Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

Kindheit & Jugend

Gedichte, die dem kindlichen Gemüt zuzuordnen sind, sowie leidige Adultismus-Poeme.


  • Frisiersalon, museal & das zweitausendsiebenhundertdreiundneunzigste Gedicht

    Frisiersalon vom 50er-Jahre-Museum in Büdingen

    Mit zehn (Spiel nicht mit den Schmuddelkindern)

    Mit zehn hat sich für dich ’ne neue Schulform einentschieden –
    Sie schert dich aus dem Kreuz und Quer. Wärst du doch neun geblieben
    Und hätt’st ’nen Einser weniger fürs Zeugnisblatt geschrieben!
    Dann hätt’st du einen Abschied von der alten Gang vermieden.

    Von jetzt ab geht es nur bergauf – und immer gleichgesinnter!
    Beinah‘ hätt’st du das Parallele in der Welt vergessen
    Und alles an dem Allen gleichen Kammerton gemessen!
    Doch bahnt sich dein Kulissenblick ins Ahnen vom Dahinter …


  • Vogelstation Moosmühle & das zweitausendsiebenhundertsechsundachtzigste Gedicht

    An der Vogelstation Moosmühle in Benediktbeuern

    Der Specht

    „Ab ins Gefecht!“,
    Denkt sich der Specht
    Und jettet hastig mit Gekrächz
    Ins nächstgeleg’ne Astgeflecht.
    Pocktock, Peckpeck, Tockpockgepecker
    Steh’n Spechtisch für „Oh Mann, wie lecker!“


  • Kaffebeigabenmuseum & das zweitausendsiebenhundertdritte Gedicht

    Im Figuren-Museum für Kaffee-Beigaben Klagenfurt

    Meine Kriegsdienstverweigerung

    Ich habe als Kind im Spiel sehr viel getötet,
    Pathetisch dazu Morricone geflötet,
    Als ’ne Armada Playmobil
    Zum Showdownschluss zu Boden fiel.

    Es überlebten meist nicht mehr als vier von den Guten –
    Der Rest meiner Recken aus Plastik musst‘ bluten …!
    Doch es mildert’s Gemetzel, solang man im Kopf hat:
    Es wird kein Figürchen für immer geopfert.

    Selbst wenn mir ein Typus so gar nicht gefiel –
    Ich braucht‘ ihn als Bösewicht fürs nächste Spiel
    Und um nichts in der Welt hätt ich auf ihn verzichtet!

    Ich denk, im Reallife wird eh’r lässig vernichtet.


  • Seeuferblick & das zweitausendsiebenhundertzweite Gedicht

    Blick von Klagenfurt auf den Wörthersee

    Wörtherseeer Achtsamkeitsanweisung für den Jugendtrainer

    Zu den Krumpendorfer Blagen
    Darfer Krampen! nicht mehr sagen.


  • Hartgestrüpp & das zweitausendvierhundertachtzehnte Gedicht

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    Anmutungen

    Ach, ihr seid noch gar nicht vorbestraft?!
    Hat man euch nie erwischt?
    Habt ihr per Ausseh‘n mich verarscht,
    Verruchtheit aufgetischt?

    Rasiert man außerhalb vom Knast sich
    Denn derart hart den Schädel?
    Blasiertheit war‘s allein, dass fast ich
    Evakuiert‘ mein Städel!

    Die Tattoowucht entsprang allein
    Spätjugendlichen Zwängen?
    Gefängnis stünd euch wirklich fein!
    Ich will euch da nicht drängen,

    Doch optisch passt ihr wunderbar
    Auf den Justizvollzugsalltar!
    Die Härte, die ihr darstell‘n wollt –
    Die ließ sich dort beweisen!
    Ihr würdet nur, dort reingetrollt,
    Halt weniger verreisen.


  • Botinas & das zweitausenddreihundertachtunddreißigste Gedicht

    Inselchen an der Botinas Bucht bei Ilha Grande

    Furzende Jugendliche

    Furzende Jugendliche sind meistens ganz leise
    Und duften in Grüppchen ihr Viertelchen scharf.
    Sie rüpeln sich aufwärts mit hörbarer Meise –
    Sind in der Erfüllungswucht voller Bedarf.
    Und furzen und furzen und bleiben dabei,
    Erzählt auch der Rektor: „Nun geht – ihr seid frei!“

    Furzende Jugendliche bleiben als Sorge besteh’n,
    Ihr Hier-Sein in keinerlei Morgen zu dreh’n.
    Man fragt: „Wollt ihr Pommes?“ – sie furzen und lachen.
    Und Welt muss sich dreh’n trotz solch störrischer Sachen.
    Und sie dreht sich! Und die Jugend wird furzen und furzen.

