Die Leichtigkeit der Mählung
Komm, lass uns einander verbindlichst verbinden!
Wie sollten wir zwei noch was Besseres finden?
Klingt das zu bescheiden? Den Neidern vielleicht.
Die grämt, was uns beiden an Lebensglück reicht.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Die Leichtigkeit der Mählung
Komm, lass uns einander verbindlichst verbinden!
Wie sollten wir zwei noch was Besseres finden?
Klingt das zu bescheiden? Den Neidern vielleicht.
Die grämt, was uns beiden an Lebensglück reicht.

Tagediebe unter sich
Vertraue aufs „Das haut schon hin!“
Und hau‘ dich auf die Couch mit rinn!

Crossover-Ripostegedicht zu Leopold Sedar Senghors „Gedicht für meinen weißen Bruder“ und Robert Gernhardts „Gesetz den Fall, ihr habt ein Schaf gekränkt“.
Angeschwärzt
Gesetzt den Fall, das Schaf ist schwarz –
(wie schnell fällt dann der Satz: „Das’n Fall fürs Gesetz!“?) -,
Und du weißt, weiß strahl’n all deine sichtbaren Parts,
Wenn der Schäfer fragt: „Wer’s’n der Sündenbock jetz?“
Dann gibt’s keinen Klär- oder Kränkungsbedarf,
Weil ein Blick unsrer Herde die Weißheit beweist:
Verbockt hat’s, klar, das schwarze Schaf –
Erst recht, wenn es Obamäh! heißt!
Sagt jetzt nicht: „Schwarz ist farblich doch eh am Ende!
Da kann man sich jedwede Tönung auch schenken!
Nichts, was schwarzes Schaffen mit Chef-Sein verbände –
Da darf man ein Schaf auch mal schärfer für kränken!“
Ein gutes Wollgeknäuel zu tragen,
Liegt auf jedem Fell in der Schafe Natur,
Drum drängt euch nicht zum Kränken-Wagen –
Als stünden wir nicht vor der selben Rasur!

Von Empfindlichkeiten
Die Helligkeit des Simulierten
Ist Wirklichkeiten nicht erlaubt!
Drum rügen sie die Angeschmierten:
„Seid selber schuld, wenn ihr das glaubt!“

Februarsonne
Der Frühling küsst schon wieder mit Zunge!
Doch fragt’s mich, ob der alte Junge
Es wirklich mit mir ehrlich meint.
„Zu früh ist’s!“, blitzt’s in den Taschentuchfahnen,
Die dutzendnäsig wringend warnen,
Dass alles noch gefährlich scheint!

Den Vernetzten beißen die Hunde
Wer durch die Berge Wissen irrt,
Merkt spät, wenn er gebissen wird!

Verhaltenes Comeback
Was wir an schon Gewussten bargen
Im innbeschleiften Wasserburg,
Hat nicht so viel Gepäck ertragen,
Dass ich noch mal ins Nasse gurk‘.

Filmreife
Zwei Rollen Film rollt mir herbei!
Ich mag mich draus entwickeln –
In Dunkelkammermunkelei
Mich aus dem Nebel frickeln.
Im altgedienten Zelluloid
Konnt‘ ich stets was erkennen –
Im Wert diffus, doch was mich freut:
Es lässt sich nun benennen!

Zum Output
Plagt mich die Angst vorm leeren Blatt?
Ich sage: „Nö.“ – das Blatt bölkt: „Wat?!
Der Herr hier ist doch voll der Schisser,
Vor Leere In-die-Hos-sich-Pisser!
Wär er nicht von solch Angst getrieben –
Wir wär’n noch beide unbeschrieben!“

Der alte Mr. Ungefragt (und seine Kleider)
Vermögen die Moden dich nicht mehr zu kleiden
Und lassen die Trends dich nur elendig leiden?
Bleib nackt.
Sei pur und unverzagt –
Du hast noch nicht genug gewagt.
Lass den Sack immer sichtbar auf Tischplatten liegen
Und die Welt einen Würgreiz vom Fischgeruch kriegen!
Bewahr unbekümmert dir deine Manieren!
Dich muss niemands Meinungen interessieren!
Sei nackt.
Bleib Mr. Ungefragt –
Du hast noch nicht genug gewagt.
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