Heissahopsa, Hochkultur!
Volles Rohr: Anspruch pur
Kriegt doch keiner mit, wenn man ihm selber nicht ganz treu
Bibliophil und stilblasiert
Subversiv, engagiert
Aber vom Prinzip auch nicht so nigelnagelneu
Mundgemalte Sprachgebilde
Handwerkskunst im xsten Jahr
Schutzpatron der Reimergilde
Metrummäßig ein Eklat!
Selig integriert im Slam
Mit Trara und Plemmplemm
Aber viel beseelter als manch Lyrik-Stupendent
Der devot nach Lehrplan schreibt
Subvention’n einverleibt
Stell Dich Deiner Inbrunst, Himmelherrgottsakrament!
Schür’n Leonce-und-Lena-Preise
Nicht allein die Produktion
Nie geles’ner Dichtergreise?
Sämig handzahm sind sie schon
In der heißen Phase vor Abgabeschluss meines Buches „Slammed!“ (VÖ: 10.10.2017) halte ich den Gedichte-Output auch mit älteren Schätzchen meiner – ohnehin so gut wie ausverkauften – Lyrikbände aufrecht.
Holzwege
Wollte gar nicht Süßholz raspeln,
Sondern Dich zu Kleinholz machen!
Nie ein Urteil nachts in Bars fäll’n …
Nichts weiter denn Ferne
Als nächstes Ziel
Und der Plan: Es geht ewig so weiter
Das Kippeln des Sternenzelts
Schwappt unterm Kiel
Und es glüht die Grandezza der Reiter
Es entspricht der Natur aller seltenen Erden
Dass sie durch den Abbau nur seltener werden
Wir sollten beim restliche-Erden-Abbauen
Es nicht mit der einen uns auch noch versauen
Ach, das ist ein schöner Zweig!
Den schnäbel‘ ich schnell auf und zeig
Ihn meiner kleinen Vögelfrau
Die grad beim drögen Nesterbau
Von highlight-loser Zeit gestresst
Und ständigem Geäste-Test:
„Passt das von Ton und der Couleur
Zu unsrem Wohnungsinterieur?
Ist’s einzufügen, einzubinden?
Wird er dies Stückchen Stöckchen finden
Das in das Nest am besten passt?!“
„Was hälste denn von diesem Ast?“
Ich leg ihn vor ihr hin und schweig
Schon stöhnt sie: „So ein schöner Zweig …!“