Es ist, einmal enttarnt, der gewöhnlichste Duft
Nur er schlüpft als exotisches Ahnen
Und verfolgt deine Sinne als zähester Schuft
Er verhöhnt deine Freude als zahnen-
Des Sehnen nach etwas mehr Orient und so
Auf leicht zu becircendem Glaubensniveau
Dass du, Haremsberechtigter, schlürfst erste Dosen …
Ripostegedicht zu „Sie saßen und tranken am Teetisch“ von Heinrich Heine unter der Vermutung, dass Heine sich nur aus semantischen Gründen den Lapsus eines identischen Reimes (Teetisch – ästhetisch) leistet. Es war natürlich der rein reimende Stehtisch gemeint, dessen Nutzung durch Sitzende Heine unstatthaft, wenn nicht kriminell, erschien.
Wir saßen und tranken am Stehtisch
Wir saßen und tranken am Stehtisch
Und kamen so lieblos uns vor
Denn fraglos war’s wenig ästhetisch
Wie der Tisch an Bedeutung verlor
Wie negierten frech alle Semantik
Und bestuhlten, wo aufrecht man steht
Der Plattenbau moserte grantig:
„Ey, wenn ihr nicht steh’n wollt, dann geht!“
Und die Sprache in Reinform trägt noch immer Melone
Sie wirkt wie in tausend Krawatten gesteckt
Pfeift auf alle Blasiertheit – doch tut’s auch nicht ohne
Das Restweltparlieren scheint hilflos verdreckt
Nie emporte sich jemals ein Rückgrat so aufrecht
Kein Königreich führten mehr Fährten zum Wort
Doch im hintersten Kneipenraum gibt man sich rauf-echt
Und stampft über manch Pietäten hinfort
Bin durch einen Bachlauf voll Drangsal geirrt
Hab mich um die eigene Achse verwirrt
Und ein Meer tiefster Eindrücklichkeiten durchschwommen
Bin im Grunde dem Grund kein Stück näher gekommen
Hab in zwei Sekunden drei Stunden gesehen
Untergeharkt beim betäubten Verstehen
Werd im Weiteren nur immer weiter spazieren
Schritt über Schritt in mein Kapitulieren
Ich soll Dich von der Romantik grüßen
Sie meint, Du hätt’st genug gefickt!
Mit Hundescheiße an den Füßen
Bist Du ihr in den Pelz gerückt
Doch sprachst niemals in ihrem Namen:
Du beherrscht kein Mousse au Chocolat
Woher auch entsprechende Rückschlüsse kamen …
Die Anmut hurt nicht im Ein-Euro-Basar!
Wir werden bei diesem Fest nicht mit dabei sein
Wir sind schon beschäftigt mit Sterben
Wir möchten, selbst wenn man uns bäte, nicht, nein
Die Wiederaufbauten bewerben
Es macht nach den Jahren, die wir nun verdrängen
Für uns keinen Sinn, noch zusammenzuhängen
Glück auf nun – es scheint wohl für alle das Beste
Wir feiern den Abschied und Ihr Eure Feste