Danke Peter!
Der beste Kaffee
Ist’s nicht per se –
Ihn röstet die Umgebung.
Krönt ihn ein Hauch
„Der schmeckt ja auch!“ –
Ist’s köstlichste Erhebung.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten
Fotos aus München, seit 2014 Stammsitz der Reimerei Klötgen. Unzählige Auftritte während der Tour 2016. Und danach quasi alleinige Dienststelle in Sachen meiner Poesie.

Danke Peter!
Der beste Kaffee
Ist’s nicht per se –
Ihn röstet die Umgebung.
Krönt ihn ein Hauch
„Der schmeckt ja auch!“ –
Ist’s köstlichste Erhebung.

Pour elle
Llen und Lfriede zLten in der WLt der Lfen,
Können ihren Ltern deshalb eher sLten hLfen.
GL, in derlei FLlen gLte „WLpen-Undank schLten!“ –
Doch reL: WLch Lch hLt noch zu Ltlichen VerprLten?
Der Liten Ldorado ist die LbogengesLschaft,
Die Legant und Loquent grad Ltere hinwegrafft (bzw. Liminiert)!
Lfjährigen kaum vorstLbar,
Leven dann Lementar:
Oft grL gefLt in WLlen,
Sich graue ZL’n erhLlen!

Finales Idyll
Ich lehne an Stämmen gestohlener Bäume
In einem ergaunerten Garten,
Im Dunst der ins Erdreich gesunkenen Träume –
Aufs eigene Ende zu warten.
Dies ist die Stelle, ist der Pfad
Der letzten Atemzüge.
Mir ist nicht klar, was ich erwart –
Nur, dass ich mich ihm füge.

Eishockey
Das Eishockeysein ist mir Leerstand im Leben –
Es wird keine Eishockereien mehr geben!
Der Abstand – zu groß zwischen mir und dem Schläger,
Entschied ich, der sonst ja ein Dauerabwäger:
Kein Puck erzeugt’s Zucken vom Gern-mit-Dabeisein.
Es heißt trotz Gefall’n an der Zuschauerei „Nein,
Mein Leben gibt kein’n Moment Eishockey her!“
Und von solcherlei Leerstell’n gibt’s hundertfach mehr …

Dezember, Update (Jahresrückblick 2025)
Da haben wir mit letzter Kraft
Es an die Ziellinie geschafft!
Doch jetzt bitte hier nicht schon zur Abreise packen –
Der Dezember gibt uns noch manch Schlag in den Nacken:
Der Mitmach-Jihad für Jedermann
Knüpft wieder an frühere Anschläge an:
15 Opfer am anderen Ende der Welt
Für das Ende des Tötens sorgt der Bondi-Beach-Held,
Dessen Herkunft dann vorschnelle Schlüsse verhindert
Und das Hetzpotential rechter Stimmen vermindert.
Israel erkennt plötzlich Somaliland an,
China droht so wie gewohnt gen Taiwan …
Aber: Waffenruhe! Zwischen Kambodscha und Thailand. Gut, klar:
Das gab’s schon einmal dieses Jahr.
Derweil Schwärzungsstifte über die Epstein-Files huschen
Zur Melange aus Freigabeweitervertuschen …
Rosa von Praunheim beendet die letzte Show,
Chris Rea fährt heim, Brigitte Bardot.
Thomas Gottschalk – keine Angst, ging nicht ganz von uns, nö –
Sagte krankheitsbedingt nur dem Spotlight Adieu.
Das willige Europa einigt sich in Berlin,
Als Security-Wachdienst zusammenzuzieh’n,
Weit’re Treffen, neue Pläne und Verstreichen von Zeit …
Doch es braucht wen, der Russland von Putin befreit.
Das eingefrorene Geld sollte man dazu nützen,
Aufbegehrende Jugend in Moskau zu stützen –
Dann bleibt das Vermögen zumindest im Lande
Und hilft bei der Säub’rung von Wladimirs Schande.
Nach Adventskalendern öffnet man Sparkassentürchen
In – ausgerechnet! – Gelsenkürchen!
Im Iran regen sich Streiks und Demonstrationen,
Dann phantasiert jemand von 91 Drohnen
Und damit man dies Jahr nicht im nächsten vergisst,
Lern’n wir, was ein Flashover ist.
Und ein kurzer Blick in die Glaskugel …
Zu Neujahr heißt’s nach Straßenkrieg wieder devot:
Ja, sicher wär’s sich’rer mit Böllerverbot.

Zehn Jahre
Zehn Jahre einer Szene nun dein gutes Bye gesagt,
Zehn Jahre den Erfolg der Unternehmung hinterfragt.
Zehn Jahre steh’n dir nicht mehr zu für etwas zu verprassen.
Zehn Jahre warn’s und jetzt gib Ruh! Was meinste?
Könnte passen.

In Deckung gehen
Die erste Eisschicht blitzt und mahnt,
Dass hier bereits der Winter zahnt
Und erste Seelen pflückt.
Und war da grade nicht ein Zischen:
Vielleicht wird’s dies Jahr dich erwischen! – ?
Du gehst fortan gebückt.

Im Abgang
Das Jahr ist jetzt wohl leergeschrieben,
Drei Worte sind allein verblieben,
Die mag ich nicht mehr schreiben.
Die könnt‘ ich, sollte jemand fragen,
Bis einschließlich Silvester sagen,
Doch will’s nicht übertreiben!

Toxoplasma im Backstage (Gedichtrezension)
Nun mit so vielen Jahren Verspätung
Dann doch Toxoplasma geseh’n.
Ich erflehte mir damals das sehr jung,
Nur ist es halt niemals gescheh’n.
Vor der Zeche hab ich einst das Geld mir erschnorrt –
Doch dann hieß es, sie sei’n schon vorbei.
Heut bin ich viel knapper – mit Fahrschein! – vor Ort,
Hab ein Online-Ticket für zwei:
Der eine strahlt feist voll „Ich kann’s mir jetzt leisten!“,
Der andre sein zierlicher Ahne.
Es standen Spalier in solch Paaren die meisten
Nach 40 Jahr‘ reifendem Plane.
Hab nach all der Zeit heut Toxoplasma geseh’n
Und „Asozial“ gesungen.
Für dich mag dies schal Museales umweh’n.
Für mich hat’s wie gestern geklungen.

Eichenlaub
Von meiner spät entschloss’nen Eiche
Schwebt stetig, jeden Augenblick
(auch wenn mir schwant, das ist ein Trick),
Ein braun-entfärbtes Blatt hinab.
Da ich das mit dem Baum abgleiche
(der, wenn man ihn bedächtig misst,
Nicht wirklich übermächtig ist),
Ich Folgendes errechnet hab:
Entlaubt er sich in jenem Takt
(was selbstverständlich in der Nacht
So niemand wirklich überwacht),
Wär dieser Baum längst licht.
Warum die Krone noch nicht nackt
Trotz permanentem Starkverlust
(war mir bislang auch ungewusst),
Enthüllt nun dies Gedicht:
Fühl’n sich die Blätter nicht beachtet
(ob sichtgeschützt, ob weil es nachtet),
Dann treten sie den Rückmarsch an
Vom Stamm zum Ast zum Zweig zurück;
Man rastet ein mit leisem Klick –
Schon hängt man wie zu Anfang dran!
Drum braucht der Abfall vom Behang
Auch dieses Jahr besonders lang.
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