Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

Tiere

Gedichte, in denen Tiere die Hauptpersonen sind.


  • Oachkatzl & das eintausendeinhundertdreiundvierzigste Gedicht

    Eichhörnchen auf dem alten Südfriedhof

    Crossover-Ripostegedicht zu Leopold Sedar Senghors „Gedicht für meinen weißen Bruder“ und Robert Gernhardts „Gesetz den Fall, ihr habt ein Schaf gekränkt“.

    Angeschwärzt

    Gesetzt den Fall, das Schaf ist schwarz –
    (wie schnell fällt dann der Satz: „Das’n Fall fürs Gesetz!“?) -,
    Und du weißt, weiß strahl’n all deine sichtbaren Parts,
    Wenn der Schäfer fragt: „Wer’s’n der Sündenbock jetz?“

    Dann gibt’s keinen Klär- oder Kränkungsbedarf,
    Weil ein Blick unsrer Herde die Weißheit beweist:
    Verbockt hat’s, klar, das schwarze Schaf –
    Erst recht, wenn es Obamäh! heißt!

    Sagt jetzt nicht: „Schwarz ist farblich doch eh am Ende!
    Da kann man sich jedwede Tönung auch schenken!
    Nichts, was schwarzes Schaffen mit Chef-Sein verbände –
    Da darf man ein Schaf auch mal schärfer für kränken!“

    Ein gutes Wollgeknäuel zu tragen,
    Liegt auf jedem Fell in der Schafe Natur,
    Drum drängt euch nicht zum Kränken-Wagen –
    Als stünden wir nicht vor der selben Rasur!


  • Schmuckkitta & das eintausendvierundneunzigste Gedicht

    Schmuckkitta / Blue Magpie Sri Lanka

    Im Käfig

    Es schmückt grad die Vögel mit raueren Sitten
    Ein unschuldig bauschend Gefieder.
    Du kennst den Verein noch von früheren Tritten!
    Doch du fällst auf ihn rein, immer wieder.


  • Wollhalsstorch & das eintausendachtzigste Gedicht

    Wollhalsstorch

    Vie niedlich! (Abschied vom Flugzeug-F)

    Vögelchen Vriedrich
    Vögelte friedlich
    Vrauke, seine Vogelfrau

    Ob solch rarer Harmonie
    Bei der Paarung, schreibt man sie
    Beide nun mit Vogel-V


  • Yalla & das eintausendneunundsiebzigste Gedicht

    Leopard im Yalla Nationalpark

    Leopards

    Durchs Gestrüpp huscht ein Schatten gefährliches Sein
    Als ein mahnendes Ahnen: Du bist nicht allein
    Und durch Reißzähne zischeln sich düstre Geschichten

    Hier horten sich Handstreiche, dich zu vernichten

    Du kannst hier nur zurück und vor
    In deinem schmalen Korridor
    Und beiderseits entleert sich Wald

    Und jederherz schweigt sehr sehr bald


  • Pfauen & das eintausendsechsundsiebzigste Gedicht

    Tanzender Pfau im Yalla Nationalpark

    Pfau, nicht Pfui

    Du Belanglosigkeit zoologischer Gärten
    Wirst nicht mal richtig eingesperrt!
    Zwar bist du bepudert mit äußeren Werten
    Von Spektakularität aber entleert

    Doch dich hier nun als Hähnchenersatz anzuschauen
    Nach dem sämtliche Pranken der Raubkatzen hauen
    Wo dein purstes Gewöhnlichsein zählbarer ist

    Zeigt erst, wie sinnlos schön du bist!


  • Axishirsch & das eintausendvierundsiebzigste Gedicht

    Axis im Yalla Nationalpark

    Der Hirsch als Kulturfolger

    Ein Axis
    In Uggs is‘
    Ein seltener Anblick!
    Hier
    Längst mit den Haxen
    Der It-Girls verwachsen –
    Sind Uggs für den Axis-
    Hirsch
    Irgendwann auch chic!


  • Havel & das eintausendachtundfünfzigste Gedicht

    Havel bei Potsdam

    Ripostegedicht zu Goethes „Zauberlehrling“

    Der Laubbaumsperling

    Hat im alten Zweiggeäste
    Äsend Rehlein nachts gewütet?
    Aufgewellt häng’n welk die Reste
    Die ein Jahr lang ich behütet!
    Siechen gelb und gräulich
    Manche sind fast braun
    Krümmen sich abscheulich
    Grässlich anzuschau’n

    Wackle, wackle
    An dem Aste
    Lös‘ die Last der
    Toten Blätter
    Da ich nicht mehr länger fackle
    All das Laub zu Boden splätter‘!

    Seht, schon gehen die danieder
    Die dem Grün ihr Kontra boten
    Gänzlich frisch strahlt alles wieder
    Niemand trauert um die Toten
    Und in neuem Leuchten
    Glänzt mein heim’lig Baum
    Wie in einem feuchten
    Sperlingmärchentraum!

    Wackle, wackle
    An dem Aste
    Lös‘ die Last der
    Toten Blätter
    Da ich nicht mehr länger fackle
    All das Laub zu Boden splätter‘!

    Kaum, dass ich mein Werk vollbracht hab‘
    Gilbt es schon am nächsten Zweige …
    Noch halt‘ ich hier eisern Wacht ab!
    Was ich rasch dem Rott’nden zeige
    Und mit frischem Mute
    Tu ich, wie’s erprobt!
    Spür den Stolz im Blute
    Mein Erfolg mich lobt

    Rüttle, rüttle
    An den Stellen
    Wo die hellen
    Blätter kleben!
    S’soll am Ast, an dem ich rüttle
    Nichts als grüne Blätter geben!