    Es greift jeder Vorwurf auch etwas zu kurz, denn
    Wir hab’n uns ärschlich längst pazifiziert,
    In mancherlei Nachhinein niedergeniert.

    Was hat Pubertät an uns übelst gerochen!

    Ich fühl trotz der Knackser mich noch nicht gebrochen
    Und in Wellnesshotel lass ich oft einen geh’n –
    Als konnte das Heute mein Früher versteh’n.


  • Weißbüschelaffen & das zweitausenddreihundertfünfunddreißigste Gedicht

    Sagui- oder Weißbüschelaffen auf der Ilha Grande

    Spätes Nachsitzen

    Nun bin ich schon älter als einst meine Lehrer
    Und frag‘ mich, was brächt‘ ich mir bei?
    Wo fänd‘ ich den Zugang als Wissensvermehrer
    Fürs üb-liche „Give it a try!“?

    Schlurfende Gedankengänge,
    Ohne Drall nach vorn –
    Ob der Morgens-Aufsteh-Zwänge
    Allen Flow verlor’n.

    Konnten all die Pflichtlektüren
    Mich zu den Gedichten führen?

    Zumindest: Es wurden die Pfade gelegt
    Zu Beeten, die seither man selbstbewusst pflegt.

    Behaupt‘ ja gern und stur, ich hätt’s
    Mir selber beigebracht –
    Liest das jetzt der Herr X, ich schätz‘,
    Dass er nur herzlich lacht.

    Nun bin ich schon älter als einst meine Lehrer
    Und wie ihnen ist mir heute klar:
    Es log meine Show als Aus-Trotz-Aufbehrer,
    Wie formbar ich doch damals war.

    Alle Rechte bei Hans-Peter Franz, der das Gedicht im Rahmen der Rio-Spendenaktion 2023 erstanden hat.


  • Energieträger & das zweitausendzweihunderteinundsechzigste Gedicht

    Strommasten bei Jibacoa

    Gereifter Kinderdank

    Danke für die manchmal nur stoisch
    Gedankenabwandernd
    Ab und an versandenden,
    Dann rauschbelauschten Worte.
    Es sind alle Kinder so minderheroisch,
    Niemals zeitlich verfrüht,
    Doch bald reiflich bemüht,
    Um das Schmieren der ihrigen Pforte
    Zurück
    In das Glück
    Vom noch mind’ren Bewusstsein.
    Alles schlendert gen Schluss vom Gewusst in Verlust ein
    Und nichts in der Welt setzt sich an jene Stelle
    Dieser rüglosgenügsam verfügbaren Quelle.


  • Weg zur Ruhr & das zweitausendzweihundertsiebenundvierzigste Gedicht

    Buhne an den Ruhrauen bei Überruhr

    Im Eisstielwald

    Im Eisstielwald der Kindergärten
    Ist der letzte Busch Sehnsucht verbrannt.
    Bis zum Punkt, da noch nächtens die Glutnester schwärten,
    Hab ich Magnum Mandel erkannt.

    Magnum Mandel„, erkläre ich allen Erziehern,
    „ist gelegentlich nur Theorie!
    Manchmal gleitet die Eiswelt ins Tal wie auf Skiern,
    Mal geschieht das nur selten bis nie.“

    „Und was“, fragst du, „willst du mir damit denn sagen?“ –
    Wechselst antwortenscheu gleich das Gleis.

    „Ich war auch mal so wie die anderen Blagen
    Und ich aß dabei sehr gerne Eis.“


  • Lenbachhausfassade & das zweitausendzweihundertfünfundvierzigste Gedicht

    Die Fassade vom Lenbachhaus

    Frische Nächte

    So vieles ist schon im Verschwinden
    Und für dich ist’s gerade erst da.

    Einer Euphorie fehlt es an Sinn, denn
    Vorm Toast und Trost spricht ein Babar.

    Dein Erfinden wär höchstens Bewahren
    Und der Zweifel nimmt ganz vorne Platz –
    Den juckt’s nur so vor Kommentaren.

    Und nach reiflicher Abwägung hat’s
    Schon genug an erneuertem Anlauf gegeben
    Für unüberblickbare Massen an Leben.

    Schüttert’s trotzdem durch dich,
    Rotz und Trotz hält nichts auf?

    So wart nicht auf mich –
    Stemm die Eisen und lauf!


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


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