Ich muss immer und immerzu Inschriften lesen
Von Menschen, der’n Hauptwohnsitz da mal gewesen,
Die dort zu Besuch war’n, die einst hier geboren,
Bevor sie ihr Leben woanders verloren.
Was mich betrifft – presst gerne klein
Dereinst in solch ’ne Inschrift rein,
Dass da steht: „Hier stand einer, der triftig und lieb
Statt nur von sich selbst über Inschriften schrieb!“
23 sehr lange Sekunden
Hängt der stärkere Furzgeruch um dich herum.
Der schwächere Furz, er verweilt eher unten,
Olfaktorisch verschmalt, windbescheiden und stumm.
Doch der stärkere schreit über Nasenhaarweiden,
Diktiert deinem Anstand: „Jetzt Nachbarschaft meiden!“
Doch, wie gesagt, nach 23 Sekunden
Ist diese Hölle dann auch überwunden.
Ich musste mir oft schon den Nacken verbrennen,
Um Frühsommertage zu ehren,
Um einen Sack Willkür gleich Wandel zu nennen,
Um Umkehrgelüsten zu wehren
Und zudem/vor allen Dingen
Meteorologen dahin zu zwingen,
Als Sommer dies Wetterchen anzuerkennen.
So: Während des Lesens von diesem Gedicht
Geht bitte niemand kacken!
Auch darf, wer vorm ersten Reim sich hier erbricht,
Gern seine Sachen packen!
Man kratzt sich pro Strophe nicht zweimal am Sack
Und hustet seinen Schleim ab!
Der Mindere schütze vor minderem Pack
Das, was ich euch zum Reim gab!
Wir zieh’n mit unsrer Meinungsmannschaft durch unsre eigne Stadt.
Sträubt sich wer gegens Durchmarschier’n, so latschen wir den platt.
Postüberzeugt kopier’n wir die Methoden der Verhassten –
Man sollte die Gefolgschaft nie mit Skrupeln überlasten!
Es gibt per se nie Unfairness unter den Gerechten –
Höchstselbstbefugt fungieren wir als Abschlächter des Schlechten.
Doch – der erstbeste Schrei hat sich selbst langsam satt
Und schreibt schon am nächsten Kapitel der Stadt.