Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

  • Herkulessaal & das eintausendeinhundertsiebzigste Gedicht

    Herkulessaal & das eintausendeinhundertsiebzigste Gedicht

    Dann feiern wir halt Wiederauferstehung, Leute!

    Hohepriester, rohe Biester,
    Seid so giftig wie Asbest!
    Hohepriester, so vermiest’er
    Uns nicht unser Osterfest!


  • Matthäus-Passion & das eintausendeinhundertneunundsechzigste Gedicht

    Matthäus-Passion & das eintausendeinhundertneunundsechzigste Gedicht

    Fast

    Frag ma‘ am Karfreitag
    Mama nach der Teigart
    Für ein karges Matzenmahl!

    Klagt Kai, der eh’r Thai mag,
    So’n Batzen sei fei fad,
    Sag: „Tragisch, aber kackegal!“


  • Uni-Gelände & das eintausendeinhundertachtundsechzigste Gedicht

    Uni-Gelände & das eintausendeinhundertachtundsechzigste Gedicht

    Frühling, nochmaliger

    Noch einmal locken alle Blüten
    Wie ein Befehl zum Neuanfang.
    Noch einmal eint Natur das Brüten
    Und schaltet in den höchsten Gang.
    Noch einmal bäumt sich auf zum Willen
    Die frisch entschlüpfte x-te Kraft.
    Wie keinmal wird’s die Sehnsucht stillen,
    Die tief ins Unerfüllte klafft.


  • Krumme Laake & das eintausendeinhundertsiebenundsechzigste Gedicht

    Krumme Laake & das eintausendeinhundertsiebenundsechzigste Gedicht

    Schöne Berliner Worte: schau

    An den Rändern von Berlin
    Stauen sich die Seen.
    Brenda spricht zum Gatten Ian:
    „Schau, wie schau!“ – sprich: scheen!


  • Schlossparkgiraffen & das eintausendeinhundertsechsundsechzigste Gedicht

    Schlossparkgiraffen & das eintausendeinhundertsechsundsechzigste Gedicht

    Stadtteiler Zweizeiler: Köpenick (Eisern bleiben!)

    Wo Köpenicker Köppe nicken,
    Sag nie: „Pöh, ihr könnt eh ni‘ kicken!“


  • Bode & das eintausendeinhundertfünfundsechzigste Gedicht

    Bode & das eintausendeinhundertfünfundsechzigste Gedicht

    Am Langen See

    Dort ruht die letzte Schönheitsspur
    Aus altgedienten Zeiten –
    Von jetzt kann neue Einsicht nur
    Dir gleiche Freud bereiten.

    Ein altes Treppenfundament,
    Dem das Gebäude fehlt.
    Ich kenn noch wen, der das noch kennt –
    Der nennt den Ort: entseelt.

    – – –

    Damit kleine Dinge verschwinden,
    Muss wirklich nichts Großes gescheh’n.
    Die Zeit lebt vom steten Erblinden –
    Auch du bist schon nicht mehr zu seh’n!

    – – –

    Aufs Seeufer fällt manchen Abends ein Schatten
    Von einem verschwundenen Ausflugslokal.

    Und die Freude am Spiel, die wir einst darinn’n hatten,
    Verdimmt im Anno Dazumal.


  • Bürgerpark & das eintausendeinhundertvierundsechzigste Gedicht

    Bürgerpark & das eintausendeinhundertvierundsechzigste Gedicht

    Blüten des Frühlings

    In sanften Junge-Mädchen-Farben
    Räkeln sich die Äste,
    Belecken ihre Winternarben
    Und herzen neue Gäste.

    Wer backt die Welt so maßlos schön –
    Wir steh’n doch nur vor Bäumen!?
    Der Farben Pracht erreicht die Höh’n
    Von angetrunk’nen Träumen!

    Und jede Ahnung fragt schon bang,
    Wie lang der Zauber bleibt.

    Die Kürze schürt vielleicht den Zwang,
    Dass Welt so übertreibt.


  • Krahescher Portikus & das eintausendeinhundertdreiundsechzigste Gedicht

    Krahescher Portikus & das eintausendeinhundertdreiundsechzigste Gedicht

    Ripostegedicht zu Friedrich Schillers gleichnamiger Ballade.

    Der Ring des Polykrates 2.0

    Durch all den Dunst der Fingerschlieren,
    Die das begrapschte Display zieren,
    Schaut Hershel auf sein Samsung hin.
    Er unterrichtet seinen Lehrer
    Vom Ende der „Nee, gibt nich!“-Ära:
    „Gestehe, dass ich klicklich bin!“

    „Du hast der User Gunst erfahren
    Dank Postings, die sehr zahlreich waren –
    Auf Facebook und als Twitterer!
    Doch kann ich dich nicht glücklich sprechen,
    Denn jeder schafft’s dich auszustechen,
    Der instagrämig fitterer!“

    Kaum, dass der Neuland-Tramp geendet,
    Ward Hershel ’ne What’s App gesendet,
    Dass Facebook festigt ihm die Kron‘!
    Denn Instagram sei einverleibt nun,
    Dort folgten ohne eignes Zutun
    Ihm tausend Abonnenten schon!

