Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

Feuer

Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Abflugbereitschaft & das zweitausenddreihundertundzwölfte Gedicht

    Unsere an die Gentrifizierung verlorene Wohnung in der Tengstraße 4.

    Die Nachmieter

    Schon sitzt die Waffenindustrie
    Bei mir auf dem Balkon
    Ich war so sehr „Mich trifft es nie!“ –
    Das hat man nun davon!

    Die wringt jetzt bald ihr Pimmilein
    In den verwaisten Bottich
    Und etabliert das Unverzeih’n,
    Malt alle Zukunft grottig.

    Schon sitzt die Rüstungsindustrie
    In meiner schnieken Wanne –
    Zwar abgetaucht, doch sicher nie-
    Mals eingeschäumt vom Funne,
    Denn wir einst lieblich ausgekost‘.

    Jetzt bürstet sich der Rüstungsrost
    An Herrn von Zu’stens Pimmilein.

    Ich wärm mich an mein‘ ärmlich‘ „Nein!“.

    Wenn brünftig Euch auch Segen narrt,
    Ihr Günstlinge der Gegenwart:
    Das, was ihr mir genommen,
    Berangt ihr nicht,
    Verzwangt ihr nicht –
    Ihr werdet’s nie bekommen!


  • Telux & das zweitausenddreihundertundachte Gedicht

    Am Soziokulturelles Zentrum Telux / Hafenstube auf dem Gelände der Glasfabrik in Weißwasser

    Gentrifiziert

    Und mit knisterndem Knackser knuspert zu dir
    Der Taubenabwehrdraht.
    Er nimmt deine Taubheit in spe ins Visier
    Und bringt sich schon in Fahrt.

    Ganz leise sirrt’s: Die Stadt wird nie
    Dich voll willkommen heißen.
    Misstraue allen Lächeln, die
    Vollkommen auf dich scheißen!

    Du bist hier fremd und wirst’s, verdammt,
    Kein Leben lang hier bleiben!

    Und aller Strom droht insgesamt,
    Per Stoß dich zu vertreiben …


  • Wiederaufbauversuch & das zweitausenddreihundertundsiebte Gedicht

    Frauenkirche Dresden

    Heiße Speise (was uns Kosten kosten kann)

    Muss meinen tauben Zungenrücken
    Geschmacksblind an den Gaumen drücken.
    Wünsch mir den Horizont zurück
    Und des Empfindens Weite Glück.

    Die Heiterkeiten der Papillen
    Sind abgebrüht, verdampft im Stillen.

    Ich teste nur neutrale Enge –
    Esst ihr schon mal die ersten Gänge!


  • Muschelminna & das zweitausenddreihundertundvierte Gedicht

    Muschelminna / Toberentzbrunnen, ein 1887 erbauter Brunnen auf dem Postplatz in der Stadt Görlitz

    Zittau

    Auch Zeit wird’s, dass du Zausel liest,
    Dass Zittau in der Lausitz ist,
    Wohin du aus Prinzip nicht ziehst,
    Weil du Wicht zu autistisch bist!


  • Schlossmühle & das zweitausendzweihundertachtundneunzigste Gedicht

    Im ersten Stock der denkmalgeschützten Schlossmühle von Lauchhamer, ehemals Mückenberg

    Rüden haben kurze Beine

    Zwischen Dobermännerbeinen,
    Die ganz oben sich vereinen
    In giganter Körpermasse,
    Magst du zwar sehr klein erscheinen –
    Wie von weit entfernter Rasse.
    Doch du weißt ob deiner Klasse,
    Fleckst umher mit Niedlichkeiten,
    Die putzmunter unterschreiten
    Limits, die ein Reißzahn setzt.
    Grobe Dobermännlichkeiten
    (Bild des Hundseins bis zuletzt) –
    Nun ist’s Putzigkeit, die fetzt!

    Alle Rechte bei Susanne Digel, die das Gedicht im Rahmen der Rio-Spendenaktion 2023 gekauft hat.


  • Isarlibelle & das zweitausendzweihundertsechsundneunzigste Gedicht

    Libelle am Isarufer bei Oberföhring

    AG Hochzeit, versilbert

    Dem, der über den Rücken blickt,
    Bedrückt oft, dass das Ührchen tickt –
    Ihr deklamiert aus toller Brust:
    „Das Wandeln ist des Knüllers Lust!“
    Und steht Modell für’n Bronzeguss
    Vom „Ende nicht in Sicht!“-Entschluss,

    Pflegt silberne Haare für goldene Jahre –
    Was euch eure Hochzeit als Bestzeit bewahre!
    Denn Heirat und -tat heißt: Man entspannt sich
    Und sagt Ja zum Jahr als das Paar Fünfundzwanzig!

    Alle Rechte bei C. von Schelling, die das Gedicht im Rahmen der Rio-Spendenaktion 2023 – eigentlich für den 8. Juni, pardon! – von mir für A & G gekauft hat.


