Der Specht
„Ab ins Gefecht!“,
Denkt sich der Specht
Und jettet hastig mit Gekrächz
Ins nächstgeleg’ne Astgeflecht.
Pocktock, Peckpeck, Tockpockgepecker
Steh’n Spechtisch für „Oh Mann, wie lecker!“
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten
Gedichte, in denen Tiere die Hauptpersonen sind.

Der Specht
„Ab ins Gefecht!“,
Denkt sich der Specht
Und jettet hastig mit Gekrächz
Ins nächstgeleg’ne Astgeflecht.
Pocktock, Peckpeck, Tockpockgepecker
Steh’n Spechtisch für „Oh Mann, wie lecker!“

Die feinen Unterschiede der Fastfood-Beobachtug
So gleicht ein Vogelfutterhäuschen
Auch einem Kettenschnellimbiss!
Man macht ein kurzdosiertes Päuschen
Und futtert ohne Hindernis.
Die Sauberkeit ist niederränglich,
Die Auswahl recht vorhersehbar,
Die Tischgemeinschaft unverfänglich,
Der Landeplatz bestechend nah.
Ich sättige mich voyeuristisch:
Seh Meisen, freu mich über sie!
Dass ich aus Hektik so viel Glück fisch,
Verspür ich vorm McDonald’s nie.

Oktober (Jahresrückblick 2025)
Hoch über den Stadtbildern, aus den’n unsre Töchterlein fliehn
Sieht man nun südwärts die Zugvögel ziehn.
Sie transportieren Grippeviren,
Die Geflügelfarmen anvisieren
Und Massenmasthofbauern keulen
Gänse, Enten, Hühner, Eulen.
Doch die Vögel sind ganz ohne Hintersinn hier –
Sie sind auf dem Weg in ein Winterquartier.
„Hey, ihr Vögel da oben, was ist euer Ziel?“
„Naja, da gibt’s ja nicht mehr viel …
In Darfur wütet der RSF grad mit Graus –
Fast 500 Tote im Krankenhaus.
In Rio sind 120 verendet,
Ein Bürgerkrieg noch abgewendet,
Nach Gemetzeln zwischen Cops und Favela-Familien.
Naja, und is halt eh Brasilien …!
Florida dämmert im Shutdown dahin,
Argentinien macht unter Milei keinen Sinn
Auch nach Syrien zurückzukehr’n, wär noch nicht cool,
Bestätigte Herr Wadepfuhl.
Nur noch Krieg und politische Vollkatastrophen –
Da bekäm dies Gedicht ganz schnell zu viele Strophen!
Ein Schwarm von uns ist, ungelogen,
Drum grad gen Gaza abgebogen,
Um sich dort zu bewerben als Friedenstauben.
Wir dachten, die wollen ’n Scherz sich erlauben,
Doch man hat sie tatsächlich als solche verbraten
Im Fastfood-Menu der Vereinigten Staaten.“
Es bleib’n die Verbrecher beider Seiten in charge –
Da wittert man abermals baldigen Knatsch:
Kaum ist ’ne Seite genervt von dem Friedensvertragwisch,
Serviert man wohl prompt einen tödlichen Nachtisch.
Denn ’ne hochdosierte Schlacht-Entfaltung
Dient beiderseits der Machterhaltung.
Und die Hamas übt schon mal an den eigenen Leuten,
Denn ein Widerwort muss Spionage bedeuten –
Und die soll’n lern’n, wer hier wieder der Babo is
Und schon bei ’ner Zwischenfallandeutung bombt jetzt die Is-
raelische Luftkraft ’nen Vergeltungsschlag.
Und dieser Ausnahmefall passiert fast jeden Tag!
Hm, das mit der Waffenruhe hat anfangs mal besser geklungen …?
Nun, auch Nicole hat von „Ein BISSCHEN Frieden“ gesungen –
Und a bisserl was geht immer!
Vorher war’s durchaus noch schlimmer …
Hey, ihr Vögel da oben – um euer Ziel zu erreichen,
Muss eure Route einem Zickzackkurs gleichen
Und niemals lasst den Spaß euch nehmen,
Zu segeln zwischen den Extremen!
Mal mit Tomahawk-Versprechung’n Selensky stützen,
Dann den Intressen Putins nützen,
Mal wird beinhart von der Brüssler Rotte
Das Sanktionspaket Nr. 19 verhängt,
Derweil die Russ’sche Schattenflotte
Wohl bald 2.000 Schiffe lenkt.
Ja, ein Biomatsch darf jetzt nicht mehr Veggiewurst heißen,
Aber sonst kann man uns gerne weiterbescheißen …
In Berlin muss Steinmeier hinaus –
Das Schloss Bellevue wird restauriert,
Der Ostflügel vom Weißen Haus
Dagegen restlos wegplaniert,
Weil der Schlossherr verlangt, einen Ballsaal zu kriegen –
Nun, das wisst ihr, mit einem Flügel kann man nicht sehr lang fliegen.
Und vielleicht ist’s ja mit Trumps Höhenflug
Im nächsten Jahr dann auch genug, liebe Vögel?

