Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

Erde

Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Konzertende & das zweitausendfünfhundertsiebenundzwanzigste Gedicht

    Luftballons zum Abschluss vom Platzkonzert der Wiesnwirte vor der Bavaria

    Sonnenschein nach September

    Ich breche die mir selbst gestellten Versprechen
    Und schau mir nicht mehr ins Gesicht.
    Wie gewohnt, lässt sich letztlich mein Stolz noch bestechen,
    Erodiert dieser Berg jener Pflicht.

    Das „Würde“ und „würde“ sich derart gleich schreiben –
    War vor meinem Zutun gemacht.
    Bei meinem Entschluss, es nicht weiter zu treiben,
    Hab ich mir nichts weiter gedacht.


  • Bernried Landesteg & das zweitausendfünfhundertvierundzwanzigste Gedicht

    Wasseroberfläche vom Starnberger See bei Bernried

    Hochgefühl, tiefergelegt

    Vom See her weht der Wind und sagt:
    „Das Gute hat gewonnen.“
    Und in die alten Ufer ragt
    Ein Neues, das begonnen.

    Ich spür die Brisen, seh die Wellen –
    Doch in mir weilt die Skepsis.
    Sich auf mehr Hoffnung einzustellen,
    Besänftigt nicht die Sepsis.

    Es wiegen Halme, Blätter schwingen –
    Erobert scheint der Steg,
    Erzählbereit von bess’ren Dingen.
    Zu guter Letzt: ein Weg.

    Man trug den Eifer, unverzagt –
    Längst trag ich meine Schwächen,
    Werd, da ein frischer Aufblick tagt,
    Versinken ins Gebrechen.

    Das bisschen angefaulter Mut
    Schafft’s nicht mehr zum Triumph.
    Zu oft verwässert ward das Blut,
    Der Adern Haut zu stumpf.

    Das Abgekämpfte stört das Bild
    Und schmälert den Gewinn.
    Wer jetzt nicht feiert, jetzt nicht wild,
    Gehört dort nicht mehr hin.


  • Schlossparkkanal & das zweitausendfünfhundertzweiundzwanzigste Gedicht

    Gondel im Schlosspark Nymphenburg

    Eine Busfahrt bei Regen

    Der Bus, er durchrädert ein Pfützengespritze,
    Feuchtneblig erblinden die Scheiben.
    Die vom Sommer noch kürzlich beschienenen Sitze
    Erklammt neues Kühl, um zu bleiben.

    Es wird Herbst, schreit die tropfnasse Kondensation.
    Es bleibt sommerlich, kontert mein Hoffen.
    Doch die Busfahrerdurchsagen ändert ein Ton,
    Der macht mich bedenklich betroffen.

    Ich bestelle dem Sommer zehn Comebackabsichten,
    Mit Lieferzeit zwei bis drei Wochen.
    Bis dahin mag Regen sein Unheil verrichten,
    Den Sommer zur Abheftung lochen.

    Es wird Herbst, hört man’s Frühchen der Dunkelheit plärren.
    Es bleibt sommerlich, schnauz‘ ich zurück.
    Werd‘ mich mit viel Beharr gegen’s Aufgeben sperren,
    Bewahr‘ meine Rolle im Stück
    „Eine Busfahrt bei Regen“.

    Ich mag mich deswegen ja gar nicht beklagen,
    Werd‘ weiter vom Hof der Gewissheit verjagen,
    Was Schlusspunktesetzer in Hetze platzieren.

    Noch geht die Fahrt weiter, kann so viel passieren …


  • Pagodenburgküche & das zweitausendfünfhunderteinundzwanzigste Gedicht

    Pagodenburgküche im Schlosspark Nymphenburg

    Schlossparkrunde

    Noch kann mein neuer Abtrottpfad
    Mir Überraschung schenken,
    Noch kreuze ich herum, apart
    Vom „konnt‘ ich mir ja denken!“.

    Wie lang noch, bis mir jede Furt
    Und Abzweigung vertraut?
    Hat die Gewähr, die mich oft spurt,
    Bis dahin abgebaut?


  • Moorrinne & das zweitausendfünfhundertfünfzehnte Gedicht

    An der Krummen Laake – häufig auch Krumme Lake genannt – ein Sumpfgebiet mit Restsee in einer Moorrinne des Berliner Urstromtales.

    Alte Bekannte

    Meine alte Badestelle
    Kennt noch immer meinen Namen.
    Leicht verwirrt sie das Gefälle
    Der mir zugeneigten Damen.

