Nenn mir ein Merkmal, bevor wir uns trennen,
An dem wir uns zukünftig wiedererkennen,
Wenn windiger Glanz unser Strahlen verwischt,
Bis faltig und fahl sein Gedächtnis erlischt.
Präg du dir den Fingerabdruck von mir ein
Und zieh in Erwägung, ich könnte bald ein
Gänzlich verdorbenes Wesen bewohnen –
Es wird mich die Welt nicht auf Dauer verschonen.
Dann kann selbst die finsterste Zeit nicht die Schemen
Der in uns erinnerten Einigkeit nehmen.
Fragtest du den Sternekoch,
Ob er denn was Leck’res noch
Aus Erde und Wasser wie hinreichend Licht
Für uns zubereite, vollbrächte er nicht,
Was jedwedem Erdbeergrün himmlisch gelingt,
Dem läppischsten Obstbaumzweig lässig entspringt.
Ja, der profanste Beerenstrauch
Kann es auch.
Doch unsre Kunst heißt: Etwas machen
Aus bereits erschaff’nen Sachen.
Auch der beste Koch der Welt
Strauchelt unterm Sternenzelt.
Aber sollte denn jetzt noch
Das erlernte Final doch
Auf irgendwann mal
Sich verschieben?
Grätscht nun Glück in die Quere,
Zerpflückt Flaute und Leere,
Die ich mich getraute
Zu lieben?
Aber sollte denn jetzt noch
Ich weiter mich winden,
Als würd‘ ich nicht längst in dem Loch
Mich befinden?
Kann an dessen Rändern
Sich doch was verändern?
Wir ruh’n wie tot – als zwei Kadaver,
Tief eingesunken im Papaver,
Des‘ strahlend roter Schirme Schatten
Uns höchstfragil Besuch abstatten –
Wie süß vermag ein Tod zu sein?
Schon ist in diesem Blütenmeer
Gar niemand seines Blutes Herr –
Uns winken schwarze Stempel.
Ein jeder scheint ein Kreuz zu sein, wir reden zehn Gebote klein
In genau solchen Ecken steh’n immer die Doofen,
Die dornigen Dirnen und Hirnkatastrophen.
Die sind wie geschaffen zum Sympathisieren,
Weil sie wie die Affen im Gleichklang parieren.
Nein, die horchen nicht auf, die gehorchen Befehlen,
Die horten den Aufruhr, man würd‘ sie bestehlen! –
Die stehen auf Abruf für vieles bereit.
Mein Körper schreit: „Leute, ich will keinen Streit!“
Doch vor ihrem Gedroh muss sich niemand erschrecken –
Das sind so ’ne Leute, das sind so ’ne Ecken! –
Die macht nur dein schwindender Glaube ans „Wehr dich!“
So raumfüllend mächtig und letztlich gefährlich.
Kam mir in manch Denktal schon schnell in den Sinn:
„Das wär so ’ne Ecke da – stell dich mal hin!“,
Rang nieder den Wunsch nach bequemem Verweilen
Die Wiedererkenntnis der ersten zwei Zeilen.