  • Paketposthalle & das zweitausendzweihundertfünfundneunzigste Gedicht

    Die ehemalige Paketposthalle nordöstlich der Friedenheimer Brücke

    Die Ansprache (Etappe 2: Unausgesprochenes)
    Teil des Großgedichts „Hier ruht unsre viel zu früh von uns geschiedene Dorothee-Cosima“)

    Ein Balsam von Wörtern ergießt sich in Worte
    Und hinter uns schließt sich Elysiums Pforte.
    Oh, könnte ich sie bloß versteh’n –
    Oh, Cosima! Oh, Dorotheen!
    Jedoch die Wucht der Sehnsucht raubt
    Mir alle Sprache aus dem Haupt –
    Und den Versuch, sich auszutauschen
    Umwuchert rasch ein Sinnesrauschen.

    Jener warme Wind Ihrer Wortproduktion
    Ist All wie -gegenwärtig –
    Er strahlt auf mich Vasallenlohn -,
    Dies Adressat-Sein ehrt mich!

    Doch nun, da Ihr mich angesprochen,
    Hab‘ ich doch nicht grundlos hier Lunte gerochen?!
    Schon kann mein Begehr’n alten Träumen nicht gleichen –
    Vordem Unerreichbares will nicht mehr reichen!
    Der Traum muss Exzess sein – er koste, was wolle!

    Im steten Erheben beim Streben nach mehr
    Entreißt’s alle Rösslein vom Zaum der Kontrolle –
    Was stillt ihren Willen und wo nehm‘ ich’s her?!
    Ermächtigt sich Unflat des weit’ren Betragens? –
    Das ist im Behagen die Frage des Fragens!

    Die Räudigkeit solcher Gedanken bereuend,
    Doch weitere Hürden und Schranken nicht scheuend,
    Kann ich nach Geneigtheit verheißenden Zeichen
    Nicht unversuchend von Euch weichen!

    Will nicht ein schaurig-schwüler Duft
    Grad Eurem Kleid entsteigen?!
    Ist’s nicht, dass süß das Schößlein ruft,
    In Blöße sich zu zeigen?!

    Vielleicht lenkt mich ein Missversteh’n –
    Ganz sicher ist’s mir anzuseh’n,
    Oh, Cosima! Oh, Dorotheen!
    Der Bindestrich entwindet sich
    Und nennt sich fortan Trennungsstrich.
    Er bricht unser Gesprächlein ab,
    Stößt jäh mich Elenden ins Grab!

    Zwei edlen Namen galt mein Sehnen –
    Und jeder wähnt mich abzulehnen!
    So endet alles offenbar,
    Oh, Dorothee! Oh, Cosima!
    Ein Mehr an Verkehr werdet Ihr mir nicht schenken –
    So bleibt nur, dies selbst mir zusammenzudenken!


  • Rosengasse & das zweitausendzweihundertneunundachtzigste Gedicht

    Blick in die Rosengasse beim Sudelfeld

    Wie ihr mir, so er euch!

    Beim Weg über Almen spazier ich auf Schotter,
    Das Gelbe vom Ei ist für mich nur der Dotter,
    Die anderen Schlangen bedienen sie flotter,
    Der Gott meiner Feinde scheint stets etwas gotter –

    Solch Beschwerdegestotter is not ohne Grund.
    Rechtfertigung ist’s allemal
    Für meine Haltung und Moral
    Von einem vertrottelten Rottweilerhund!


  • Marmorpalais & das zweitausendzweihundertzweiundachtzigste Gedicht

    Blick über den Heiligen See auf den Marmorpalais im Neuen Garten

    Potsdam, zu Zeiten der Waffenruhe

    Heut hab ich in Potsdam
    Doch nur an den Kotzkram
    Mit der Lach- & Schieß gedacht,

    Lud in der Idylle
    Die Wumme mit Gülle
    Für eine nächste Zeter-Schlacht.

    Vielleicht reicht diese Munition
    Aus Potsdam, dass ich sehr bald schon
    Mir denk im Scheine spät’rer Sonnen:

    Hab den Tag einst verloren, doch dadurch gewonnen!


  • Coronation & das zweitausendzweihundertneunundsiebzigste Gedicht

    The Mall vorm Coronation Day

    Coronation of Charles III

    Coronation nach Corona,
    Buckinghampalastbewohner,
    Schickercharles heut chic in Schale,
    Rant am Rand tauft man Randale.

    Fahnenfans erahn’n Fanfaren,
    Chartern schon die Charts der Scharen –
    Alles will Begeisterung!
    Alles sagt sich: „Na, so jung
    Krönen wir nicht mehr zusammen!“

    Gewöhnt man sich erst an die Schrammen,
    Versiegen Insignien, einst geliebt,
    Ins Resignieren: „Tja, dann gibt
    Der Vater seinem erstbesten Sohne
    Das Erbe bald halt ohne Krone!“

    Und fast ohne Stolz in der Betonung, i say:
    „The latest coronation-day
    War vielleicht schon the last –
    Und myself war dabei –
    And i bought souvenirs of King Charles, Nummer Drei!“


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


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