Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Gerade schmiegst du dich in dieses Ahnen hinein
In der anderen Welt fast ein Andrer zu sein
Da geht es mit einem Ruck wieder nach Hause
Und nach der bei Fernreisen üblichen Pause
Wirst abermals du hier zum ersten Mal sein
Wie viel Kilo Schweiß und alter Staub / wurden aus diesem Hemd schon gewaschen?
Wie viel Tausend Taler kursierten wohl durch / jeder dieser Hose Taschen?
Die altkluge Haut ist mit Verlaub / nur die Hälfte der ganzen Erzählung
Was an Garderobe da in mich gefurcht / war meine beste Empfehlung
Bin durch einen Bachlauf voll Drangsal geirrt
Hab mich um die eigene Achse verwirrt
Und ein Meer tiefster Eindrücklichkeiten durchschwommen
Bin im Grunde dem Grund kein Stück näher gekommen
Hab in zwei Sekunden drei Stunden gesehen
Untergeharkt beim betäubten Verstehen
Werd im Weiteren nur immer weiter spazieren
Schritt über Schritt in mein Kapitulieren
Ich mag die Romantik, ich mag auch den Lärm
Mögen die zwei auch einander sich hassen
Wenn ich vor dem einen vom anderen schwärm‘
Scheint kurz eine Welt zu der andern zu passen
Du hast das Heidenröslein gebrochen
Danach vielleicht zweimal an ihm noch gerochen
Es mit sanftem Druck ins Heu gelegt
Dass es doch zumindest im Notfall verpflegt
Und nicht so sehr am Heimweh leide
Es war in Deinen Augen Weide
Und fügte sich ins tote Gras
Wie dem Grundton derselben Erkenntnis: „Das war’s!
So abgrundlos kurz war vorm Leiden das Glück …“
Nimm den sättigend letzten Schluck Sommer
Derb angesüßt von schwerer Reife
Und gib Dich den späten Räuschen hin (Komma)
Traue dem Traum einer endlosen Schleife