Willst du …
… mal in der Natur eine Nutria sehen?
Kauf dir ein „i“, drauf das „a“ und „u“ drehen!
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten
Gedichte, in denen Tiere die Hauptpersonen sind.

Willst du …
… mal in der Natur eine Nutria sehen?
Kauf dir ein „i“, drauf das „a“ und „u“ drehen!

Gehschlecht und Gerichtung
Die Leiber der Kleiber streben leider
(gilt für Männlein wie Weiber) gen Untergang.
Drum leben generell schlicht beider-
lei Geschlechter nicht recht lang.

Ja also, wenn man mal ehrlich ist … (Flughunde)
Ein Terrier ist ein sehr guter Pilot Und er trägt eine Fliegerhundbrille. Er schießt mit der Flak ein paar Erdlinge tot (dies ist sein ausdrücklicher Wille!).
Wer die Fliegerei kennt, Der lässt nie wieder los – Es ist einfach zu faszinierend!
(Natürlich ist das, was man Internet nennt, Nicht minder famos Und goutierend.)
Ja, viele tolle Dinge gibt es Auf der Erdenscheibe – Dass ich, obschon sie bei zu vielen beliebt is, Sehr gerne auf ihr bleibe!
Natürlich, ein paar Rundflugstunden
Mit kundigen Pilotenhunden –
Die ließe ich mir wohl gefallen!
Nebst einen Tag
Hinter ’ner Flak –
Mal ehrlich, so geht es doch allen!?
Ripostegedicht auf „Die drei Spatzen“ von Christian Morgenstern
Wenn im Frühling, zusammengeschweißt vom Eis,
Erst der Hans, dann der Franz, dann der Erich auftauen,
Fragt jeder den andern, ob er’s vielleicht weiß:
„Wo zum Teufel sind unsere Frauen?“
Und jeder gibt zu, nu, er weiß grade nicht.
Das führt uns zu einem ganz neuen Gedicht:
Die drei Spätzinnen von Morgan Sternenchrist
Irene, Helene und Ines
Sagen zu sich: „Ich verdien es!“
So lang stand der Gelege Pflege
Jeglichem Entspann’n im Wege –
Diesen Winter wellnesst man,
Fliegt vom Heimgeäst von dann’n
In die Sonne Korsikas
Und ihr Chor singt: „So’n Spaß
Hatten wir schon lang nicht mehr –
Nächst‘ Jahr flieg’nwa wieder her!
Und es fehlten uns, ganz ehrlich,
Weder Hans, noch Franz, noch Erich!“
Die prob’n ihr’n Zusammenhalt
So Po an Po, nur schweinekalt.
Da im Warmen ihre Damen
Laben sich an Pappelsamen
Und auf Sonnenliegen liegen,
Nichts von der Saison mitkriegen,
Nein, rein
Gar nichts von ihr’n Kerls in der Kälte erahnen –
So flanieren die Mädels im Mediteranen.
„Stopp! Jeder Satz ist Betrug, denn es weiß jedes Kind,
Dass Spatzen – Strich – Spätzinnen keine Zugvögel sind!“
Gut, wer zwanghaft solchen Regeln glaubt
Halt mangels Mut sich selbst beraubt;
Zum Aufspür’n neuer Möglichkeiten
Genügt’s die Flügel auszubreiten!
Doch wer mag, kann Satz für Satz parier’n –
Und friert dann fest als Spatzenhirn.
Ja, der dröge Standard fetzt sich meist
Mit dem Wandlungsvermögen vom Spätzinnengeist …
Will dein Nest dich zum Stillstand verdammen, so wehr dich!
Oder friere – zusammen mit Hans, Franz und Erich.
In Innenstadtparks
Krähen und Tauben
Spähen und glauben,
Die Vogelfauna – das sind wir!
Für den Star und Albatros
Gilt ein solches Luft-Geschoss
Nur als C- bis B-Getier.
Sinnenleid und Sinnenfreud (Wiederkäuer-Version)
Es wäre für manchen wie’n Socken vom Himmel,
Mal ohne Kuhglockengebimmel
Die Nacht zu verbringen und aufzusteh’n –
Ohne alles durchdringende Soundodysseen.
Und auch manche Nase hat längst schon genug
Vom fauligen Gase aus Kuhstallgeruch.
Fast scheint’s, dass die Kühe alleine den Augen
So ganz ohne Mühe zum Wohlgefall’n taugen!
Ei der Daus
Manch Kuckucksei das Nest befüllt –
Was sich dann später flugs enthüllt.
Vielleicht, dass Schmetterl …
Kaum, dass der Sommer dir versprach,
Du würdest nie mehr frieren,
Verfinstert sich der Rest vom Tag
In längst geleerten Bieren.
Die Brunnen sind noch in Betrieb –
Dann hab’n wir’s noch nicht Winter!
Du schwörst, es hätt‘ dich jemand lieb
und kommst auch noch dahinter …
Die Würfel sind im freien Fall –
Da ist noch nichts entschieden
Und alles ist jetzt überall.
Der Schlusspunkt ward vermieden.
Noch laufen vor allem die Brunnen vorm Tore –
Doch die schönen Geschichten sind alle erzählt.
Ich schwitze den Alkohol aus jeder Pore –
Vielleicht, dass aus mir sich ein Schmetterling schält …?
Ultra Windfrisch
Mein T-Shirt riecht, als hätte man’s
Mit einem Hund gewaschen,
Als trüg’s ’nen kotverschmierten Schwanz
In unsichtbaren Taschen!
Versprach denn nicht die Packung,
Die den Weichspüler enthielt,
‚Ne windfrische Durchschmackung,
Die jed‘ Wäschestück durchprilt?
Es mag ja sein, aus einem Heim
Für vollgeschiss’ne Hunde
Weht solch ein kaltes Windchen beim
Vollzug der Nachtwachrunde.
Dann wäre das Versprechen „windfrisch“
Nicht mal komplett gelogen.
Und doch hat die Verpackung, find isch,
Mein Käufer-Ich betrogen!
Möwen und ihr Unvermöwen
Küstenvögel scheppern so schrill
Bei ihren Versuchen zu singen!
Es ist ja so, wenn man was unbedingt will,
Befördert man nur sein Misslingen.
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