Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

München

Fotos aus München, seit 2014 Stammsitz der Reimerei Klötgen. Unzählige Auftritte während der Tour 2016. Und danach quasi alleinige Dienststelle in Sachen meiner Poesie.


  • Prinzregentenstage & das zweitausendfünfhundertneunundvierzigste Gedicht

    Bühnenaufbauten im Prinzregententheater München

    August 2024 (Rückblick 8)

    Ein Rollfeld im Sommer. Dort landet: das Glück.
    Es erhält „Free Hugs!“-Putin seinen Mörder zurück.
    „Sag, wie ist’s dir ergangen im Tierpark Berlin?
    Dass du dich dort erwischen ließt – längst schon verzieh’n!“
    Zwei verlorene Söhne im Rausch ihrer Küsse
    Nach so schwerer Zeit. Ihre Tränenflüsse
    Stehl’n glatt den Oasis die Verbrüderungsshow,
    Denn das hier ist Liebe auf mörder Niveau.
    Andren wird der August die Erfolge verwehren:
    Dem Anti-Gender-Volksbegehren,
    Auch Olympiatriumphe beweg’n sich in Grenzen,
    Man versagt Islamisten mit Swifties zu dancen
    Und es verbittet sich Celine Dion,
    Dass Trump ihre Lieder in all sein Gedröh’n reiht.
    Es verbittert: Mit Alain Delon
    Stirbt wieder ein Stückchen verbindlicher Schönheit.
    Was es zurück ins Leben schafft,
    Wirkt ofmals etwas zombiehaft:
    Der slowakische Präsident holt für Medien, Justiz und Kultur
    Die russische Zensur retour.
    Die „Compact“ darf vorerst doch wieder erscheinen –
    Zeigt sich Pressefreiheit auch im eig’nen Verneinen?
    Die Ampel schafft ein Déjà-vu
    Mit Haushaltsstreit als Hauptmenu.
    80-Stunden-Verhandlung’n war man schon gewöhnt,
    Bis nach weiteren Runden Herr Habeck bestöhnt,
    Unter ihm wär der Lindner nicht Wirtschaftsminister.
    Gelinde gesagt, das wär fein – doch noch ist er!?
    Mal in Kursk, mal in Charkiw und anderen Stellen
    Verzeichnen die Frontlinien zeitweise Dellen,
    Eh dass sie sich wieder zum Urzustand glätten.
    Und der Bund soll mal wieder die Meyer-Werft retten.
    Am Strand Mogadishus zählt man fast vierzig Leichen –
    Obacht, die Shabab-Miliz setzt wieder Zeichen.
    Und Solingen, der Klingenhort,
    Gibt sein Comeback als Anschlagsort –
    Der zweite Stich in diesem Jahr,
    Nachdem schon Mannheim tödlich war.
    Ab jetzt wird stracks zurückgeführt,
    Ein Sicherheitspaket geschnürt
    Und 28 düstre Mannen
    Ziehen gen Kabul von dannen.
    Der afghanische Knast droht als Alptraum hoch zwei –
    Doch die Taliban lassen vor Ort alle frei.
    Und mit geschicktem Schleusertrick
    Schafft man’s vielleicht erneut zurück.
    Das „Aus den Augen, aus dem Sinn“
    Bescheinigt sich ein „Immerhin!“,
    Auf dass die ew’gen Wiederseh’n
    Auch nach August hier niedergeh’n!


  • Würm & das zweitausendfünfhundertvierunddreißigste Gedicht

    Die Würm bei Feldmoching

    Mai 2024 (Rückblick 5)