Mit 60 (Unterm Wolfdutzend)
Bin ganz ohne Arg unter die Wölfe gegangen, Von denen mich Zwölfe vom Sarg aus ansprangen. Gegen Vierenundzwanzig musst ich mich noch wehren, Mit Sechsenunddreißig mich schließlich vermehren. Von Achtenundvierzig hab ich’s Heulen gelernt Und mit Sechzig den Rest meines Menschseins verlernt.
Wie Wölfe, kommt so viel Veränd’rung im Dutzend
Und wird dich aus Angst und Bequemlichkeit catchen.
Nur will ich, das niemals Bestellte doch nutzend,
Zumindest meine Zähne fletschen …

Nara Rehkekse, 10 Yen
Eine Großstadt voller Rehe
In sehr ungewohnter Nähe.
Ihre Art stand da als Standard,
Dem man dann zu Fressen anbat.

Taubengau (der Nachbarsbaumtaube)
Die Panik hat sich an dein Ruder gesetzt – Schon hat’s dein Genick, tauber Bruder, gefetzt! Dem Vorsatz, aller Fensterscheiben- Betouchung fern- und fortzublieben, Hast du, als eben jener Sperber Mit jedem Flügelschlag dir näh’r war, Jäh blindlings aufgegeben.
So wie auch dein Leben.

Um Amphibien im ÖPNV
Der ÖPNV offeriert döfsten Kröten Ein schönes Sitzplatzangebot. Die könnten wohl ob ihrer Blödheit erröten, Doch nötigt sie kein Stolz zum Rot.
Gewöhnlich steh’n solcherlei Kröten im Stau –
Nun höhnen sie Molchen im ÖPNV.

Das gescheite Tier (formerly known as Wiesel)
Morgensternleins Bachgeriesel Lässt mich wieselartig reimen. Es übertönt sich wahrlich nie, sel- -bst „Schschsch!“s und „Psst!“elei en- -den immer murmlend leise.
Drum nur sprechen Weise hier
Von des Bächleins Murmeltier.

Pansen-Zen
Wieder holt der Wiederkäuer vorverdaute Wiese rauf, Wiederholt’s Schluck-ab, Schluck-auf … Ein klein bisschen Bissen reichen – Immer satt vom Immergleichen!
Und im Allgäu will manch Schwein
Wie der Wiederkäuer sein.

Der Orniethologe
Ich hör, es sind sehr viele Vögel im Garten – Ein quirliges Mischmasch von fliegenden Arten, Allüberall flatterndes Huschen.
Sie müssen im Nirgendwo starten und landen? Forsch losgeschickt, all meine Blicke versanden – Spendiert mal ’n Anblick, ihr Luschen!
Rascheln, Piepser und Geflitze Nehm ich wahr, da ich hier sitze, Und sehr viel Gebüschtes.
Aber Äuglein, Federkleider
Seh trotz Warterei ich leider
Immer nur als Nüschtes!
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