Bermuda3eck, Freibeuter, Riff – wer über die letzten Jahre beim Club der Lebenden Dichter auftrat, ist zwar nur in Bochum gewesen, hat gefühlt aber trotzdem ein wenig Seemannsblut in den Adern und vermutlich einige der Original (!?) Currywürste im Magen. Und weil jene nicht zu Essen wie bei Muttern gehören, dieses Gedicht:
Baby (Die Grenzen der Erziehung)
Im Spätsommernachmittag-samtigen Wind
Hab ich dich daheim einst gebettet, mein Kind!
Doch wurdest du, ganz ungestüm
Ein asoziales Ungetüm …
This is the day. Vor genau zwei Jahren parkten zwei riesige Zapf-Umzugslaster mit Berliner Kennzeichen vor unserer Münchner Wohnung. Wir hoffen lange Zeit nicht darüber nachdenken zu müssen, wie viele Laster für einen erneuten Umzug nötig wären. Trotzdem ist es schön zu wissen, dass unsere Clouds frei von Daten sind. Schleppen lohnt.
Meine Wohnorte
Jede Stadt, wo ich wohnte, kriegt’s auch ohne mich hin
Essen, Hamburg, selbst Berlin
Trotzdem glaub‘ ich, es flüsterte München zu mir
„Schön, dass du da bist – wir brauchen dich hier!“
Auch wenn sich in diesem Jahr der Luxus zweier auftrittsfreier Tage zu etwas Lebensnotwendigen entwickeln wird, liebäugele ich mit einem Spontanauftritt heute Abend bei Blickpunkt Spot. Im stets beliebäugelungswerten Vereinsheim Schwabing. Wie das wohl ausgeht?
Zumündest
Du, München, wärst so gern wie Mün
Weil der so groß und mächtig ist?
Vergiss nicht, dass du ümmerhün
Zumindest schon mal mündig bist!
Wenn die letzte Wäsche gewaschen und neubeduftet im Kleiderschrank verstaut ist, bleibt sich nur einzugestehen: Ist durch, die Nummer. Um so lakonischer stimmend fällt der Anblick der gesammelten Fotodokumente aus.
Urlaubsreprise
Hotels, Hotels, Ressorts und mores
Der stete Nachhall eines „Woahs!“s
Im Labsalluxus-Wiegeschwung
Nach einem Stelldichein beim „Wo ist Hola?“-Slam in der Landebahnstadt Frankfurt und der freundlicherweise für zwei Nächte gebuchten Unterkunft zur Jetlag-Verarbeitung sind wir nach München zurück gelangt. Und bereits etwas melancholisch.
Fragestellungen und andere Positionen
Fragtest du mich, woran ich hänge, ich hinge
An dem Kalkül der vergänglichen Dinge
Doch so bewahr‘ ich, ungefragt
Nur alten Kram, schon hoch betagt
Irgendwo zwischen dem Auftritt in Seattle und der Ankunft in Frankfurt wurde der 20. Januar verschluckt. Bin zu müde, um der Sache nachzugehen.
Nicht in der Lage – die verschobene Zeit
In Frankfurt hab ich eine Jetlagablage
Zu der ich, Frank, flugs meine Koffer noch trage
Denn die MEZ holt sich pardonlos ihr Stück
Des bei Hinfahrt verlängerten Tages zurück
Sie sind wirklich überall. Und eleganter als jedes Hühnertier in artgerechter Bodenhaltung:
An die wilden Rooster von Kauai
Ihr tockert frechfromm über Wiesen und Straßen
Weil in üppiger Sattheit die Leute vergaßen
Ihr wärt andernorts ein gefundenes Fressen…
Nur kein Panikgegacker – sie hab’n’s ja vergessen!