklärt sein Ged/sicht.

    Der Wiesellemur (Englisch: sportive lemur)

    Nur der drolligen Pupillen wegen
    Sollt‘ man nicht den Willen hegen
    Den Schlafkloß aus dem Astlochschacht
    Hinauszustoßen – gleichwie sacht!

    Ach, achteten wir den nachtaktiven
    Tagesablauf des sportiven
    Wiewohl meist ruhenden Wiesellemuren
    Würden wir ihn kaum auf unseren Touren
    Egoman entzückungssüchtig
    Einmal kurz, beglückt und flüchtig
    Aus dem Schlaf ins Helle stupsen
    Dann in unsren Fokus schupsen

    Sein Blick irrt halbgar: „Was’n los?!“
    Mit Augen, die gar doppelt groß

    Da gluckst die Hingerissenheit
    Ob solch massiver Niedlichkeit

    Werter Wiesellemur, verzeih’n Sie die Störung
    Die Ihnen laut Murren nur wenig gefällt
    Doch dient dieses Opfer durch Optik-Betörung
    Versöhnlichst dem inneren Frieden der Welt!


  • La Digue & das dreihundertsechsundfünfzigste Gedicht

    La Digue, Uferstraße

    Wenig originell, aber ein verlässlicher Quell sprudelnden Glücksgefühls: Fahrradtouren auf La Digue.

    Gott ist ein Fahrrad

    Ich schiebe per Pedale die ruhigste Kugel
    Die sich irgendein Gott für das Erdreich ersann
    Ich gelobe dem ewigen Offline und google
    Mir Videos, Stichwort: „sehr glücklicher Mann“

    Wo Flughunde die Lüfte cruisen
    Und Üppigkeit und Sanftheit schmusen
    Wo jede Blüte Farbe singt
    Von jedem Ast ein Vogel winkt

    Jede nächste Kurve, die ich mir ertrete
    Beschert eine weitere Fototapete
    Vom Schattenspiel des Walds erfrischt
    Zwei Meter später: Meeresgischt

    Wirklich alle Elysien der Weltreligionen
    Kacken kraftlos und sämig gegen diesen Ort ab
    Wie sollte sich da all die Fügsamkeit lohnen
    Wo ich schon viel Schön’res durchs Flugticket hab?

    Ach, Seligkeit des Hedonismus
    Bleib du Begleiter meiner Fahrt
    Und lass dereinst mich ewig strampeln
    Rund um La Digue, mit einem Rad!


  • Seychellen & das dreihundertfünfundfünfzigste Gedicht

    Seychellen Kolibri

    Nichts beeindruckender denn das allmorgendliche Vogelgesinge auf Mahe und Kolibri-Gehoole auf La Digue.

    Im Gezwitscher

    Das ist wohl das dichteste Piepsgewühl
    Kaum hört man sich grad einen Meter voran
    Trifft man auf ’ne Hecke aus Tirillilil
    Lauscht man drüber, schlägt irgendein Schnatterhahn an

    Es gurrt selbst zwischen den Ohrenzehen
    Da pfeift wer versöhnlich ein schnäbliges Lied
    Man verlegt seine Marschroute besser aufs Sehen …!

    Sieht: Jede Verzweigung ist Vogelgebiet


  • Anse Intendance & das dreihundertvierundfünfzigste Gedicht

    Süd-Mahe

    Mit dem Seychie-ÖPNV Richtung Anse Intendance und Anse Takamaka.

    50 Shades of Green

    Nach Takamaka mit dem Tata
    Vollgepacktes Brummgeratter
    Anse an Anse ans andre Ende
    Pflanzenparadiesgelände
    Gleißend grüßt türkis das Meer …

    Doch überwiegt das Grün so sehr
    In Üppigkeit und Wachtumsdrang
    Dass mir bei seinem Anblick bang
    Ist, ob man da sogar als Mann
    Vom Hinseh’n schwanger werden kann


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