    Es hätt‘, nachdem da hart verhandelt,
    Die Datenbanken schon verbandelt
    Der treue Feldherr Zuckerberg.
    Bald ehrt ein blauer Topstar-Haken
    Den, der schon unterm Facebook-Laken
    Übt‘ treu des Werbekunden Werk.

    Und Hershels Lehrer senkt die Brauen:
    „Ich warn dich, solchen Klicks zu trauen –
    Leicht trügt der Social-Media-Fame!
    Du wusstest in den Youtube Wellen
    Dich niemals richtig aufzustellen –
    Nee, dort performst du mega-lame!“

    Noch eh der Herr den Rant gesprochen,
    Hat ihn ein Jubel unterbrochen.
    Denn eine Online-Agentür
    Will Hershels Ruhm im Restnetz wegen
    Den Youtube-Channel fortan pflegen –
    Und zahlt ihm gar Lizenzgebühr!

    Der Lehrer einwandsschwach entgegnet:
    „Mit Klicks bist du heut gut gesegnet –
    Doch fürchte ihren Unbestand!
    Weil die Cretins sich wenig scheren
    Um Werte, die schon länger währen
    Und Friendships, die sie einst verband!“

    Solch miesegramen Wörterschwallen
    Flugs frische News entgegenschwallen:
    Millionenfach gestützt vom Like
    Erkiesen einig die Cretinzer
    King Hershel sich zum Influencer –
    Sein Fanblock wächst wie Hefeteig!

    Da drängt’s den Griesgram nachzusetzen:
    „Fürwahr, ich muss dein Klickglück schätzen –
    Dir schwirrt um jeden Tweet ein „Geil“!
    Doch graut mir vor der User Missgunst:
    Die ungehemmte Hater-Disskunst
    Ward manchem Ex-Star schon zu Theil.

    Auch ich war einmal big im Business
    Und war mir im Prinzip gewiss, es
    Vergött’re mich der User Huld.
    Doch stößt das Web die halb Beglamten
    Gern in den Teer der Zugespamten –
    Und ich versank dort, ohne Schuld!

    Drum, willst du deinen Status wahren,
    So flehe zu den Unsichtbaren,
    Dass sie den Aufstieg dir verzeih’n!
    Sie lassen stets, wen sie beneiden,
    Am Social-Media-Pranger leiden –
    Zu schnell erlangtest du, was dein!

    Eh sie ihn nun von selbst entdecken,
    Wenn sie deine Accounts zerhacken –
    Freund, opfre deinen größten Trumpf!
    Der Schwarm, er fordert, dass gemein is‘,
    Was immer dein Erfolgsgehemnis –
    Versenk‘ es tief im Online-Sumpf!“

    Und Hershel spricht, von Furcht beweget:
    „Ich hab fürs Trollgeproll‘ geheget
    Ein leistungsstarkes Fake-Profil.
    Was dies an Traffic zu mir lenkte,
    Weil ich schien der von ihm Bedrängte,
    War beinah schon zu unsubtil.

    Ich mach sein Passwort jetzt so simpel,
    Dass selbst der whackste Hackergimpel
    Sich dem Account schnell eingesellt!“
    Doch kaum war dieser Weg gegangen,
    Ein Phischer ward im Netz gefangen –
    Stolz prahlt ein Datenschützerheld:

    „Et sind auch Trojas Datenphischer
    Im Internet net schadlos sischer –
    Da habn’Se Ihr’n Account zurück!
    Rescht oft misslingt’s in solschen Fällen,
    Auch allet wiederherzustellen –
    Oh Sie, Se hab’n ma wirklisch Glück!“

    Da wendet sich der Gast vom Browser:
    „So startet deines Glückes Mauser –
    Schon rauscht heran des Shitstorms Braus‘!
    Die User wollen dein Verderben –
    Mein Ruf soll nicht mit deinem sterben!“
    Und sprach’s und loggt vom Chat sich aus.


  • Türmer & das eintausendeinhundertzweiundsechzigste Gedicht

    Türmer & das eintausendeinhundertzweiundsechzigste Gedicht

    An der Oker

    Schore-Opfer an der Oker,
    Die beim Schmerzbetäubungspoker
    Sich im Tauschrausch überreizten
    Und mit trüb vergreisten Augen
    Aus dem Fluss die Säfte saugen,
    Die sie selbst so früh verheizten.


  • Abschlussparty & das eintausendeinhunderteinundsechzigste Gedicht

    Abschlussparty & das eintausendeinhunderteinundsechzigste Gedicht

    Sonnenuntergang

    Für ein kleines „Erledigt!“ als Wohlfühlmoment
    Gibt das Abendrot dir grünes Licht.
    In der Haut schlummert Sonne, die immer noch brennt
    Und die Nacht löscht in Schönheit das Licht.


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

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