Kann die Losigkeit hinter dem Gatter riechen,
Spür der Sicherheit lähmende Arme –
Mir ist nicht vergönnt, mich darin zu verkriechen.
Immer wieder gemahnt mich mein Name,
Dass die Unmöglichkeit eines guten Endes
Zu untergestaltend zur Aufgabe zwingt.
Ich schlitt‘re ohne Fundament – es
Kümmert zu spät, dass das alles nichts bringt!
Für rare Momente schien viel überwunden –
Als wäre das Gatter frei interpretierbar.
Doch auf gleicher Höh‘ hab ich mich nie befunden –
Davon zeugt auch die ratternde Zeit unbeirrbar.
Vermögen die Moden dich nicht mehr zu kleiden
Und lassen die Trends dich nur elendig leiden?
Bleib nackt.
Sei pur und unverzagt –
Du hast noch nicht genug gewagt.
Lass den Sack immer sichtbar auf Tischplatten liegen
Und die Welt einen Würgreiz vom Fischgeruch kriegen!
Bewahr unbekümmert dir deine Manieren!
Dich muss niemands Meinungen interessieren!
Sei nackt.
Bleib Mr. Ungefragt –
Du hast noch nicht genug gewagt.
Wir sind schon zu lange in Ferien vor Orte
(Dieser DJ spielt immer das gleiche!):
Wir lümmeln wie auf unserm Strandtuch Verdorrte –
Im Swimmingpool dümpelt ’ne Leiche.
Wir sehen uns vorsätzlich fassungslos an
(Ey, Liquido geh’n nicht mal ironisch!):
Schon vorm Rooftopbar-Sundowner fragst du „Und dann?“ –
Unsre Restauswahl lichtet sich chronisch.
Wir ringeln uns ein in die Post-Wiederholung –
Sind die Abreisezyklen so zwingend?!
Der Tag fädelt ein in die WiderErholung
(Diese Setlist ertrag ich nur singend!): …
Deine Architektur bremst mich aus zum Betrachter,
Einem mal dies und mal das, mal alles Missachter.
Wie ich mich auch bewege, scheint untalentiert –
Und ich habe, weiß Gott, ein paar Jahre trainiert!
Deine Architektur stempelt mich zum Verlierer,
Einem Über-Gebühr-in-der-Lobby-rum-Stierer.
Und mein Stil scheint alleine für mich nicht zu klein –
Nun, ich könnte wohl nirgends verlorener sein!
Deine Architektur drängt mich ständig zum Ausgang
Mit unverblümt säuselndem „Eindringling raus!“-Sang.
Doch ich habe – wohlwissend, dass es so nicht gedacht –
Mich sattsam in ihr breit gemacht!
Der Nebel hier schuldet mir so viel an Gegend,
Das krieg‘ ich doch nie mehr ersetzt!
Im trägen Verdacht mischt sich alles, was lebend –
Das Grau ist hier bestens vernetzt.
Das Graugewölk schuldet mir so viel an Ausblick,
Hier wurd‘ ein ganzer Ort geklaut!
Keinen Dunst, wie ich mich aus der Ebene rausklick –
Hätt‘ ich mich vorher umgeschaut!
Die Nebel-App schuldet mir so viel Erfahrung!
Nur Layer folgt Layer auf Schicht …
Dahinter – vermutenswert – liegt Offenbarung –
Verzettelt in diesem Gedicht.
Der Nebel hier schuldet mir so viel an Gegend,
Mich führt kein Comeback wieder her!
So pack‘ ich als Wissen, die Schwaden umschwebend,
Ein scheues Vielleicht, ungefähr.
Das Quarren alter U-Bahnwägen
In den angekurvten Schrägen –
Wie aus aufgewühlten Mägen.
Geradezu, als ob den Trägen
Unzumutbar schmerzend Last
Aufgeladen.
Nun diesen Schaden
Auszubaden,
Geht hart in die Wagenwaden.
Doch ’ne Waage
Checkt die Lage:
Unzumutbar? Nicht mal fast!
Die Sonne schwalbt durchs Schattgeäst
Und Laub wie Laub krönt Welten farben
Wie wallt sich auf zum Schatz der Rest!
Als würde noch geheim: Es starben
Die Prachten solcher Königtümer
Im angestammten Jahrestakt
Und üblich reisst’s von ungestümer
Glorie Herzhaut, falben nackt
Für dich regt sich schon Auferstehung
Mit mir schimpft Herr St. Nimmerlein
Schwenkt längstens in die Unumgehung
Des baldigst Ganz-Gewesens ein