Die Spuren einer Kindlichkeit
Im schwindenden Gesicht –
Sie folgen trübnisarmer Zeit
Aus greisenfrommer Pflicht.
Gern wär ich ohne Vorbehalt
Kurz ungezwungen heiter!
Da steh’n wir zwei, gemeinsam alt
Ich werd weiterhin nie etwas Wichtiges schreiben,
Denn die Wichtigkeit trieft schon vor Wort.
Sie droht Leichtes und Lichtes aus Neid zu zerreiben,
Deklamiert ihre Gültigkeit stets ab sofort!
Glüht ein Themenfeld, mag es ein andrer beackern –
Auch wenn sein Ertrag mich bezirzt.
Mein Ziel bleibt, mir selbst an den Grabstein zu tackern: Er hat unser Leben verkürzt.
Sie setzten sich so, dass ich gar nichts mehr seh –
Sie halten sich wohl für ’ne Aussicht!?
Und mich für Ihr Instagram-Fangirl in spe?
So hör’n Sie: Das bin ich durchaus nicht!
Sie sind zwar von reiner Durchschaubarkeit beim
Notorischen Selfie-Posieren –
Doch fehlt meinem Blick nun ein brauchbares Heim
Im schambloßen Schlachtfeld der Ihren!
Du schmiegst dich hinweg mit ’ner Beiläufigkeit,
Als ging es dir hier um die Geste allein.
Und seicht weht der Hauch einer Zugeneigtheit,
Die niemals im Dienenden mündet, oh nein –
Dies Bündnis beruht auf dem Öffnen von Dosen,
Auf wunschpunktgenau einstudiertem Liebkosen,
Wo ein Geschnurr mir nur quittiert:
Da fühlt sich jemand wohldosiert.
Wir sind so weit gekommen, dass das Ziel uns beschämt
(dabei sind wir längst merkwürdig desint’ressiert).
Die Beschwerlichkeit hat unsern Eifer gezähmt,
Wir wittern den Endspurt, wie paralysiert.
Lass uns umkehren und unsern Irrtum erkennen –
Nach Diktat legen hehrste Motive sich wund!
Wir können ab heut alles anders benennen.
Wir reisten aus einem vergessenen Grund.
Am U-Bahnhof Westfriedhof stehe ich
Ein Stockwerk unter den Toten.
Als Philosoph verschmäht man sich –
Ich verpass mir die schlechtesten Noten!
Hier loggt sich die Endstation doppelt ein,
Uns buntbeglast zu erhellen,
Stoppt dich in der Verlockung, dein
Wirken über die Toten zu stellen.
Umsteigen oder absteigen, das ist hier die Frage
So’n Cottbuser Tor fällt ja nicht alle Tage
Auf’m Platz gibt so’n Tor Auftrieb und „Energie!“
Nur am Kottbusser Tor, da verspürt man dies nie
Hier bleiben Welt und Bahnen steh’n
Hier stärkt kein Fußballfahnenweh’n
Ein Cottbuser Tor hilft noch anzuspor’n
Mit ’nem K statt ’nem C hast du eh schon verlor’n