    Den Mai gebar der Tag der Arbeit und er schließt im Katholikentag
    Ein Labora-et-ora mit Missbrauchsanklagen, die kaum wer überblicken mag.
    Ja, Scheinheiligkeiten sind weithin verbreitet,
    Weil sich dadurch ja der Aktionsspielraum weitet …
    Mallorca ist urplötzlich gegen Touristen,
    Die Le Pens und Melonis find’n die AFD Mist, denn
    Von eig’nem Mist liegt die Krah-Krater entfernt –
    Interessant, was man da an Nuancen erlernt!
    Spanien, Norwegen, Irland sind erste beim Rennen
    Im Jetzt-Palästina-als-Staat-Anerkennen.
    Nur – je mehr man auf Bibi-zu-ärgern sich einigt,
    Je wahlloser wird Rafah Hamas-bereinigt.
    Doch trägt jedes Pro-Palästina Anti-Israel-Viren?
    Da Studierende stur auf dem Campus campieren?
    Von Kampen geht „L’amour toujours“
    Mit andrem Text auf Deutschland-Tour.
    Hamburg durchstampfen im Mai harte Burschen
    Nach Nazi-Art, nur mit mehr Bart und zorngerecktem Kampfplakat:
    „Kalifat ist die Antwort“ konnt‘ man da lesen.
    Nun gut. Aber was ist die Frage gewesen?
    War ’ne stark retardierende Herrschaft gesucht?
    Da wär „Kalifat“ wohl als Antwort gebucht!
    Es gärt im Schlick der Gockel-Narrheit
    Manch selbstgestrickte TicToc-Wahrheit.
    AFD-Glucke Alice is‘ notorisch beleidigt
    Und verlangt den Verfassungsschutz auszubuh’n.
    Beim ESC hat „uns Greta“ Palästina verteidigt,
    Als gäb’s nicht beim Klima ’n Berg noch zu tun.
    Ein aufrechter Kampf muss anscheinend auch flexibel genug für Themenwechsel sein:
    „Wein nicht um mich, krankes Klima!
    Ich hab jetzt ein schlankeres Thema.
    Du wurd’st verleugnet, beschrie’n: ‚Is‘ nich‘ wahr!‘
    Beim Terrorismus – da leugne ich ma‘!“
    Es stehen Prinz Reuß und auch Trump vor Gericht,
    Bereu’n ihr Taten – ja, hätt’ste gern! – nicht.
    Weil es gilt nun verstärkt: Zweite Meinung? Die gibt’s nich‘!
    Das firmiert jetzt als brandneues Grundgesetz.
    Das alte wird am 8. Mai fünfundsiebzig
    Mit Staatsakt und Infostand, festlich Let’s fetz!
    Und wir feiern und seiern
    Die üblichen Leiern,
    Derweil sich Attacken
    Plakatkleber packen.
    Plötzlich läuft ein Straßenkrieg
    Gegen Wahlhelferinn’n der Lokalpolitik.
    Hasskommentare gibt’s jetzt auch analog!
    Von Messergestoch’re bis Nasenbein-Broke.
    And’re Meinung – und das ist dein Job, Bruder – gibt’s nich‘!
    Und das Grundgesetz wird heuer fünfenundsiebzig –
    Oder anders gesprochen: als Macht mächtig alt.
    Und ohnehin ohnmächtig gegen Gewalt.
    Und ist Demokratie noch gewollt und reell
    Oder mehr so ’n altkluges Auslaufmodell?
    Das BSW grüßt Parteimitglied Nr. 47.
    Das wird sich schon geben – ein Spoiler: Njet, wird’s nich!
    Schon bald setzt sich durch, dass die Start-Up-Parteien
    Dank Russland-Empfehlungen wählbarer seien.
    Von der’n Trollen durchseucht, deucht uns nicht ohne Qualen:
    Es folgen dies‘ Jahr ja noch einige Wahlen …


  • Regatta Regatta & das zweitausendfünfhundertdreiunddreißigste Gedicht

    Olympia Regattastrecke bei Oberschleißheim

    Kurzurlaubspläne (trotz Erkältungssaison)

    Allein mit meinem Hustenreiz
    Puste ich mich in die Schweiz
    Und
    Auf ’nem Glitsch von Bronchienschleim
    Schlitt’re ich dann wieder heim.


  • Drängelfreie Ränge & das zweitausendfünfhundertzweiunddreißigste Gedicht

    Zuschauertribüne an der Olympia Regattastrecke Oberschleißheim

    Museen am Montag

    Ich bin in den Museen am Montag das „Heute ist geschlossen“-Schild.
    Ich weiß, wie sich die Welt
    Verhält –
    Bin über dies (und das!) im Bild,
    Doch rette meinen Non-Bedarf mit Funktionalität,

    Verbleibe in der Auftrennwut als einer, der noch näht.


  • Platzkonzert & das zweitausendfünfhundertneunundzwanzigste Gedicht

    Platzkonzert der Wiesnwirte vor der Bavaria

    Bei den nächsten Versuchen

    Dieses Gedicht hab ich schon mal geschrieben
    Als eine Lösung für jenes Problem.

    Scheint, es ist nicht sehr viel hängengeblieben …
    Aber vertrau ich dem zweiten Poem?


  • Camping & das zweitausendfünfhundertachtundzwanzigste Gedicht

    In einem Bierzelt der Wiesn 2024

    Unter Unbekannten

    Sei und bleibe Lichtblick – mir scheint
    Als wüchse der Dunkelheit Kraft ohne Maß.
    Es ist dein Kostüm ihr natürlicher Feind
    Und wallt ums Musikstück, das ich schon vergaß.

    Wir wahren den Abstand, doch sind nicht entfernt –
    Wie ein Liebespaar ohne Vollzug.
    Dies ist mir Geschenktes und nicht bloß erlernt:
    Ein Lichtblick. Vielleicht auch Betrug.