    Denn Badestellen werten Leute
    Nur an ihrer Freud zu schwimmen.
    Die war nie so groß wie heute –
    Ja, ich denk‘, das könnte stimmen …


  • Potsdamer Drache & das zweitausendfünfhundertdreizehnte Gedicht

    Am Drachenhaus auf dem Bornstedter Höhenzug, am Nordrand der Potsdamer Parkanlage Sanssouci,

    Rast (Am Drachenhaus)

    Ich schlürfe unterm Drachen aus:
    Mein Tassenglück Kaffee.
    All die Entspannung gibt’s frei Haus,
    Der Kuchen schmeckt juchhe!

    Die Ungeheuer picken starr
    Mir unbemerkt im Nacken.
    Ich weiß es wohl, doch nimm’s nicht wahr,
    Will nur verstärkt entschlacken.


  • St. Borromäus & das zweitausendfünfhundertzwölfte Gedicht

    Kath. Kirche St. Karl Borromäus in St. Moritz

    Die Scholle

    Es gibt da einen Ort, an dem die
    Mythen, die Diebe, die Chuzpelust
    Seit jeher und fortan besteh’n.

    Dort macht sich die Seele bequem, sie
    Bewirkt’s und tangiert’s von alleine. Du musst
    Aus eigner Sorge dorthin geh’n.

    Denn das Verlieren der Fühler – es schreitet voran!
    Dereinst treuer Schüler, begreifst du: Es kann
    Früher überzeugt Erlerntes
    Hinfällig einstmals erscheinen.
    Und als ein sehr, sehr weit Entferntes
    Nicht zu dem mehr zähl’n, das wir beweinen.

    Es gibt da einen Ort, der speichert
    Der Kupferstecher Beute,
    Der verliert seinen Sog.

    Er hortet so viel, das bereichert.
    Misstraue dem Heute,
    Das stets dich betrog.


  • Wasserburg & das zweitausendfünfhundertsechste Gedicht

    Große Kunstausstellung in Wasserburg

    Aufenthaltsamkeit

    Wie beeinheimischt schlurf ich die Straße entlang –
    Die ich einfach mal Poststraße nenn.
    Bin völlig bereinigt vom Sightseeingzwang,
    Weil ich alles bereits bestens kenn.

    Außer: die richtigen Namen der Straßen,
    Der Gassen, der Winkel und Leute …
    Ich merk sie manchmal, doch immer in Maßen –
    Als Kurzgesprächsrüstzeug fürs Heute.

    Die mir so verblieb’nen Erkenntnismomente
    Will ich mir enthaltsam bewahren
    Als das vom Alltäglichen sauber Getrennte.

    Dann schaff ich’s zum Stammgast seit Jahren.


  • Weitseeausgang & das zweitausendfünfhundertfünfte Gedicht

    Ufer vom Weitsee im Dreiseengebiet zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl

    Nach dem See

    Ich war heut mit künftigen Leichen baden.
    Ich muss sagen, sie schwammen sehr gut.
    Da schwärmten sie: „Erika, zeig deine Waden!“
    Für Lebende ganz schön viel Mut!

    Ich hab manche Hintern vorm Stillstand geseh’n.
    Ich muss sagen, sie blieben mir fern.
    Ich zerrte sie in Silhouetten von Reh’n
    Vor einem erloschenen Stern.

    Die Straffen hab’n frech für ein Mehr kandidiert.
    Ich muss sagen, die wirkten gesund.
    Da wurd‘ manche Zweisamkeit abzelebriert
    In Gemeinsamkeit mit einem Hund.

    Mag sein, ihre Haut wird durch Luft präpariert.
    Ich muss sagen, die kennen den Dreh!
    Für jeden, der doch in ’nen Sarg sich verirrt,
    Steht hinten am Waldrand ein Reh.


  • Jedermann-Festspieltribüne & das zweitausendfünfhundertdritte Gedicht

    Die Jedermann-Zuschauertribüne der Salzburger Festspiele am Domplatz

    Vielleicht, dass Schmetterl …

    Kaum, dass der Sommer dir versprach,
    Du würdest nie mehr frieren,
    Verfinstert sich der Rest vom Tag
    In längst geleerten Bieren.

    Die Brunnen sind noch in Betrieb –
    Dann hab’n wir’s noch nicht Winter!
    Du schwörst, es hätt‘ dich jemand lieb
    und kommst auch noch dahinter …

    Die Würfel sind im freien Fall –
    Da ist noch nichts entschieden
    Und alles ist jetzt überall.
    Der Schlusspunkt ward vermieden.

    Noch laufen vor allem die Brunnen vorm Tore –
    Doch die schönen Geschichten sind alle erzählt.

    Ich schwitze den Alkohol aus jeder Pore –
    Vielleicht, dass aus mir sich ein Schmetterling schält …?


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


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