Plötzlich biestert’s mich an, dass ich gar nichts versteh,
Dass ich hoffnungslos rätselnd komplett überseh,
Wo Essenz vor sich seint
Und des Daseins Meriten,
Vom Stumpfsinn verneint
Und umzingelt von Nieten,
Die ich sehenden Auges nicht wirklich erkenne,
Weil ich stümperhaft Wertes vom Unwerten trenne,
Dass ich trotz voller Fahrt
In längst höherem Gange
Auf nutzlosem Grat
Nie nach oben gelange.
Santiago klingt wie ein Verbrechername,
Nach ’nem Schurken mit reinem Gewissen.
Der verkneift sich die Schimpfwörter vor einer Dame –
Die Manieren nicht vollends verschlissen
Und im Innern die Sehnsucht nach schöngeist’gem Leben,
Nach Porch, Poesie und Pompon,
Im Schoß eines Lichts, das sich müht zu vergeben,
Wenn Läuterung bricht den Kokon.
Der Schwitzkasten früherer Notwendigkeiten
Verrohte gewöhnlich den Ton.
Mag Santiago auch niemand zum Tisch mehr geleiten,
Versöhnt man sich mit seinem Sohn.
Und plötzlich sind wieder Soldaten in Mode,
Das Sterben in einigen Schlachten.
Die Gruben gefüllt nach bewährter Methode –
Wer mag schon per Daten entmachten?
Zeigt her die Kaldaunen zum alten Getöse,
Lähmt Herzen und schlagt sie kaputt!
So’n Hodenbär spürt doch den Brand in der Möse –
Seziert sie in Tonnen von Schutt.
Ja, endlich gewinnt das Geröhre Bedeutung,
Protzt all unser Willen vor Tat!
Und Killerinstinkt dringt nach mehrfacher Häutung
Durchs billige Anstandsornat.
Es ist mein Kuba-Erstgedicht
Vor Niederschrift schon alt geworden.
Vermisste ich zunächst auch nicht
Längst aberkannte Heldenorden –
Alsbald massiert ein Abendlicht
Mein Blinzeln sehr viel weiter.
Es schlingelt sich durchs Erstgedicht
Und ist doch viel gescheiter!
Wär nach zwei Jahren Drittproblem
Ich doch nicht mehr gekommen,
Wär diesem Land nur ein Poem –
Und mir sehr viel genommen.
Wo der Ruhm ab Geburt zum Verfall übergeht,
Ist die Oldtimerpflege ein Hobby aus Not.
Man umfleht manch Ruine, dass sie‘s übersteht,
Nutzt die Spielraumausdehnung zum Dino-Verbot …
Jede blendende Idee besticht
Der Stachel der Verblendung,
Und jede Sensation macht dicht
Just nach ihrer Vollendung.
Doch hernach wird im Drumherum improvisiert,
Man besänftigt das Ar vor dem Mut,
Mixt sich Hoffnung an, obzwar man offenbar irrt.
Vielleicht geht, vielleicht wird: alles gut.
Alle Rechte bei Wolfgang Ramadan, der das Gedicht im Rahmen der Kubafestival-Spendenaktion von mir gekauft hat.
Wir werden so unglaublich fernzeitig sein,
Dass uns niemand auf Bildern erkennt.
Wir machten uns freilich nie freiwillig klein –
Denn wir schrieben die Hits einer Band,
Die stetig tourt und tourt, da wir
Schon unter ferner liefen laufen.
Doch noch passt jenes prächtige Brustblattgeschirr
Zu der Treue zum Plan uns zusammenzuraufen.
Eine Kutschpartie soll was Vergnügliches sein
Und bemüht den, der vorneweg rennt.
Wir tanzten so stur in die Ferne hinein,
Dass uns niemand auf Bildern erkennt.