  • Konzertende & das zweitausendfünfhundertsiebenundzwanzigste Gedicht

    Luftballons zum Abschluss vom Platzkonzert der Wiesnwirte vor der Bavaria

    Sonnenschein nach September

    Ich breche die mir selbst gestellten Versprechen
    Und schau mir nicht mehr ins Gesicht.
    Wie gewohnt, lässt sich letztlich mein Stolz noch bestechen,
    Erodiert dieser Berg jener Pflicht.

    Das „Würde“ und „würde“ sich derart gleich schreiben –
    War vor meinem Zutun gemacht.
    Bei meinem Entschluss, es nicht weiter zu treiben,
    Hab ich mir nichts weiter gedacht.


  • Wiesnwellenflug & das zweitausendfünfhundertsechsundzwanzigste Gedicht

    Das Wellenflug-Kettenkarussell auf der Wiesn

    April 2024 (Rückblick 4)

    Der April, der April, der sagt: „Brudi, chill!
    Es gibt das Weed, den Shit ab jetz
    Ganz ohne Stress mit dem Gesetz!“
    Nun, was die Welt betrifft, erwacht
    Jetzt mancher „Wohl bekifft?!“-Verdacht.
    Da reist Babo Steinmeier in die Türkei,
    Als Gastgeschenk einen Spieß Döner dabei,
    Die AFD bückt sich vor Russland und China
    Und ist so gefügiger Doppelverdiener.
    Vom Bystron kraht es auf dem Mist,
    Auch Höcke heckt sich aus als List:
    „Gilt hier Cannabis-Amnestie,
    Dann auch SA-Spruch-Amnesie.
    Echt ma easy, Landgericht,
    War wohl damals mächtig dicht!“
    THC bringt auch Briten enorm durcheinander –
    Die exportier’n Flüchtlinge jetzt nach Ruanda!
    Das UN-Gericht spricht uns vom Völkermord frei
    Und ein Teil unsrer Wirtschaft performt richtig high!
    So früh schon im Jahr gibt es ’nen neuen Rekord
    Für die treuen Getreuen vom Waffenexport!
    Ja, der Gazakrieg wird immer zäher,
    Raketentests in Nordkorea,
    Das Drohnengedroppe toppt jetzt der Iran
    Und China droht so wie gewohnt gen Taiwan –
    Bro, die brauchen da Waffen und zwar ohne Ende!
    Und wir reib’n uns jointdrehend räudig die Hände …
    Da müssen wir Volkswagen gar nicht groß retten –
    Der wahre VW aus D, der läuft auf Ketten
    Mit April-Chillum-chilligen, willigen Drift!
    Dem folgen wir fortan gern vollends be… -herzt.


  • Schlossparkkanal & das zweitausendfünfhundertzweiundzwanzigste Gedicht

    Gondel im Schlosspark Nymphenburg

    Eine Busfahrt bei Regen

    Der Bus, er durchrädert ein Pfützengespritze,
    Feuchtneblig erblinden die Scheiben.
    Die vom Sommer noch kürzlich beschienenen Sitze
    Erklammt neues Kühl, um zu bleiben.

    Es wird Herbst, schreit die tropfnasse Kondensation.
    Es bleibt sommerlich, kontert mein Hoffen.
    Doch die Busfahrerdurchsagen ändert ein Ton,
    Der macht mich bedenklich betroffen.

    Ich bestelle dem Sommer zehn Comebackabsichten,
    Mit Lieferzeit zwei bis drei Wochen.
    Bis dahin mag Regen sein Unheil verrichten,
    Den Sommer zur Abheftung lochen.

    Es wird Herbst, hört man’s Frühchen der Dunkelheit plärren.
    Es bleibt sommerlich, schnauz‘ ich zurück.
    Werd‘ mich mit viel Beharr gegen’s Aufgeben sperren,
    Bewahr‘ meine Rolle im Stück
    „Eine Busfahrt bei Regen“.

    Ich mag mich deswegen ja gar nicht beklagen,
    Werd‘ weiter vom Hof der Gewissheit verjagen,
    Was Schlusspunktesetzer in Hetze platzieren.

    Noch geht die Fahrt weiter, kann so viel passieren …


  • Pagodenburgküche & das zweitausendfünfhunderteinundzwanzigste Gedicht

    Pagodenburgküche im Schlosspark Nymphenburg

    Schlossparkrunde

    Noch kann mein neuer Abtrottpfad
    Mir Überraschung schenken,
    Noch kreuze ich herum, apart
    Vom „konnt‘ ich mir ja denken!“.

    Wie lang noch, bis mir jede Furt
    Und Abzweigung vertraut?
    Hat die Gewähr, die mich oft spurt,
    Bis dahin abgebaut?


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