Es kommt fast zwei Wochen später als angekündigt – weil ich auf der letzten Tourstation in Costa Rica lange Zeit offline, sprich: wirklich im Urlaub, war: Gedicht Nr. 500.
Ich danke für das Mitverfolgen meiner Slam-Abschiedsreisen in Bild und Vers – aber das ist erst die halbe Wahrheit: Die Prosa-Geschichten zu den Tourstationen werden im Herbst 2017 in Buchform veröffentlicht.
Nun bleibt noch zu überlegen, in welcher Form hier weitergedichtet wird. Vorschläge und Wünsche sind willkommen! Aber ich muss 2017 nicht unbedingt einen neuen Rekord aufstellen …
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Die 500 Gedichte eines Jahres
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Silvesterjetlag & das fünfhundertste Gedicht

Ein Jahr (Slam-Danking)
Was bleibt am Ende von ’nem Jahr
Das anders als die andern war?Buckelwale und Lemuren
Hinterließen ihre Spuren
Aras, Fahrradfahrten, Strände
War’n ein Paradiesgelände
Metropolen, Lieblingsstädte
Klar, ich wünschte mir, ich hätte
Etwas mehr Zeit dort verbracht
Als 1 Tag und eine Nacht
So fiel jeder Abschied schwer
Dafür, Slam, mein Dankesehr!
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Tortuguero & das vierhundertneunundneunzigste Gedicht

Menschen am Fluss
Und alle haben hier ein Boot
Zumindest im Gedanken
Poetisch preist der Entenkot
Die Ahnen, die ertrankenUnd immer fährt wer weit hinaus
Um irgend Glück zu finden
Und lässt zurück ein leeres Haus
Um das die Wellen windenDas Beobachten ist uns als Wesenszug eigen
Wir verfolgen die Pegel bei Regenguss
Halten Ausschau danach, welche Schiffe sich zeigen
Nur so bleibt man einer der Menschen am Fluss
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Gartengäste & das vierhundertachtundneunzigste Gedicht

Leguanüberlegung
Besser, du legst dich nie mit einem Leguan an
Als „bissig“ belegt ist der Leguanmann!
Ob Gleiches auch gilt für die Leguanfrau?
Man ahnt es, man denkt es, doch weiß nicht genau …
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Nullbalkenparadies & das vierhundertsiebenundneunzigste Gedicht

Null Balken Ewigkeit
Das meiste der Welt findet hier gar nicht statt
Ich bekomm‘ hier noch nicht mal ’n Handysignal
Und doch gibt’s hier Arten und Daseinsdruck satt
Erscheint ob der Vielfalt so vieles egalBald werd‘ ich mich wieder bei Facebook einloggen
Mir für einen Link-Wink die Seele ausbloggen
Als hätt‘ ich es nicht hier – fast schwelgend – genossen
Den Wellen zu lauschen
Dem schäumenden Rauschen
Im Off von den Strömen der Daten umflossen
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Manuel Antonio & das vierhundertsechsundneunzigste Gedicht

Der Kapuziner – Dieb vorm Herrn.
Erziehung 1: Straff muss sein
Affe, Affe – lieb, lieb lieb?
Strafe, Strafe: Dieb, Dieb, Dieb!
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San Pedrillo & das vierhundertfünfundneunzigste Gedicht

Affenstark und aradiesisch (Naiv im Nationalpark)
Affen sind hier sehr normal
Und ihr Anblick eh’r banal
Und das Gaffen nach den Affen
Scheint hier wenig rationalAuch Aras sind nicht gar arg rar
Als Anstarrer von ihnen war
Ich hier ja rarer als der AraEin entwaffnend barer Narr
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Rückkehr von der Isla de Caño & das vierhundertvierundneunzigste Gedicht

Hier könnte nun ein hässliches Foto von meinem malträtierten Bauch sein. Genießen Sie die Alternative!
Zum Verlauf einer Quallenverbrennung
Quallenquaddeln auf dem Bauch
So will es der Schnorchler-Brauch
Erst das britzlig-fiese Brennen
Dann – nach Woche Eins – erkennen:
Nun verschlechtert sich’s rapid
Färbt sich rot bis anthrazit
Wölbt sich auf und kitzelt dich
Kratzt du, wird es britzelig
Again
Doch wenn
Dir deucht, jetzt seist du ernsthaft krank
Ist’s vorüber. Gott sei Dank!
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Sirena River & das vierhundertdreiundneunzigste Gedicht

Noch von Schnorcheleindrücken und Fischmassen inspiriert – schon liegt Interessantes am gegenüberliegenden Ufer.
Mein Schwarm
Leib unter Leib und auf weiteren Leibern
Im Körperverbund mit den Neben-uns-Treibern
Sind wir eene Wolke und strotzen vor Kraft
Dank einverleibter NachbarschaftSo gelingt sich-um-uns-reißenden Räubern
Nicht mehr als die Fasern des Randes zu säubern
Es ist eine Dummheit, doch schwächt nicht den Kern
Wenn manche sich zu weit entfer’nLeib an Leib sind wir auch Teil unsrer Lücke
Und diese Bereitschaft ergänzende Stücke
Fürs Massenerleben gibt uns der Schwarm Raum
Als klar umgrenzter KüstentraumIm Schwarm gibst du dir Sicherheit
Tauschst Einig- gegen Einsamkeit
Man baut vieles auf – außer Intelligenz
Denn er bringt nur hervor, was du selbst bereits kennz
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Poor Man’s Paradise Garten & das vierhundertzweiundneunzigste Gedicht

Die Röstung
Der hässliche Kaffee kann sehr hässlich sein
Doch schmeckt er auch grässlich – er muss in mich rein!
Das bin ich den Bohnen
Die tief in ihm wohnen
Gereift und geröstet, doch mindestens schuldig
Man kann sich gewöhnen
Ans Schluck-um-Schluck-Stöhnen
Die tropische Bergwelt gebahr ihn geduldig!Protestiert auch der Gaumen und der Magen sagt: „Nee!“
Er bleibt als Vermutung noch immer: Kaffee
– Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)
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