    Aber wehe, noch bevor der
    Nächste Tatort ist bereinigt
    Dringt zu mir die höchste Order
    Dass die Krone Welkung peinigt!
    Und im Wipfel seh‘ ich
    Gelb und Braun und Rot!
    Denk‘ noch, ich sei fähig
    Herr zu werd’n der Not …

    Doch dann birgt der
    Ganze Himmel
    Farbgewimmel
    Sondergleichen!
    Schon ist mein Plan ein Verwirkter!
    Keine Kraft kann hierfür reichen!

    Rasend schnell erbleicht das Grünen!
    Mir bleibt, hilflos zuzuschauen …
    Soll wohl für den Hochmut sühnen
    Dass ich Herrscher ward dem Grauen?!
    Und es schwebt von selber
    Nieder Blatt um Blatt!
    Alle Welt wird gelber
    Alle Welt wird matt

    Wie ist jener
    Anblick schmerzlich
    Da nun leert sich
    Ganz die Krone!
    Baum, der einst belaubt wie keener
    Zeigt sich plötzlich gänzlich ohne!

    Ach, hätt‘ ich doch nie gerüttelt
    Nie die Grenze übertreten
    Nicht das Laub selbst abgeschüttelt!
    Muss jetzt brav zum Meister beten:
    Herr, der du verwaltest
    Jedes Blatt der Welt
    Gut, dass du mich schaltest!
    Weil mir nun erhellt:

    Sperlingschnäbel
    Soll’n sich hüten
    Rumzuwüten
    Im Geäste!
    Spüre nun der Demut Säbel …
    Danke, Meister, bist der Beste!

    „Dennoch sollst du bitter büßen
    Spatzenhirn, für deine Taten!
    Blätter lass ich wieder sprießen
    Aber du kannst lang drauf warten:
    Bis es wieder grünt, sollst
    Du erfroren sein!
    Doch nachdem du blutzollst
    Schwebt mir vor, dass dein

    Reuig Sühnen
    Fortan stünde
    Für der Sünde
    Früherkennen!
    Drum soll man das Neu-Ergrünen
    Dir zur Ehre Frühling nennen!“


  • Siegestor & das eintausenddreiundvierzigste Gedicht

    Beleuchtetes Siegestor beim Corso Leopold

    Ripostegedicht auf „Der Rabe“ von Edgar Allen Poe – unter besonderer Berücksichtigung, dass die Hälfte der verwandten Buchstaben dem Wort „R-a-b-e“ bzw. „A-b-e-r“ entstammen.

    Das Aber der Raben

    Aber, sprach der Rabe Abel
    Zu der Räbin Barbara,
    Las grad eben in ’ner Fabel
    Unsre Art wär charterbar
    Für allerlei Schläue- und Schabernacksparten!?
    Offenbar parkt dieser Poe
    Unsre Stärken anderswo –
    Wie sind wir an den argen Leumund geraten?

    Sag an, Babs, was wir verbrachen?
    War wer je so scharf auf Aas,
    Dass man mitten blut’ger Lachen
    Der Kadaver Braten fraß?
    Was wählt Poe da Raben zum Mahner vom Schnitter?
    Na, ahn’s ja: ’s war wieder
    Das schwarze Gefieder
    Klar, mag’s Edgar dark, aber, Allen, wie bitter …

    Derart Warn- und Drohgehabe
    Sind mir fremde Albernheit –
    Trotz‘ ja in Charakterfarbe
    Dem geerbten Federkleid!
    Bei Herrn Barbarossa war ich der Entwarner!
    Arbeiter im Air-Geschwader!
    War gar Part von Odins Kader!
    Per Vers degradiert nun zum Gräberumgarner!?

    Was hat denn dieser Arsch von Poe
    Uns derart anzugehen?!
    Gab’s an Getiere anderswo
    Kein Derberes zu sehen?

    Belege herbei für abnormes Betragen!
    Braver Gatte, der ich war
    Wie der Brabbelblagenschar
    Wunderbarer Vater!
    Darf nach aller Gram und Marter
    Eines Rabenelternpaars
    Auch im Namen Barbaras
    Derer ich apart erfragen?!

    Aber erwarte da besser ma‘ gar nix, Babs!
    Außer Metapherblablakram-Gelaber!

    Raben, die an raren Gaben
    Mehr als andere erwarben
    Bleibt nur auf der Erde Ball
    Zu bestehen, überall:
    Als poe-sitives Aber


  • Rofental & das eintausendsiebzehnte Gedicht

    Schafe auf dem Weg zur Hochjoch-Hospiz

    Zur Rolle von Wolle

    Bei einem Kabelsurrbedarfe
    Lausch an der Nabelschnur der Schafe
    Noch vor der ersten Schur!

    Denn nur im Flausch der vollen Wolle
    Rauscht Schafhaar wie ’ne Kabelrolle: surrrr …!


  • Flammenspucker & das eintausendzehnte Gedicht

    Im Giardino Giusti

    Gliederfüßer

    Den Krabben, die über die Uferbank krabbeln
    Schäumt ein schillernder Blasenbehang von der Schnüss
    Der gleicht jenem nach einen Lungendürchschüss
    Ins kehlige Gürgeln versandenden Brabbeln

    Wenn ich durch Mund und Nase schlürf
    Bin ich ein Tier mit Blasenwürf?
    Vielleicht auch am Verbluten?
    Das lässt sich nur vermuten


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